Eschweiler - Erwin Martinett: Die Kirchenmusik gibt in seinem Leben den Ton an

Erwin Martinett: Die Kirchenmusik gibt in seinem Leben den Ton an

Von: pan
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Seit vier Jahrzehnten sitzt er auf der Orgelbank der Indener Pfarrgemeinde: Der Dürwisser Erwin Martinett hat sich der Kirchenmusik verschrieben. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wenn der Dürwisser Erwin Martinett sein schwarzes Sakko überstreift, sagt seine Enkelin Marcella: „Opa zieht den Arbeitsanzug an.” So ganz unrecht hat die Fünfjährige nicht, denn ihr 64-jähriger Großvater arbeitet nebenberuflich als Organist.

Bei Beerdigungen ist der schwarze Anzug darum Pflicht. Am 1. April kann er auf eine besonderen Jahrestag zurückblicken: Vor 40 Jahren übernahm er das Amt des Organisten in der damaligen Gemeinde Inden, die in die heutige Pfarrgemeinde St. Clemens und St. Pankratius Inden-Altdorf aufgegangen ist. Und noch immer drückt er die Orgeltasten.

„Es macht mir immer noch unglaublichen Spaß”, gesteht er. Auch nach vielen Jahrzehnten. Die Musik trat schließlich schon früh in sein Leben. Im zarten Alter von neun Jahren erlernte er das Akkordeonspiel und stieg mit 13 Jahren auf die Orgel um. Privat nahm er Unterricht beim langjährigen Dürwisser Organisten und Chorleiter Ludwig Hellenthal.

Erste Messe in Fronhoven

Seine erste Messe, die er musikalisch mitgestaltete, ließ nicht lange auf sich warten: In der Filialkirche St. Josef in Fronhoven begleitete er acht Jahre lang die Gottesdienste. Als er diese Tätigkeit begann, war er gerade 16 Jahre alt. Der kleine Ort im Kirchspiel musste dem Tagebau weichen.

Und just in dieser Zeit war auch die Funktion des Organisten in der Indener Pfarre unbesetzt. „Ich weiß noch genau, was ich dort vorspielen sollte: Singt dem König Freudenpsalmen”, erinnert sich Martinett. Die Feuertaufe bestand er. Der damalige Pastor Leonard Schweiß war sofort angetan und meinte nur: „Alles klar, sie können am Sonntag anfangen.” Dieser Sonntag war der Psalmsonntag 1971, der 1. April.

Seitdem blieb er der Pfarre treu, erlebte, wie mit Inden ein weiterer Ort weggebaggert wurde, und spielt seit September 1998 die Orgel in der neuen Pfarrkirche St. Clemens und St. Pankratius Inden/Altdorf. Dass er diese Tätigkeit nebenberuflich übernehmen konnte, verdankt er auch seinem Arbeitgeber.

Erwin Martinett war in der Fahrbereitschaft des Tagebaus beschäftigt. „Für die Gottesdienste in Inden wurde ich meistens freigestellt, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass der Ort einmal weggebaggert werden sollte”, meint Martinett.

Seit elf Jahren befindet er sich im Vorruhestand, in wenigen Tagen vollendet er das 65. Lebensjahr und wechselt ins Rentnerdasein.

Konzerte für Senioren

„Ohne meine Familie hätte ich das alles so nicht machen können”, lobt Martinett. Ob Sonntage oder Feiertage - immer finden Gottesdienste statt, die der Organist begleiten muss. Nicht zu vergessen Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Manchmal hilft der Dürwisser auch in anderen Pfarren aus. So bedient er auch schonmal die Orgeln in der Kapelle des Krankenhauses und in der Pfarrkirche St. Silvester in Lohn.

Auch die Bewohner des Ago-Seniorenzentrums erfreuen sich an den Klängen Erwin Martinetts. „So lange es meine Gesundheit zulässt und ich noch kann, möchte ich weitermachen”, will er sich weiter der Kirchenmusim verschreiben.

Die Pfarre Inden-Altdorf wird Erwin Martinett mit einer Messe für 40 Jahre als Organist danken. Sie findet am Sonntag, 3. April, um 11 Uhr statt.
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