Faszination des Fremden: Yukama und Numara stellen aus

Letzte Aktualisierung:
Laden ein zum Spiel mit Perspe
Laden ein zum Spiel mit Perspektiven und Kunst-Konventionen: Galeristin Anita Engert (links), Vize-Städteregionsrätin Christiane Karl (2. von rechts) und der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke (rechts), die am Sonntag die Ausstellung „Rund - Rondo” der beiden japanischen Künstler Masaki Yukawa und Koken Nomura (2. und 3. von links) eröffneten. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Ablehnend oder begeistert, verunsichert oder neugierig, wie auch immer die Reaktion schließlich ausfällt, so bleibt doch die Faszination bei allem, was fremd und anders als das ist, was bekannt erscheint.

So wird es vielen auch mit moderner Kunst gehen, erst recht, wenn sie aus einem Land wie Japan kommt, dessen lange Geschichte und nicht zuletzt dessen Sprache völlig andere Perspektiven als unsere traditionellen europäischen besitzen.

Kein Dualismus

Das Spiel mit eben diesen Perspektiven beherrscht der japanische Maler Masaki Yukawa, der gemeinsam mit seinem Landsmann, dem Bildhauer Koken Nomura, in den folgenden sechs Wochen seine Werke unter dem Titel „Rund - Rondo” in der Galerie Art Engert ausstellt.

„Zwei Künstler im Raum. Ost und West treffen sich. Kein Dualismus”, der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke brachte es mit einem Haiku, der traditionellen japanischen Gedichtform, auf den Punkt: Der in Köln lebende und arbeitende Bildhauer Koken Nomura trifft auf den in Wuppertal und Wakayama, Japan, lebenden Masaki Yukawa, beide Künstler verbindet der künstlerische Ursprung Japans mit der Ausbildung in Deutschland.

Kosmos unter dem Mikroskop

Doch wo das europäische Kunstverständnis Gegensätze als treibende Kraft für beispielsweise Dynamik im Bild verwendet, erachtet die japanische Kultur diese Umstände als zwei Enden ein und derselben Sache. So befreit sich der Betrachter von Yukawas Werken auch relativ schnell von den Konventionen der Perspektive sowie des Rahmens, denn beides existiert nicht in seinen Bildern, auf denen kreis- und ellipsenförmige Scheiben im Raum zu trudeln scheinen, scheinbar von einem Raster unterbrochen und einer gewisse Bildtiefe zugewandt, beides jedoch Illusion.

Die ungewöhnliche Farbauswahl läßt an einen Kosmos unter dem Mikroskop denken, auffallend ist vor allem die große Sorgfalt, mit der Masaki Yukawa, der mit diesen Werken unter anderem auch Gast im National Museum of Modern Art in Tokyo gewesen ist, arbeitet.

Bis zum 20. November

Sorgfalt und die Liebe zum Detail assoziiert auch die aus drei vasenähnliche Skulpturen bestehende Papierarbeit „Post-Babel”, welche in jahrelanger Arbeit aus in Origamitechnik gefalteten Briefumschlägen und Postsendungen entstanden ist: Kommunikationsträger als Basis für den Turm zu Babel als Symbol der Sprachverwirrung. Gegensätze oder im Prinzip zwei Seiten derselben Sache?

„Kunst schafft eigene Räume. Sanfte Verfremdung”, so Dr. Dirk Tölke über die Faszination, die „Rund - Rondo” zu Grunde legt. Wer sich dieser anschließen möchte, der ist eingeladen, von Dienstag bis Freitag zwischen 14 und 19 Uhr japanische Kunst in der Galerie von Anita Engert, Wilhelmstr. 73g, zu erleben. Die Ausstellung endet am 20. November.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert