Erschöpfte, aber glückliche Neupilger

Von: Julia Meuser
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„Wir schreiten dahin mit wachsender Kraft“: Unter diesem Motto machten sich 13 Neupilger aus Eschweiler und Umgebung auf nach Kevelaer. Unser Foto zeigt die Prozession von der Pfarrkirche St. Antonius zur Gnadenkapelle. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Jung und Alt aus Eschweiler und Umgebung begaben sich am Mittwoch auf den Weg zum Wallfahrtsort Kevelaer, um dort Verwandte, Bekannte und Freunde zu besuchen, die anders als sie nicht mit dem Bus oder Auto die rund 105 Kilometer lange Strecke bestritten hatten, sondern zu Fuß.

Bereits am frühen Sonntagmorgen hatten sich die 130 Pilger nach der Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Peter und Paul auf den Weg gemacht. Nach einer Mittagspause in Floßdorf, wo das erste Kevelaerzeichen der diesjährigen Wallfahrt an der Pfarrkirche St. Hermann-Josef eingesegnet wurde, erreichten sie gegen Abend ihr Tagesziel Houverath, bevor es am nächsten Tag früh weitergehen sollte.

Eine Kerze entzünden

Über Wegberg und Dilkrath erreichten sie schließlich Hinsbeck und am Dienstag war es dann so weit: Gegen 15 Uhr zogen sie in die Kerzenkapelle in Kevelaer ein. Man umarmte, beglückwünschte und freute sich, diesen Weg gemeinsam bestritten zu haben. Manch einer nutzte die Gunst der Stunde, um für das jeweilige Anliegen, das er in diesen Tagen mit sich getragen hatte, eine Kerze zu entzünden.

Während der Abendmesse in der Maria Königin Kapelle wurde den 13 Neupilgern schließlich ihr Pilgerkreuz verliehen. Im Anschluss feierten die Pilger im Hotel „Goldener Schwan“, unter anderem natürlich die diesjährigen Jubilare. Zum 25. Mal auf ihrem Weg nach Kevelaer waren in diesem Jahr Maria Schöbben, Daniel Wartha, Dr. Margret Franke und Ingrid Flintdrop.

Am Mittwoch reisten nun zahlreiche Frauen und Männer ebenfalls zum Marienwallfahrtsort, um gemeinsam mit den erschöpften, aber glücklichen Pilgern in der voll besetzten Pfarrkirche St. Antonius die Pilgermesse zu feiern.

Zelebriert wurde der Gottesdienst von Pfarrer Dr. Andreas Frick, unterstützt von Pfarrer Peter Müllenborn, der 17 Jahre lang die Kirche in Eschweiler und die Wallfahrt nach Kevelaer prägte, und Pfarrer Peter Pütz sowie den Diakonen Züll und Schlicht.

Pfarrer Dr. Andreas Frick machte im Laufe des feierlichen Gottesdienstes bewusst, dass sie ganz nach dem Wallfahrtsmotto „Wir schreiten dahin mit wachsender Kraft“ zwar müde und platt seien, jedoch auch die Ahnung gewachsen sei, Gott besser zu verstehen, die Liebe besser zu verstehen.

So habe Papst Franziskus zum Abschluss des Weltjugendtages an der Copacabana in Rio de Janeiro gesagt: „Geht! Ohne Furcht! Dient!“ Und weiter: „Lernt zu lieben, mischt euch ein, mischt die Welt und die Kirche auf.“ Jeder, der in der Liebe bleiben wolle, müsse immer wieder neu lernen, sich aufmischen lassen und selber aufmischen, denn wo auch immer dominiert wird, gehe die Liebe kaputt.

Nach der Pilgermesse zog die Prozession der Gläubigen zur Gnadenkapelle, um dort gemeinsam ein letztes Gebet zu sprechen, bevor sich die Menge verteilte. Um 14 Uhr begaben sich schließlich viele der Gläubigen auf den Kreuzweg.

„Die Pilger sind alle gesund, wohlbehalten und fröhlich in Kevelaer angekommen“, sagte Präfekt Franz-Josef Dittrich lächelnd und fügt zufrieden hinzu, dass die gesamte Wallfahrt sehr harmonisch verlaufen sei.

Und auch Pfarrer Dr. Andreas Frick sagte, die Wallfahrt habe „etwas Leichtes, Frohes“. Für ihn sei dies die siebte Wallfahrt nach Kevelaer und zugleich die leichteste gewesen.

Denn beide sind sich sicher, mit dem Wetter Glück gehabt zu haben. Zwar habe es am Sonntag ein wenig geregnet, wegen der überwiegend trockenen Luft und der angenehmen Wärme sei die Fußpflege aber nicht ganz so gefragt gewesen wie in den letzten Jahren.

Am Donnerstag brachen die Pilgerinnen und Pilger dann auch schon wieder auf. Nach einem letzten Gebet an der Gnadenkapelle führte sie ihr Weg über Straelen. Dort wurde am Wegkreuz das zweite Kevelaerzeichen eingesegnet. Dann ging es weiter nach Hinsbeck, Amern und Houverath, bis sie schließlich heute Nachmittag in in Eschweiler einziehen werden.

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