Ferienakademien führen Schüler an Naturwissenschaften heran

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
5956144.jpg
5962986.jpg
Wie fühlt es sich an mitten in eine Zeitung hineinzuspringen? Was passiert wenn ich über einen Streifen Papier puste? Und warum schlagen die zwei Luftballons aneinander, obwohl ich Luft dazwischen blase? In der Ferienakademie finden 30 Grundschüler der Don-Bosco-Schule und der Eduard-Mörike-Schule Antworten auf diese Fragen. Foto: Christina Handschuhmacher
5962975.jpg
Wie fühlt es sich an mitten in eine Zeitung hineinzuspringen? Was passiert wenn ich über einen Streifen Papier puste? Und warum schlagen die zwei Luftballons aneinander, obwohl ich Luft dazwischen blase? In der Ferienakademie finden 30 Grundschüler der Don-Bosco-Schule und der Eduard-Mörike-Schule Antworten auf diese Fragen. Foto: Christina Handschuhmacher

Eschweiler. Eigentlich ist sich Celina ziemlich sicher: „Wenn ich Luft zwischen die zwei Ballons puste, dann gehen die auseinander.“ Aber ist das wirklich so? Ein Versuch soll es zeigen, also heißt es für die Grundschüler: ran an die Luftballons.

Tessa hält die beiden an ein Seil gebundenen Ballons fest, Celina pustet kräftig und dann zeigt sich das für die beiden Schülerinnen überraschende Ergebnis: Die Ballons bewegen sich zueinander hin statt voneinander weg.

Ein großes Fragezeichen zeigt sich in den Gesichtern von Celina und Tessa. Nun ist Andrea Ewert vom Science Lab – einer Bildungsinitiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern naturwissenschaftliche Phänomene näher zu bringen – gefragt. „Wenn man die Luft ganz schnell durch die Ballons hindurchpustet, dann drängt man die Luft zwischen den Ballons weg“, erklärt sie. „Die Luft, die dann von außen kommt, drückt die Ballons deshalb zusammen.“

Warum hebt ein Flieger ab?

Einblicke in die Ferienakademie im Offene Ganztag der Eschweiler Grundschulen Don Bosco und Eduard Mörike. Zwei Wochen lang beschäftigen sich 30 Kinder aus der Offenen Ganztagsbetreuung mit dem Thema „Der Traum vom Fliegen“. Mit Pädagogen des Science Labs lernen sie, warum ein Flieger abhebt und nicht vom Himmel fällt. Bei den Wasserspringern des SV Neptun Aachen entwickeln die Zweit- bis Viertklässler ein Gefühl für Schwerkraft und Schwerelosigkeit. Im Discovery Center Continium in Kerkrade entdecken sie die Welt der Wissenschaften und auf dem Flugplatz Merzbrück kommen sie ihrem Traum vom Fliegen schließlich ganz nah.

„Das forschende Lernen steht im Vordergrund der Ferienakademien“, sagt Nadejda Pondeva vom Bildungsbüro der Städteregion. „Wir gehen davon aus, dass Kinder gerne lernen und eine natürliche Neugier haben. Und die wollen wir wecken.“ Das Ziel: Kinder in den naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern fördern und fordern, spielerisch ihr Interesse wecken und dabei auf die Kompetenzen von regionalen Bildungseinrichtungen setzen. Pondeva fasst es so zusammen: „Wir wollen die Städteregion als Bildungsregion profilieren.“

Das Pilotprojekt Ferienakademie ist im Jahr 2011 an zwei Grundschulen in Aachen gestartet und zieht nun immer weitere Kreise. Im vergangenen Jahr kamen Grundschulen in Baesweiler und Alsdorf hinzu. Und in diesem Jahr sind erstmalig auch zwei Eschweiler Schulen an dem Projekt beteiligt. Mit 31.500 Euro fördert die Städteregion die Ferienakademien in diesem Jahr.

Das Konzept hat das Bildungsbüro mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen entwickelt. Mit im Boot sitzen zudem verschiedene Partner, die eine Reihe von kreativen Projekten für Kinder bieten: Der Verein Kinder in Bewegung, das Science Lab, das Science College Overbach und das Theater 99 sind nur einige von ihnen.

Ein nicht zu ersetzender Partner sind die beteiligten Offenen Ganztagsschulen. Nadejda Pondeva vom Bildungsbüro der Städteregion spricht von einer „Ressourcenbündelung“. Während die finanziellen Mittel für das Projekt von der Städteregion kommen, wird die bereits vorhandene Personalstruktur an den Offenen Ganztagsschulen genutzt und bei Bedarf vom Träger – in diesem Fall ist das der Kinderschutzbund Eschweiler – erweitert.

„Es ist wichtig, dass Ferien gestaltet werden, dass Kinder auch etwas erleben“, sagt die Schulleiterin der Don-Bosco-Schule, Ursula Norbisrath. Anne Weisser, pädagogische Leiterin des Eschweiler Kinderschutzbundes, ist überzeugt, dass „der Input, den die Kinder in den Ferien bekommen, viel Zeit hat, sich im Gedächtnis zu verankern“. Und auch Petra Seeger, Leiterin des Amts für Schule, Sport und Kultur der Stadt Eschweiler, spricht von einem „Zugewinn“ für die Schüler im Offenen Ganztag.

Nur 30 Schüler der beiden Schulen können an der zweiwöchigen Ferienakademie teilnehmen. Doch was ist mit den restlichen Schülern? „Uns war wichtig, dass wir für die anderen Kinder auch zusätzliche Angebote schaffen können“, sagt Petra Seeger. Für die restlichen Schüler sei mit Sponsorengeldern ein nahezu äquivalentes Angebot erstellt worden.

Denn es wäre doch schade, wenn nur Celina und Tessa und 28 andere Schüler am Ende der ersten zwei Ferienwochen wissen, warum sich ein dünner Streifen Papier hebt, wenn sie Luft über ihn hinwegblasen und warum zwei Ballons gegeneinander stoßen, obwohl man Luft dazwischen bläst.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert