Eschweiler Helfer im Dauereinsatz gegen die Wassermassen

Von: Patrick Nowicki und Tobias Röber
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Die Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz und füllten zahlreiche Sandsäcke.
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Sie bildeten unter anderem am Blausteinsee ein Wasserbarriere, wo das Nass die Böschung hinab Richtung Seezentrum strömte. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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An eine überflutete Straße „Im Felde“ hat man sich in Hehlrath inzwischen gewöhnt. Sie wurde am Dienstag gesperrt. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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Auch auf anderen Straßen stand das Wasser hoch.
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Abgesackt: Die Wassermassen rissen an der Jülicher Straße eine Böschung mit und knickten dabei den Zaun.
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Land unter: An Fußball war Dienstag im Lohner Stadion nicht zu denken.
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Sturzbach: Hier fließt das Wasser von einem Feld bei Lohn ab.

Eschweiler. Die Menschen in Eschweiler schlagen inzwischen bei jedem Wolkenbruch die Hände über den Kopf zusammen. „Ich habe gestern schon den Keller voller Wasser gehabt, jetzt schon wieder“, sagt eine Frau in Fronhoven, während Feuerwehr, Familie und Nachbarn helfen, die Räume leer zu pumpen.

Das Gewitter am Nachmittag reichte wieder, um zahlreiche Häuser unter Wasser zu setzen. Auch nach den letzten Regentropfen bleibt die Feuerwehr in Alarmbereitschaft. „Das nächste Gewitter ist schon angekündigt“, berichtet Axel Johnen.

Der Eschweiler Wachleiter kann sich an eine solche Vielzahl von Starkregenereignissen nicht erinnern. „In dieser Häufigkeit ist dies sicherlich ungewöhnlich“, sagt er und blickt mit Sorge auf die zahlreichen Wehrleute, die seit Tagen im Dauereinsatz sind und kaum zur Ruhe kommen. Dienstag waren ebenfalls wieder an die 100 Retter unterwegs, unterstützt von den Helfern des THW. „Manche von ihnen kommen von der Arbeit zum Einsatz und müssen nochmal für einige Stunden ran“, zollt er seinem Team Respekt.

Dass Ortschaften in Eschweiler in den vergangenen Jahrzehnten bei starken Regen unter Wasser standen, ist hingegen nicht außergewöhnlich. Der Wasserverband Eifel-Rur hat seine Rückschlüsse aus den Überflutungen gezogen: Am Ortsrand von St. Jöris, in Gressenich, zwischen Volkenrath und Nothberg und vor Heistern wurden große Rückhaltebecken für einige Millionen Euro gebaut. Mit Erfolg: St. Jöris und Nothberg sind seitdem verschont geblieben.

Die Schwerpunkte der Einsätze lagen auch Dienstag im Norden der Stadt, in Lohn, Fronhoven und Dürwiß. Auch das Gewerbegebiet Königsbenden, das sehr tief liegt, war betroffen. Allerdings nicht in dem Maße wie noch einen Tag zuvor. Ein Gartenmarkt stand teilweise einen halben Meter hoch unter Wasser. Am Blausteinsee mussten die Arbeiten unterbrochen werden – wegen Dauerregens. Dort drohte das neue Restaurant vollzulaufen, weil die Böschung dort noch nicht bepflanzt ist und die Wassermassen in Sturzbächen den Hang hinunterflossen. Mit Sandsäcken und einem Graben will man die Fließrichtung nun vorgeben, um die Gebäude zu schützen. Architekt Ralf Scholl, der das Restaurant am See entwarf und den Bau betreut, schaute zwar besorgt drein, gab aber gleichzeitig Entwarnung: „Es ist kein Wasser ins Gebäude gelangt.“ Am Freitag soll das Restaurant schließlich eröffnet werden.

Auch Dienstag waren wieder Straßen gesperrt. Die Menschen in Hehlrath haben sich inzwischen daran gewöhnt, dass die Straße „Im Felde“ bei Gewitterregen unpassierbar ist. Befahrbar war hingegen wieder die Jülicher Straße. Kurz hinter der Großsportanlage Richtung Lohn war ein Teil des Radweges unterspült worden und eingestürzt. Am Morgen wurde eine Spur wieder freigegeben, wenige Stunden später war die Straße wieder komplett befahrbar.

Das Wetter lässt auch viele Vereinsvertreter sorgenvoll gen Himmel blicken. Derzeit ist der FC Rhenania Lohn Leidtragender. Am Dienstag glich der Fußballplatz eines Seenlandschaft. Das für den Abend angesetzte Spiel im Rahmen des Blausteinseecups, Baesweiler gegen den SV Kohlscheid, wurde kurzfristig abgesagt (siehe „Kurz notiert“). Am Freitagabend soll die „Music Night“ unter freiem Himmel im Stadion stattfinden. Bis dahin, so hofft der Vorsitzende Hans Krahe, werden die Pfützen verschwunden sein. Schließlich soll die Party im Trockenen steigen. Für den Verein mit seinen rührigen Ehrenamtlern sind das Turnier und der Party-Abend wichtige Einnahmequellen. „Am Wochenende scheint die Sonne“, übt sich Krahe in Zweckoptimismus. Zu gönnen ist es ihm und seinen Helfern.

Als am späten Nachmittag der Regen eine Pause einlegte, nutzten auch die Feuerwehrleute die Zeit, einmal durchzuschnaufen. In der Wache stand Verpflegung nach anstrengenden Stunden bereit. Auch Bürgermeister Rudi Bertram schaute vorbei. Der Verwaltungschef wurde auch von Betroffenen angeschrieben. „Allerdings waren die Mails sehr sachlich“, sagt er. Wo die Stadtverwaltung helfen kann, dort will sie tätig werden. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Menschen in Nothberg fast ihr gesamtes Hab und Gut durch Wasser und Schlamm verloren haben.“ Damals habe die Stadt ein Grundstück erworben und eine Sickergrube bauen lassen, um die Häuser zu schützen. Wie sich die Menschen fühlen, wenn der Pegel steigt, kann Bertram nachvollziehen. Auch die Tiefgarage des Rathauses sei einmal vollgelaufen. „In dieser Woche schaute ich immer mit Sorge auf jede Wolke.“ Bisher kann noch niemand den Schaden beziffern. Städtische Gebäude waren kaum betroffen.

Alarmbereitschaft

Besorgt blickten auch die Feuerwehrleuten gen Himmel, die am Abend weiter unter Alarmbereitschaft blieben. Die Verschnaufpause nutzten sie, um weitere Sandsäcke zu füllen und zu laden. Wenn der nächste Schauer kommt, wollen sie schließlich vorbereitet sein. Darum wurden extra fünf weitere Kubikmeter Sand geordert, weiterer Nachschub ist möglich. Zwischendurch geht der Blick immer wieder auf den Regenradar. Immerhin sagt der Wetterbericht für die kommenden Tage Besserung voraus.

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