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Energiekosten: Rechnen Sie mit dem Schlimmsten

Von: Paul Santosi
Letzte Aktualisierung:
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Auch Gerd und Michael Zimmermann sehen jede Menge Optimierungsbedarf bei veralteten Heizungsanlagen.

Eschweiler. Experten und Unternehmensberater kosten oft zunächst mal Geld, bevor sie eventuell Kosten einsparen helfen. Ganz anders durften sich da die Besucher des 3. Energiespartages fühlen, der am Samstag zwischen 11 und 13 Uhr im Rathaus stattfand.

Sie nämlich erhielten vollkommen kostenfrei Tipps zum Thema Energiekostensenkung bei Altbauten durch Architekten, Privatfirmen und die Verbraucherzentrale NRW.

Der Bedarf ist groß: Angesichts ständig steigender Energiepreise überlegt so mancher Hausbesitzer, mit welchen sinnvollen Maßnahmen Kostensenkungen machbar sind. Nur etwa 10 bis 12 Prozent der Heizungen in der Region entsprechen dem Stand der Technik. Leider wird erst dann modernisiert, wenn Grenzwertüberschreitungen oder Defekte keine andere Wahl lassen.

Architekt Heinz Discher, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW, gehört zu den ausgewiesenen Fachleuten, an den sich in den vergangenen Jahren im Schnitt etwa 400 bis 500 Besucher des Energiespartages in Eschweiler wendeten. Kein besonders großer Zuspruch, denn in Stolberg geht die Zahl der Ratsuchenden bei ähnlichen Veranstaltungen bereits in die Tausende. Und angesichts der 100.000 Haushalte im Kreis insgesamt erschreckend wenig.

Fördermittel

„Viele Hausbesitzer scheuen die anstehenden Investitionen. Für Heizungsmodernisierung und Wärmeschutzmaßnahmen für Dach, Fenster, Wand und Keller kommen schon mal gut und gerne 30.000 bis 50.000 Euro zusammen. Das schreckt zunächst mal Viele ab, obwohl sich diese Investitionen schon nach einigen Jahren wieder amortisieren. Und Fördermittel gibt´s ja auch noch”, so Heinz Discher. Aber gerade bei der staatlichen Förderung ändern sich leider die Rahmenbedingungen ständig. Ein Grund mehr sich über die aktuellen technischen und finanziellen Chancen beraten zu lassen.

Die Angebotspalette am Samstag reichte von Ingenieur-Dienstleistungen wie Thermographie- und Luftströmungsmessungen über Wärmepumpen- und Solartechnik bis hin Informationen über Mini-Blockheizkraftwerke, wie sie ein süddeutsches Unternehmen mittlerweile nicht nur für gewerbliche Bauten, sondern auch für private Wohnhäuser anbietet. Franz-Josef Auer zum Beispiel betreibt einen Fachgroßhandel für energiesparende Heizungssysteme in Eschweiler.

Wie viele seiner Kollegen beklagt er die allgemein abwartende Haltung der Kunden. Gerd und Michael Zimmermann schlagen in die gleiche Kerbe. Die Haustechnik-Experten bieten mit ihrer Firma unter anderem Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solaranlagen an. Sie sind der Ansicht, dass Modernisierer nicht gleich mit dem Ruin rechnen sollten: „Es müssen nicht gleich Rieseninvestitionen sein. Auch für kleines Geld sind brauchbare Optimierungen an der Heizungsanlage möglich.”

Bis zu 75 Prozent Einsparung

Auf starkes Interesse stießen auch die Fachvorträge der Modernisierungs- und Heizungsexperten. Heinz Discher erklärte unter der Überschrift „Aus Alt mach neu” wie sich Altbauten sinnvoll modernisieren lassen, um zu beachtlichen Ergebnissen bei der Energiekosteneinsparung zu kommen. Mit moderner Technik seien im günstigsten Fall durchaus bis zu 75 Prozent drin.

Allerdings vertrat er die Ansicht, dass die Schmerzgrenze bei vielen Hausbesitzern wohl noch nicht erreicht sei: „Die Masse der potenziellen Modernisierer sitzt zu Hause, stöhnt über hohe Heizkosten, fürchtet hohe Anschaffungskosten und niemand sagt ihr, dass sich die Investition in eine neue Heizung sehr schnell rentieren wird.” Wobei „Niemand” natürlich etwas übertrieben sei, denn genau zu diesem Zweck diene ja eine solche Veranstaltung wie der 3. Energiespartag.

Der Monschauer Architekt zeichnete kein besonders optimistisches Bild, was die Zukunftsentwicklung der Energiekosten angeht: „Machen Sie sich aufs Schlimmste gefasst.”
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