EMF: Musik, die glücklich macht

Von: Rudolf Müller
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Eigens für die EMF-Show aus L
Eigens für die EMF-Show aus London eingeflogen, präsentierte Osibisa ein zweistündiges Feuerwerk afrikanischer Rhythmen und karibischer Lebensfreude. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Musik ist keine Frage des Alters. Sondern der Lebensfreude. Teddy Osei und Dell Richardson machten das eindrucksvoll vor, als sie am zweiten Abend des Eschweiler Music Festivals tausende auf dem Marktplatz zum Feiern brachten.

Beide sind Mitbegründer der Band, von der Musikexperten behaupten, dass ihre Rhythmen, Sounds und Darbietungen Karrieren wie die von Bob Marley überhaupt erst möglich gemacht haben.

„Were here to make everyone happy!” - „Wir sind hier hier, jedermann glücklich zu machen”, verkündete Bandgründer Teddy Osei. Und das taten die sieben Weltklassemusiker dann auch. Trotz aller Hemmnisse: Osei, inzwischen fast 82-jährig, hat zwar einen Schlaganfall gut überstanden, musste nun aber aufgrund massiver Rückenprobleme im Rollstuhl auf die Bühne gehoben werden. Und Kollege Richardson, ebenfalls zu denen gehörig, die Osibisa 1969 in London aus der Taufe hoben, hat sich vor ein paar Tagen ein Bein gebrochen und kämpfte sich nun mit Gehhilfen stolz die Stufen zur Bühne hinauf.

Und dort lieferten sie dann eine Show ab, die von Anfang an in die Beine ging: heiße Rhythmen afrikanisch-karibischen Flairs, Hits wie „Sunshine Day” und „The Warrior” durchsetzt mit temporeichen Songs und Klassikern wie „Fire” und „Pata Pata”, einst von Miriam Makeba unsterblich gemacht.

Direkt aus London war die Gruppe eingeflogen, und dies nur für den Auftritt in Eschweiler: Am Sonntagnachmittag trat die Gruppe von Düsseldorf aus den Rückflug an. In wenigen Wochen gehts von dort auf große Tour: nach Japan und Serbien.

Zuvor aber griffen Osibisa beim EMF in die Saiten, was das Zeug hielt. Allen voran Sänger und Gitarrist Gregg Kofi Brown, der mit Billy Cobham und Isaac Hayes spielte, Trompeter Colin Graham, der bereits u.a. mit David Sanborn, Simply Red, Jamiroquai und Art Blakey gearbeitet hat, und Keyboarder Emmanuel Rentzos, Partner von Chaka Khan, Peter Green, Jim Capaldi und Bobby Womack. Sein Instrument: eine B3.-hammondorgel, gebaut etwa Mitte der 50er Jahre und rund 300 Kilo schwer. Das Instrument, ohne das auch Helmut Zerlett, Joe Cocker und die Blues Brothers nicht auf Tour gehen.

Am Tag nach dem Konzert, das nicht ohne mehrere Zugaben zu Ende ging, freute sich Organisator Max Krieger über die ausdrücklichen Dankesweorte von Osibisa-Tourmanagerin Ina Dittke: „Die Organisation war absolut fantastisch, alles war einfach perfekt!” Danksagungen, die Krieger auch von Wolf Maahn und seinen Leuten sowie von nahezu allen übrigen Bands, die je bei EMFs auftraten, zu hören bekam. Eine Betreuung, wie Eschweiler sie Künstlern bietet - vom Catering bis zur Massage - bleibt im Gedächtnis, spricht sich in der Szene herum und macht Eschweiler zu einer hervorragenden Adresse in den Tourkalendern.

Hier wird mit Herzblut gearbeitet - „das kommt natürlich nicht zuletzt davon, wenn man einen Bürgermeister hat, der aus dem Kulturamt kommt”, gibt Krieger das Lob weiter an den Dauer-Schirmherrn des Eschweiler Musc Festivals, Rudi Bertram. Wer sich von afrikanischen Rhythmen gerne mitreißen lässt, braucht übrigens nicht lange zu warten: Anfang September findet am Patternhof unter dem Motto „Lebe deinen afrikanischen Traum” ein dreitägiges Afrika-Festival mit Trommel- und Tanzworkshops, Konzerten, Kunsthandwerk und afrikanischer Küche statt.

Der Schlusssong von Osibisa hieß übrigens: Es ist so leicht, alle glücklich zu machen!
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