EMF: Nina Hagen kommt noch nicht

Von: Rudolf Müller
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Es wird angerichtet: Damit der EMF reibungslos über die Bühne gehen kann, muss selbige von fleißigen Mannen erstmal aufgebaut werden. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Der strömende Regen am Nachmittag kann die Crew um Ludwig „Lulu” Castell nicht bremsen: Mit Hochdruck arbeitet die 14-köpfige Truppe am Aufbau der Bühne, von der aus am Freitagabend Chris Thompson seine Welthits in den hoffentlich trockenen Eschweiler Abendhimmel röhren wird.

Nina Hagen wird diese Bühne nicht wie geplant am Samstag betreten. Die Dame hat Bronchitis. Aus diesem Grund sagte sie auch ihr Konzert am Donnerstag in Karlsruhe ab. Und auch ihr Auftritt am Samstag fällt ins Wasser. Ein herber Schlag für Organisator Max Krieger, den die böse Kunde am Donnerstagabend erreichte.

Seither glühen die Telefonleitungen: Wie´s aussieht, wird das Konzert trotz erheblicher Zusatzkosten schon in der kommenden Woche nachgeholt: am Freitag, dem 6. August. Für Hagens Tourmanager Christoph Scheinberger ist die Sache klar, waren am Donnerstagabend nur Marginalien zu klären. Bis 12 Uhr am Freitag soll alles „rund” und schriftlich fixiert sein.

Das allerdings stopft nicht das Loch, das sich für den Samstag so plötzlich im EMF-Programm auftat. Wie beschafft man binnen weniger Stunden adäquaten Ersatz für Nina Hagen? Wer steht überhaupt zur Verfügung? Und wie finanziert man das?

Telefone laufen heiß

Die Marktwirte um Michael Esser bieten an, die Kölschrocker Brings zu finanzieren. Aber die sind in Urlaub. Und außerdem: Die sind wenig später für die Blausteinsee-Bühne gebucht. Gegen Eintrittsgeld. Da kann man nicht dem Veranstalter in die Parade fahren und sie kurz zuvor zum Nulltarif präsentieren. Max Krieger telefoniert, was das Zeug hält. Gegen 21.30 Uhr führt er das erlösende Telefonat: mit Ernst Albrecht Scholz. Der steht gerade in Travemünde hinter einer Bühne. Auf der ziehen gleich zwei Stars der deutschen Musikszene ihr gefeierte Show ab: Julia Neigel und Edo Zanki sind auf „Rock´n´Soul-Tour”. Am Samstag hätten sie frei. Und ja, sie würden gerne nach Eschweiler kommen. Nur: Für den Samstag bräuchten sie einen Ersatz -Schlagzeuger. Und den kann Scholz um diese Zeit gerade nicht erreichen. „Ich gehe aber zu 99 Prozent davon aus, dass das klappt”, sagt er unserer Zeitung.

Hervorragender Ersatz

Damit würde Eschweiler mehr als gleichwertigen Ersatz für Nina Hagen bekommen: Julia Neigel („Schatten an der Wand”) ist mit Rod Stewart und David Knopfler, Elton John und Eros Ramazotti aufgetreten, hat Texte für Peter Maffay geschrieben und ist ist vielfach audsgezeichnet worden. Edo Zanki („Gib mir Musik”) schrieb früher für Tina Turner, heute für Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims, ist auf Thomas D´s neuem Album zu hören und produzierte die jüngste Sasha-Scheibe. Sein eigenes neues Studio-Album ist gerade in der Mache.

Derweil wird auch bei Einbruch der Dunkelheit draußen auf dem Marktplatz weiter an der Bühne gebaut. Die 35 Tonnen schwere Showplattform, die bisher zum Beispiel beim Aachener Kultursommer auf dem Katschhof Weltstars in den siebten Showhimmel trug, ist die größte, die das Eschweiler Music Festival bisher erlebt hat. Innenmaße der Bühnenfläche: 16 mal 13,3 Meter - auf die insgesamt fünf Meter breiten Seitenflügel wird diesmal verzichtet. „Kleiner kann die Bühne nicht sein”, erläutert Veranstalter Max Krieger, der hier am Wochenende neben Chris Thompson auch Jamaram begrüßt und am darauffolgenden Sonntag Deutschlands Supergruppe „Pur” auf dem Marktplatz zu Gast hat: Allein deren Lichtanlage wiegt satte 3,5 Tonnen - eine kleinere Bühne würde unter dieser Last glatt zusammenknicken.

Dass so etwas bei diesem Bauwerk nicht passieren kann, dafür bürgt der mit Bühnenbauten in aller Welt langjährige erfahrene „Lulu” Castell als Technischer Leiter des Unternehmens EMF: „Lulu ist überaus penibel. Der würde niemals eine Bühne freigeben, bei der nicht tausendprozentig alles in Ordnung ist”, betont Krieger.
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