Eschweiler St.-Antonius-Hospital als Regionales Traumazentrum anerkannt

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Ist aufgrund seiner hervorragenden Ausstattung prädestiniert, als Regionales Traumazentrum zu fungieren: das St.-Antonius-Hospital. Foto: P. Nowicki

Eschweiler. Etwa 38.000 Menschen verunglücken jährlich im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder während der Freizeit und erleiden dabei lebensbedrohliche Mehrfachverletzungen, so genannte Polytraumata. Etwa 20.000 davon versterben noch am Unfallort.

Häufig entscheidet die erste Stunde nach dem Unglück, die so genannte „golden hour of shock”, über Leben und Tod. Die Zeitspanne vom Trauma bis zur Aufnahme in ein Krankenhaus beträgt durchschnittlich etwa 72 Minuten, ein Zeitraum in dem viele Polytrauma-Patienten ihren Verletzungen erliegen.

Schnelle Versorgung

Entweder liegt ein Krankenhaus zu weit entfernt vom Unfallort oder es ist nicht genügend auf die Versorgung Schwerstverletzter vorbereitet, so dass der Rettungsdienst das übernächste Krankenhaus anfahren muss.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat deswegen schon vor Jahren die Schaffung von Trauma-Netzwerken angeregt. Mit Hilfe solcher Netzwerke soll eine schnelle und flächendeckende Versorgung von Schwerstverletzten auf höchstem Versorgungsstandard zu jeder Tages- und Nachtzeit sichergestellt werden. Diese Netzwerke befinden sich in Deutschland noch im Aufbau.

Nach dem Traumanetzwerk Düsseldorf wird jetzt auch ein Trauma-Netzwerk in der Region Stadt und Landkreis Aachen etabliert, indem das St.-Antonius-Hospital als regionales Trauma-Zentrum einen wesentlichen Beitrag leistet. Mit der jetzt erfolgten erfolgreichen Anerkennung als „Regionales Traumazentrum im Trauma-Netzwerk Regio Aachen” hat das Eschweiler St.-Antonius-Hospital ein wichtiges Signal für die regionale medizinische Versorgung Schwerverletzter gesetzt.

Dabei haben sich die hierbei federführenden Fachabteilungen des Hospitals, die Klinik für Unfallchirurgie sowie die Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin, einer interdisziplinären Herausforderung gestellt, die alle strukturellen und medizinischen Kriterien nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zum Regionalen Traumazentrum innerhalb des Trauma-Netzwerks Regio Aachen erfüllen.

24-stündige Bereitschaft

Deshalb haben alle im Trauma-Netzwerk Regio Aachen zusammengeschlossenen Kliniken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Kriterien festgelegt, wonach ein Patient in seinem Heimatkrankenhaus behandelt werden kann oder ob ein Transport in ein regionales oder überregionales Zentrum erforderlich ist.

Neben modernster Ausstattung - etwa der schnellen digitalen Vermittlung von Röntgenaufnahmen - sowie der Gewährleistung eines festgelegten Facharztstandards verpflichten sich die beteiligten Kliniken aber auch zur gemeinsamen Erarbeitung standardisierter Behandlungskriterien und der Teilnahme an speziellen Fort- und Weiterbildungsprogrammen.

„Mit ATLS, das international als Advanced Trauma Life Support bekannt ist, setzen wir auf ein weltweites Ausbildungskonzept, das ein prioritätenorientiertes Schockraum-Management von Traumapatienten lehrt. Dabei geht es darum, ebenso kurzfristig wie genau die Situation des Traumapatienten einzuschätzen, um hieraus nach festgelegten Kriterien schnell über die weitere Behandlung des Patienten zu entscheiden.

Also entweder in einer Klinik der Basisversorgung, beispielsweise dem nächstgelegenen lokalen Traumazentrum - oder je nach Zustand des Patienten in ein regionales Traumazentrum wie dem St.-Antonius-Hospital oder sogar in ein überregionales Traumazentrum,” erklärt Oberarzt Dr. med. Oliver Heiber und erläutert die speziellen Versorgungsstrukturen im St.-Antonius-Hospital: „Aufgrund seiner speziellen Versorgungsstruktur bot das St.-Antonius-Hospital ideale Voraussetzungen für ein Regionales Traumazentrum.

Neben dem hauseigenen Landeplatz für den Rettungshubschrauber und dem Schockraum im Operativen Notfallzentrum verfügt das St.-Antonius-Hospital nicht nur über modernste diagnostische Voraussetzungen, sondern auch über eine Interdisziplinäre Intensivstation mit dazugehörender kardiologischer Soforthilfe-Einheit, der Chest-Pain-Unit.

Zusätzlich gewährleistet das Haus konstant einen Facharztstand mit acht Allgemeinchirurgen, 18 Fachärzten der Anästhesie und Intensivmedizin sowie elf Unfallchirurgen. Dazu bei Bedarf weitere Fachärzte der Bereiche Urologie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie sowie der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

Für die neurochirurgische Versorgung von Schwerverletzten besteht eine vertragliche Regelung mit dem Universitätsklinikum Aachen, welches als Haus der Maximalversorgung die Rolle des Überregionalen Traumazentrums im Trauma-Netzwerk Regio Aachen übernimmt.”

Die teilnehmenden Kliniken im Trauma-Netzwerk Regio Aachen verpflichten sich nicht nur zur Einhaltung der vorgeschriebenen Qualitätsstandards bei der Behandlung von Schwerstverletzten und Polytraumatisierten, sie haben mit der Arbeit ihres Trauma-Netzwerks auch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess angestoßen.

Dazu gehören neben den bereits genannten Versorgungsstrukturen und Weiterbildungsmaßnahmen auch gemeinsame Fallbesprechungen, Qualitätszirkel sowie die freiwillige Verpflichtung zur Behandlungsdokumentation im bundesweiten Traumaregister. Außerdem die regelmäßige Überprüfung und Re-Auditierung durch externe Fachgutachter der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Dieses Qualitätssignal zeigt einmal mehr die kontinuierliche Entwicklung der Klinik für Unfallchirurgie im St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, die in diesen Tagen zudem auch ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

Neben der konsequenten Weiterentwicklung der Traumatologie hat sich diese Klinik in den letzten Jahren auch sehr erfolgreich die orthopädische Chirurgie erschlossen, freut sich Michael Hanke, kaufmännischer Direktor des St.-Antonius-Hospitals: „Dies ergibt sich zum einen aus einer aktualisierten ärztlichen Weiterbildungsordnung und ist zum anderen ganz im Sinne einer hohen medizinischen Qualität, der wir uns auf breiter Basis verpflichtet haben.”
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