Eschweiler - „Eschweiler ist kein Dorado für Gesetzesbrecher”

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„Eschweiler ist kein Dorado für Gesetzesbrecher”

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Auch das ist Teil der groß angelegten Kontrollen, mit denen die Polizei die Indestadt sicherer machen will: Ein Drogenspürhund nimmt ein Fahrzeug unter die Nase.

Eschweiler. Solch ein Andrang herrscht auf dem Parkplatz des Discountmarkts am Ortseingang von Dürwiß gewöhnlich nur an Samstagen, wenn Familien ihren Wochenend-Großeinkauf erledigen. Gestern waren viele von denen, die den Parkplatz ansteuerten, höchst unfreiwillig dort: Die rote Kelle eines Polizeibeamten auf der Jülicher Straße hatte ihnen unmissverständlich den Weg gewiesen.

Dorthin, wo ein gutes Dutzend Beamte ihnen auf die Finger - besser gesagt: die Papiere - schaute.

Die Polizei zeigt Präsenz. Mehr denn je. Aus gutem Grund: Ganz gegen den Landestrend verzeichnet die Polizei in Eschweiler steigende Zahlen bei Wohnungseinbrüchen und Kraftfahrzeugdelikten.

Warum das so ist? Die Polizei verweist auf die äußerst verkehrsgünstige Lage der grenznahen Indestadt mit mehreren Autobahnanschlüssen: Hier können Täter sich blitzschnell aus dem Staub machen.

197 Mal schlugen Wohnungseinbrecher im vergangenen Jahr in Eschweiler zu. Im Jahr davor betrug die Zahl „nur” 126. Und immerhin mehr als die Hälfte der Taten - 102 - geschah am helllichten Tag. Während die Zahl der Autodiebstähle von 26 auf 32 stieg, schnellte die Zahl der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen von 180 auf 279 hoch.

Grund genug, so der Leiter des Kriminalkommissariats in Eschweiler, Robert Savelsberg, keinerlei Wertgegenstände in Fahrzeugen zu lassen. Mobile Navis oder Kameras im Handschuhfach zu verstecken nutze wenig: Immer öfter beobachteten Täter das Geschehen auf Parkplätzen und sähen so, welchen Wagen es zu knacken lohne.

Ähnliches gelte auch für die Einbrüche: Potenzielle Täter baldowern eine Wohngegend aus, ehe sie - dann gut informiert - zuschlagen. Hier helfe neben moderner Sicherungstechnik nur eine funktionierende Nachbarschaft, in der zum Beispiel verdächtige Fahrzeuge sofort der Polizei mitgeteilt werden.

Einer Polizei, der die gestiegenen Deliktzahlen Anlass genug sind, auch ihrerseits einen schärferen Blick auf das Geschehen in Eschweiler zu werfen. „Eschweiler wird kein Dorado für Gesetzesbrecher, das wissen wir zu verhindern”, betont Kripo-Chef Savelsberg. Dies zu verhindern, dazu ziehen sie alle an einem Strang: Beamte der Kripo und der Bereitschaftspolizei, des Verkehrsdienstes, des Bezirksdienstes und der Hundeführerstaffel.

Schon seit Anfang des Jahres gilt Eschweiler die besondere Aufmerksamkeit der Beamten, berichtet Uwe Pasternak, Leiter der auch für Eschweiler zuständigen Polizeiinspektion 2 mit Sitz in Stolberg. Letzteres sei aus polizeifachlicher Sicht kein Nachteil, betont der Polizeidirektor mit Blick auf die immer wieder geäußerte Eschweiler Forderung nach einer rund um die Uhr besetzten Eschweiler Wache. Stolberg und Eschweiler würden in Sachen Streifenbetrieb gleich behandelt, auch nachts sei - wie in Stolberg - hier mindestens ein Streifenwagen vor Ort. „Eschweiler steht Stolberg in nichts nach”, so der Inspektionsleiter.

Mit Beginn dieser Woche hat die Polizei ihr Präsenzkonzept für Eschweiler nun noch einmal intensiviert. Sie setzt in den kommenden Monaten auf intensive Kontrollmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet - so wie gestern vor Dürwiß. In der Hoffnung, dass ihr hier der eine oder andere Einbrecher oder Autodieb in die Falle tappt, dass sie Erkenntnisse über die Routen reisender Täter gewinnt und dass der steigende Kontrolldruck das subjektive Entdeckungsrisiko einzelner Täter so hoch schraubt, dass die lieber die Finger von anderer Leute Eigentum lassen. Neben Kontrollen gehört auch eine verstärkte Streifenpräsenz zum Konzept. Und das gilt nicht nur für uniformierte Beamte, sondern auch für verdeckte Ermittler.

29 Fahrzeuge nahmen die Beamten gestern Nachmittag zwischen 14.30 und 16.20 Uhr unter die Lupe. Dabei kontrollierten sie 39 Personen. Gegen fünf von ihnen wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet, zwölf mussten ein Verwarnungsgeld bezahlen.

Die Verstöße: Handytelefonate, Tempoüberschreitung, Fahren ohne Sicherheitsgurt. Ein Alkotest verlief ebenso negativ wie zwei Suchen von Drogenspürhunden nach Betäubungsmitteln.

Einbrechern einen Riegel vorschieben

Wohnungseinbrüche und - vor allem - wie man sich davor schützen kann, sind auch eines der herausragenden Themen des Kommissariats Vorbeugung. Die Beamten des KK44, wie es im Polizeijargon kurz heißt, stehen jedem Interessenten kostenlos als neutrale Berater zur Verfügung.

Bei hilfebedürftigen und älteren Mitbürgern geben sie auch gerne direkt vor Ort Tipps, wie Bürger sich und ihr Eigentum besser schützen können. Zu erreichen ist das in der Aachener Jesuitenstraße 5 untergebrachte Kommissariat Vorbeugung unter 0241/9577-34400.

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