„Erlösung leicht gemacht” mit Fatih Cevikkollu

Von: ista
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Fatih Cevikkollu im Talbahnhof
Mit spitzer Zunge und viel Selbstironie begeisterte Fatih Cevikkollu im Talbahnhof. Foto: Kristina Mönch

Eschweiler. Vor einem fast ausverkauften Talbahnhof bewies Fatih Cevikkollu, wie gut Integration funktionieren kann. Bereits zum zweiten Mal gastierte der kölsch-türkische Komiker in Eschweiler und trainierte auch diesmal die Lachmuskeln seines Publikums.

Das wird schon gleich zu Beginn seines Auftritts akustisch Zeuge eines Unfalls, der ihn direkt in den Himmel zu Gott zu bringen scheint. In seinem Programm „Fatih unser! Erlösung leicht gemacht” versucht er mit Engelszungen Gott zu überreden, ihn doch wieder auf die Erde zurückzuschicken. Denn in diesem Nichts des Seins scheint er sich zu fühlen, als stünde er bei „Deutschland sucht den Superstar” im Recall vor Dieter Bohlen.

Tot, nein, das kann nicht sein! Schließlich war Fatih gerade erst im Urlaub, in dem er sich erfolgreich einen Waschbärbauch angefuttert hat. Doch damit entspricht er leider nicht dem medial vermittelten Bild. Denn so ein Zuckerspoiler unter dem Kinn lässt Frauen nun wahrlich nicht an George Clooney denken, wenn sie Fatih sehen. Immerhin, der unumgängliche Besuch im Fitness-Studio bringt endlich Klarheit darüber, was die Pisa-Studie tagsüber so treibt.

In den Knast - zur Weiterbildung

In seiner Rückbesinnung auf sein bisheriges Leben wird Heidi Klum dann auch zum Knochenkarussell umbenannt, das ihm so gar nicht gefällt. Denn Fatih „will was zum Anpacken.” Aber so eine Frau wie Angela Merkel muss es dann doch nicht sein. Fatih Cevikkollu nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über seine Politikverdrossenheit und seine Figurprobleme spricht. Ob Gott sich so umstimmen lässt?

Dabei muss Fatih doch noch auf Erden beweisen, welch gutes Beispiel gelungener Integration er darstellt. Er ist gegen die Zwangsehe, aber in der Redaktion von „Bauer sucht Frau” bricht stattdessen Panik aus. Und auch sein Hausbau auf Erden will weiter betreut werden. Schließlich hat er doch gerade erst die Spezies „Handwerker” kennengelernt. Irgendwie ist dieses einseitige Reden mit Gott wie ein Internetzugang. „Denn im Internet ist Identität eine Behauptung”. Dabei lassen sich offline doch die Menschen treffen, die man online gar nicht finden würde.

Auf der Bühne schlüpft der Kölner Comedian und Schauspieler Fatih Cevikkollu auch in die Rolle vom kölschen Autoknacker H-W, der seinen Sohn lieber im richtigen Gefängnis sieht als im Jugendknast, damit er sich unter den harten Jungs beruflich weiterbilden kann. Doch der Deal mit Gott geht auf. Fatih darf zurück auf die Erde und gibt sich am Ende seines Auftritts in Eschweiler als ein Star zum Anfassen und Fotografieren.
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