Ergreifendes Vermächtnis eines sensiblen Musikers

Von: Patrick Nowicki
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Erinnern mit einer CD an ihren
Erinnern mit einer CD an ihren kürzlich verstorbenen Freund, den stadtbekannten Musiker Ralf Burczyk: Uli Lewonegg, Paul Santosi und Mike Ruck. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Bei seiner Familie, seinen Freunden und musikalischen Begleitern, ja in der ganzen Eschweiler Musikszene hat er eine große Lücke hinterlassen: Ralf Burczyk, der im Alter von 47 Jahren im Februar gestorben ist. Mit dem von ihm getexteten Stadtsong „Eischwiele City” bleibt er in ganz Eschweiler in Erinnerung.

Für echte Fans und Freunde gestalteten Paul Santosi, Wolfgang Monger, Uli Lewonegg und Mike Ruck jetzt eine CD mit Aufnahmen aus den letzten Lebensmonaten des Sängers und Komponisten.

Tief ins Seelenleben

Der Titel „Typisch Ralf” ist gleichzeitig Programm, denn selten ließ Ralf Burczyk so tief in sein Seelenleben blicken wie auf den Songs dieses streng limitierten Silberlings. Sicherlich ist auch dies ein Grund, warum das Werk in keinem Musikladen zu kaufen ist. Wer die Songs kennen lernen will, der kann die Scheibe bei Paul Santosi erhalten.

Schließlich soll die Musik nicht im CD-Schrank verstauben, sondern man soll genau zuhören. Vielleicht noch genauer, als sonst, denn Burczyk wusste schon von seiner schweren Krankheit, als die Lieder entstanden und im Bandstudio der Grenzgänger aufgenommen wurden. „Wenn man sich im nachhinein die Texte anhört, dann klingen sie anders”, meint Mike Ruck.

Er ist Mit-Initiator der CD, Fan und Freund Ralf Burczyks. Regelmäßig informierte er sich auch mit dem Internet über die Grenzgänger. Schließlich kam die Idee, unveröffentlichte Werke zu sichern: „Sonst ist das musikalische Vermächtnis verloren”, nennt er eine Motivation, die Produktion zu übernehmen.

Die verbliebenen Grenzgänger waren sofort angetan und stellten die Stücke zusammen. Auch Paul Santosi, der selbst einmal zu der in den 80er Jahren regional sehr erfolgreichen Band gehörte, stieß hinzu. In den vergangenen Wochen entstand so die CD „Typisch Ralf”.

Für Uli Lewonegg, Gitarrist und Urgestein der Grenzgänger, ist dies auch eine Form der Trauerbewältigung: „Wir können immer noch nicht verstehen, dass Ralf nicht mehr bei uns ist, es kam so plötzlich.” Lange hatte Ralf Burzcyk seine tückische Krankheit verschwiegen. Stattdessen wurde geprobt wie immer.

Die Grenzgänger hatten nämlich ein Ziel - eine neue CD sollte veröffentlicht werden. Dazu kam es nicht mehr. Doch sechs Songs auf „Typisch Ralf” stammen aus dieser Zeit, aus den Monaten März 2009 bis Mai 2010. Zwei weitere Titel steuerte Paul Santosi bei, der mit Burczyk in den Jahren 2001/2002 ebenfalls Stücke aufgenommen und für die CD neu gemixt hat.

Hörenswert ist das Ergebnis allemal. „Ralf war einer der sensibelsten Menschen, die ich kenne. Und das kam auch immer wieder in seinen Songtexten zum Ausdruck. Für mich war er ein großartiger Geschichtenerzähler und er selbst wusste auch immer genau, wovon er in seinen Texten sprach, denn er war 100 Prozent authentisch”, beschreibt Wolfgang Monger seinen langjährigen Grenzgänger-Frontmann.

So hinterlässt Burczyk der Nachwelt nachdenkliche Songs, als „Cowboy” schwingt er sich in den Sattel des Lebens, nimmt die Hörer bei „Ongerwähs” mit auf die Reise und fragt: „Weeste wirklich, wohin et jeht?” Wer bei „Leckensamasch” ein wütendes Fazit erwartet, der wird überrascht. „Et Leave es schön”, singt Ralf Burczyk, zu diesem Zeitpunkt wissend, dass er es selbst nicht mehr lange genießen kann.

100 Exemplare von „Typisch Ralf” wurden produziert, die meisten Exemplare wurden an Freunden, Fans und Familienmitgliedern verteilt.

Wer an der CD interessiert ist, kann sie mit etwas Glück bei Paul Santosi erhalten. Es sind noch wenige Silberlinge zu bekommen. Santosi ist unter 979150 oder per Mail unter info@santosi.de zu erreichen.
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