Erik Meijer: Ein Sympathieträger am Streckenrand

Von: Michael Cremer
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Nur der Rosenmontagszug ist no
Nur der Rosenmontagszug ist noch anstrengender als die „Zehn Kilometer von Dürwiß”: Davon ist zumindest die 7. Korporalschaft der KG Narrengarde überzeugt, die die Läufer lautstark anfeuerte. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Als Erik Meijer am Samstagabend kurz vor 21 Uhr von Dürwiß aus in Richtung Heimat losfuhr, wirkte er ein wenig geschafft. Zwar hatte er als Schirmherr der „Zehn Kilometer von Dürwiß” die 1:3-Pleite am Vorabend auf St. Pauli für einige Stunden verdrängen können, doch schon im Auto werden ihn die Sorgen um die Alemannia wieder eingeholt haben.

Zuvor hatte Aachens Sportlicher Direktor bei seinem Auftritt in Dürwiß mit Witz und Charme für gute Laune gesorgt und sich so gezeigt, wie man ihn kennt: als Sportsmann mit Bodenhaftung.

Es war die 28. Auflage des Volkslaufs, der seit 1997 als die „Zehn Kilometer von Dürwiß” großes Ansehen in Läuferkreisen genießt. Das liegt nicht nur an der perfekten Organisation, sondern auch am Volksfestcharakter, den Sportler und Zuschauer gleichermaßen schätzen. Vom ganz eigenen Charme des Dürwisser Sportereignisses konnte sich am Samstag auch Erik Meijer überzeugen. Nach seiner Ankunft am späten Nachmittag machte er sich gleich mit Jürgen Hagel vom Vorplatz der Sparkasse auf, um die Strecke zu begehen. Weit kamen Meijer und der Vorsitzende des SV Germania nicht. Unterwegs blieben sie immer wieder stehen, denn Autogramme waren ebenso gefragt wie ein schnelles Foto mit Aachens Manager. Dem machte es sichtlich Spaß, sich mit den Zuschauern zu unterhalten, die am Streckenrand Party machten.

So wie Familie Krahe, die vorm Haus an der Konrad-Adenauer-Straße mit Freunden und Nachbarn feierte. Alle waren einen Moment lang baff, als sie erkannten, wer ihnen da gerade ein freundlich-lautes „Hallo” zugerufen hatte. Meijer versäumte es nicht, zum Hausherrn zu gehen, der hinten vor der Garage am Grill stand und vom Überraschungsgast per Handschlag begrüßt wurde: „Hallo Friedel, wie geht´s?” „Gut. Und wie geht´s der Alemannia?” „Demnächst auch wieder gut.” Alle lachten.

Dann drängte die Zeit, denn Meijer musste zurück zur Nagelschmiedstraße, wo er wenig später die Inlineskater auf die Strecke schickte. Auf dem Festplatz vor der Sparkasse wurde er schon erwartet. Dort schrieben er und Kevin Kratz fleißig Autogramme und ließen sich mit Fans ablichten.

Es folgte Streckenbesichtigung Nummer zwei, diesmal im Fahrzeug, das der Germane Franz-Josef Dickmeis über den Rundkurs steuerte. Nach einem Abstecher zur Läuferparty beim früheren Vorsitzenden des FC Germania, Franz Heinen, ging die Fahrt zur Partymeile Steinacker. Und dann ging es ans Autogrammeschreiben - alles musste herhalten: Pappteller, Bierdeckel und sogar Oberhemden.

Wie beliebt Aachens frühere Nummer 11 noch immer ist, zeigte sich auch auf der großen mobilen Bühne am Festplatz, wo Jürgen Hagel unter anderem Bürgermeister Rudi Bertram und die beiden Alemannen offiziell willkommen hieß. Dort, eine halbe Stunde vor dem Hauptlauf, an dem Meijer teilnahm und den Kevin Kratz starten sollte, machte Jürgen Hagel kurz den Stadionsprecher: „Wir begrüßen den Läufer mit der Nummer 11, Eriiik?” „Meijer”, schallte es zurück. „Aber da fehlt noch was?” „Fußballgott!” „Genau!”

Das einzig Betrübliche an diesem Samstag war der Regen, der vor dem Hauptlauf einsetzte und nicht mehr enden wollte. Angesichts der äußerst widrigen Bedingungen war die Siegerzeit, die Eddy Vandebutte aus Malmedy hinlegte, beachtlich: Für die 10 Kilometer unter Aquaplaning-Bedingungen benötigte er 32 Minuten und 11 Sekunden. Auch vier weitere Läufer, allesamt von der Aachener TG, blieben unter 33 Minuten. Zuvor waren die Bambini, die Kinder und Schüler, die Teilnehmer des Jedermannlaufes und die Inliner auf die Stecke gegangen. Die Rollsportler, die es auf dem nassen Straßenbelag besonders schwer hatten, blieben zum Glück von Unfällen verschont.

Trotz des Regens erlebten Läufer, Zuschauer und auch die vielen Helfer des SV Germania Dürwiß wieder ein rundum gelungenes Sportfest, das in diesem Jahr dann eben nicht mit einer „After-Run”-, sondern einer „After-Rain”-Party ausklang. Jürgen Hagel dankte den vielen Germanen und den Helfern des Roten Kreuzes, die an diesem Tag und auch zuvor viele Stunden im Einsatz waren, und er dankte den Sponsoren, die die Veranstaltung erst möglich gemacht hatten.

Gefreut hat die Germanen auch, dass Peter Borsdorff wieder viele Kilometer für die Aktion „Running for Kids” unterwegs war und fleißig Spenden sammelte, von denen 500 Euro erneut an den Clara-Fey-Kindergarten in Kinzweiler gehen. Insgesamt hat Borsdorff schon fast 490 000 Euro für Kinder erlaufen.

Viel gelaufen ist auch Erik Meijer am Samstag. Die 10 Kilometer legte er in 44:55 Minuten zurück und war damit deutlich schneller, als erwartet. Im Vorfeld hatte er eine Zeit „um die 50 Minuten” geschätzt. Zu dieser Leistung hat mit Sicherheit die tolle Atmosphäre in Dürwiß beigetragen und die Tatsache, dass die Familie ihn am Streckenrand angefeuert hat: Seine Frau Sandra, sein Neffe Kai und seine Nichte Demi wollten sich das Ereignis in Dürwiß auf keinen Fall entgehen lassen.
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