Europaverein GPB beendet „Belgien-Jahr” mit kulturellem Abend

Von: Andreas Röchter
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Interpretierte James-Taylor-So
Interpretierte James-Taylor-Songs beeindruckend: der belgische Liedermacher Michel Azais, Kopf der Band „Handy Men”. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war ein gelungener Abschluss, der die Vielschichtigkeit des Landes einmal mehr unter Beweis stellte: Ein Jahr lang stand Belgien im Mittelpunkt des Europaforums des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft” (GPB).

Dabei kam auf zahlreichen Veranstaltungen neben der Kultur und der Historie auch die mitunter sehr komplizierte und verworrene politische Situation sowie die Gegensätzlichkeit der Regionen unserer westlichen Nachbarn zur Sprache.

Musikalische Grüße

Am Dienstagabend stand aber noch einmal die Kultur im Vordergrund. Im Bistro de Ville präsentierte die GPB-Geschäftsführerin Annelene Adolphs wallonische und flämische Geschichten. Darüber hinaus gestaltete die belgisch-deutsche Band „Handy Men” den Abend, der unter der Überschrift „Belgique: Ballades, Chansons, Litérature, Interpréte” stand, musikalisch mit Cover-Songs des amerikanischen Songwriters James Taylor.

„Es ist für uns eine große Ehre, in diesem festlichen Rahmen Belgien repräsentieren zu dürfen”, begrüßte der belgische Liedermacher Michel Azais, Kopf der Band „Handy Men”, seine Zuhörer in französischer Sprache, um zum Auftakt gemeinsam mit dem Aachener Gitarristen und Sänger Norbert Bednarek, der belgischen Sängerin Julie Compagnon, Semifinalistin des Wettbewerbs „The Voice Belgique”, und seinem Sohn Raphael Pire (Percussion) den Song „That´s why I´m here” anzustimmen.

Der GPB-Vorsitzende Peter Schöner begrüßte anschließend neben zahlreichen Gästen mit Armand Marchal auch den Generalkonsul Belgiens. „Die Menschen in Eschweiler und der Region Aachen leben in unmittelbarer Nähe zu Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und auch Frankreich. Doch was wissen wir wirklich über diese Länder und ihre Bewohner?”, stellte der Vorsitzende eine Frage in den Raum. „Wir müssen daran arbeiten, die Menschen besser kennen zu lernen”, so seine Forderung.

Der Weg zum gegenseitigen Verständnis sei aber noch weit. „So lange nicht die Vereinigten Staaten von Europa gebildet worden sind, wird es nicht funktionieren”, lautete sein recht pessimistischer Ausblick. „Die Nationalstaaten wollen ihre Rechte nicht abgeben und handeln in erster Linie jeweils im eigenen Interesse”, kritisierte Peter Schöner. Die Mitglieder der GPB fühlten sich aber den Ideen Schumans und Monnets unmittelbar verbunden. „Wir firmieren als Europaverein und verfolgen das Ziel, Menschen zusammenzubringen. Packen wir es an, bilden wir Europa”, schloss Peter Schöner seine Ausführungen mit einem Appell.

Generalkonsul Armand Marchal zeigte sich beeindruckt: „Ich bin froh, Gast einer Gesellschaft zu sein, die Europa in den Vordergrund stellt. Und dies gerade in den Zeiten der Krise.”

Anschließend gab Annelene Adolphs einen kurzen Rückblick auf die Historie der südlichen Niederlande, die nach der Revolution im Jahr 1830 zum unabhängigen Staat Belgien wurden. Und dieser hat einiges an Gechichte(n) zu bieten. So stellt sich die Frage, ob Arlons oder Tongeren die älteste Stadt des Königreichs ist. Auch Karl der Große machte die eine oder andere bemerkenswerte Erfahrung mit den Vorfahren der Wallonen und Flamen. Per Power-Point-Präsentation konnten sich die Gäste darüber hinaus auch an Landschaften, der Architektur Belgiens sowie den Chansons von Jacques Brel erfreuen.

Ergänzt wurden die Programmpunkte immer wieder von den gefühlvoll interpretierten James-Taylor-Songs der Band „Handy Men”. Das Quartett ließ es sich natürlich nicht nehmen, mit „Winter, Spring, Summer or Fall” einen Evergreen zu präsentieren. Ein gelungener Abschluss des „Belgien-Jahres” eben. Und die GPB bleibt in 2012 in der Nachbarschaft: Im laufenden Jahr stehen die Niederlande im Fokus des Europaforums.
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