Ende einer Ära: Das Culture Café schließt

Von: se
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Nach sieben Jahren gibt Gretel Germann (vorne) ihr Culture Café auf. In den vergangenen beiden Jahren arbeitete sie mit Sandra Ryssel zusammen und veranstaltete in ihrem Café auf dem Markt Konzerte, Lesungen, Vorträge und Spieleabende. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Ganz leicht fällt Gretel Germann der Schritt in den neuen Lebensabschnitt nicht. Doch die Vorfreude auf etwas Neues wiegt mehr als der Abschiedsschmerz. Nach sieben Jahren gibt die 67-Jährige das Culture Café auf. Schluss, Aus und Vorbei ist auch auf der Internetseite des Cafés zu lesen.

Die Betreiberinnen Gretel Germann und Sandra Ryssel sind in den vergangenen Jahren an ihre Grenzen gestoßen. Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Spieleabende umfasste das kleine aber feine Kulturprogramm, das immer mehr Gäste zunächst in die Räumlichkeiten auf der Neustraße und später in das Café am Markt lockte.

Eigentlich hätte man sich vergrößern müssen, um den vielen Besuchern gerecht zu werden, doch dies kam für Germann nicht in Frage. Die 67-Jährige wollte immer Kultur zum Anfassen und für Jedermann veranstalten. Kultur, die sich jeder Indestädter leisten kann. „Eine Vergrößerung hätte den Veranstaltungen die Intimität genommen, die sowohl die Musiker als auch die Gäste so schätzen“, erklärt Germann.

Zu dieser gemütlichen Atmosphäre gehörte auch seit sieben Jahren ein Rauchverbot, das jedoch weder für Diskussionen noch für weniger Besucher sorgte. „Bei uns herrschte von Beginn an rauchfreie Zone und sowohl die Künstler als auch die Gäste haben es sehr geschätzt.“

Fünf Jahre betrieb Germann ihr Café auf der Neustraße, zog dann vor zwei Jahren in die Räumlichkeiten am Markt um und arbeitete seitdem mit Sandra Ryssel zusammen. Doch mit dem Umzug kamen die ersten Probleme auf die Pächterinnen zu. „Es stellte sich heraus, dass die Räumlichkeiten nicht ideal waren.“

So fielen zunächst die Ausstellungen aus dem kulturellen Angebot weg, die Lesungen konnten, laut Germann, nur noch eingeschränkt stattfinden. Doch das breit gefächerte Musikprogramm, das von Country und Folk bis hin zu Rock reichte, nahmen die Gäste gut an.

Da eine Vergrößerung für Germann nicht zur Debatte stand und auch der zweijährige Pachtvertrag auslief, entschied sich die 67-Jährige einen Schlussstrich zu ziehen. Am Sonntag feierte Germann mit ihren Mitarbeitern und Gästen dann Abschied. Ein zehnstündiges Musikprogramm sowie Frühstück- und Mittagsbuffet bildeten den Abschluss einer Ära. „Ich möchte mich ganz recht herzlich bei allen bedanken, die dieses Projekt so erfolgreich gemacht haben“, sagt sie.

Zwar will Germann sich künftig aus der Gastronomie zurückziehen, jedoch besteht ihr kulturelles Interesse nach wie vor. Bereits vor 20 Jahren hatte sie gute Kontakte zur Aachener und Stolberger Musikszene und konnte auch während der vergangenen Jahren viele Kontakte knüpfen, die ihr künftig weiterhelfen werden. „In Zukunft möchte ich nur noch Musik vermitteln oder Musikabende gestalten, aber ein Café möchte ich nicht mehr betreiben“, sagt sie.

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