Expressionismus als intellektuelles Abenteuer junger Menschen

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Jülich/Eschweiler. Die Literarische Freitagsvesper verfolgt weiterhin das Thema „Leben in Europa gestern und heute 1914 – 2014.“ Im Rahmen dieser Themenreihe wird der Germanist Klaus Brehm auf den Expressionismus in Politik, Kunst und Literatur eingehen.

Dazu erläutert er: „Der Expressionismus war ein intellektuelles Abenteuer junger Menschen an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Es handelte sich um Menschen, die mehr intuitiv als rational die Sinnkrise der Zeit, die Überkommenheit der tradierten Wertvorstellungen und die Bedrohung durch den Krieg und durch den technischen Fortschritt in teils provokativ-zynischer Art erfassten.

Dieser vorwiegend lyrisch artikulierte Protest der Jugend richtete sich zunächst gegen die zufriedene Sattheit der Vätergeneration, gegen die verkrustete Sprache und gegen einen in Konventionen erstarrten Kulturbetrieb, d. h. gegen den wilhelminischen Bürger schlechthin. Er drückte sich sowohl in der Literatur als auch in der Malerei, in der bevorzugten Wahl antibürgerlicher, bisher tabuisierter Themen aus, wie z. B. die Ästhetisierung des Hässlichen und in neuen Kunstformen.

Die Wirkung dieser häufig politisch sich äußernden Kunstrichtung wurde später durch den Nationalsozialismus verhindert, als ‚entartet’ gewertet und deren Werke verboten und verbrannt. Anhand ausgewählter Beispiele aus Literatur und Malerei soll diese revolutionierende Epoche in ihrer Verschiedenheit der Programme, Stilarten und Persönlichkeiten erläutert und der Zusammenhang zwischen bildhafter Aussage und literarischer Umsetzung veranschaulicht werden.

Die Literarische Vesper findet statt am Freitag, 14. März von 17 bis 20.15 Uhr. Die Gebühr beträgt sieben Euro inklusive einer Vespermahlzeit. Bei Interesse wird um Anmeldung bei der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich, Aachener Straße 13 a, Telefon 02461/99660 bzw. per E-Mail an eeb@kkrjuelich.de gebeten.

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