Eschweiler - EMF: Der Mann aus Chicago ist nicht zu stoppen

EMF: Der Mann aus Chicago ist nicht zu stoppen

Von: Rudolf Müller
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Boney Fields in seinem Element: Gut zwei Stunden lang ließ der Mann aus Chicago es auf dem Marktplatz so richtig krachen. Eine erstklassige Band garantierte ebensolche Musik. Und auch Festival-Organisator Max Krieger machte auf Einladung Boney Fields‘ als Gast an der Posaune sogar mit Soli eine gute Figur. Foto: Rudolf Müller
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Boney Fields in seinem Element: Gut zwei Stunden lang ließ der Mann aus Chicago es auf dem Marktplatz so richtig krachen. Eine erstklassige Band garantierte ebensolche Musik. Und auch Festival-Organisator Max Krieger machte auf Einladung Boney Fields‘ als Gast an der Posaune sogar mit Soli eine gute Figur. Foto: Rudolf Müller
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Boney Fields in seinem Element: Gut zwei Stunden lang ließ der Mann aus Chicago es auf dem Marktplatz so richtig krachen. Eine erstklassige Band garantierte ebensolche Musik. Und auch Festival-Organisator Max Krieger machte auf Einladung Boney Fields‘ als Gast an der Posaune sogar mit Soli eine gute Figur. Foto: Rudolf Müller
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Gemeinsam mit Karnevalskomitee und Jupp-Carduck-Gesellschaft sammelte die CAJ für den guten Zweck. Das Ergebnis lesen Sie morgen. Foto: Rudolf Müller
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Eine begeisternde Show lieferte Altmeister Albert Hammond. Manfred-Mann-Sänger Chris Thompson hatte ihm das EMF empfohlen. Foto: Rudolf Müller
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Fan und Idol fürs Foto vereint: Maria Götting und Boney Fields Foto: vereint: Maria Götting und Boney Fields

Eschweiler. Als er mit seiner Band am Samstagmorgen mit dem Thalys aus Paris anreiste, ahnte er noch nicht, dass ihn an der Inde ein Stück Hollywood erwartete: Boney Fields, begnadeter Jazz- und Funktrompeter und ebensolcher Sänger, dessen Wurzeln in Chicago liegen, fühlte sich sehr geehrt, als ihm Festival-Organisator die Bronzetafel zeigte, die nun auf dem Marktplatz an seinen Auftritt beim 23. Eschweiler Music Festival erinnert.

Einen Auftritt, der auch den rund 3000 Fans, die am Samstagabend vor der EMF-Bühne tanzten und klatschten, lange unvergesslich sein wird. Der Mann im roten Hut, dessen beeindruckende Reib-eisenstimme auch ganz sanft aus den Boxen säuseln kann, zog mehr als zwei Stunden lang alle Register seines Könnens. Und das ist beachtlich. Nicht von ungefähr hat Boney bereits mit zahlreichen der ganz Großen seiner Zunft auf der Bühne gestanden – von Maceo Parker über Buddy Guy und Junior Wells bis Fred Wesley. Ein Musiker, der alle Generationen vereint. Und zum Tanzen bringt.

Riesenparty für Jung und Alt

„Ich hatte gedacht, mit Boney Fields ein Angebot vor allem für jüngeres Publikum zu haben“, strahlt Organisator Max Krieger. „Aber als ich am Nachmittag beim Soundcheck auf den Markt kam, sah ich da mitten auf dem Marktplatz ein gut 80-jähriges Ehepaar, das fröhlich tanzte!“

Und tatsächlich ließen sich Jung und Alt von den mal fetzigen, mal gefühlvollen, aber immer mitreißenden Soul- und Funk-, Jazz- und Rockklängen des Meisters gefangennehmen und verwandelten den Marktplatz in eine große Party-Arena. Dabei präsentierte Fields neben Standardstücken wie „Mojo“, „I‘m sorry“ und „Don‘t call me local“ auch Stücke seines neuen Albums („Easy Rider“, „Times are Changing“) und gab auch den Mitgliedern seines Bone‘s Project reichlich Spielraum, ihr Können in minutenlangen Soli unter Beweis zu stellen.

An diesem Abend hatte die Band ein Mitglied mehr: Max Krieger, der während der Show noch ein Versprechen einlöste und Ex-Prinz Alfred Prothmann zu dessen 70. Geburtstag ein Ständchen brachte, eilte vom Scharwächterfest zur Marktbühne. Und zeigte auf Einladung von Boney Fields dem Publikum, was es heißt, Musik im Blut zu haben: Ohne die Stücke zu kennen, stieg er mit seiner Posaune an der Seite von Pierre Chabrele (Posaune) und Nadège Dumas (Tenorsaxophon) ein und krönte seinen gelungenen Gastauftritt sogar mit zwei Soli.

Festival mit Wohlfühlfaktor

Begonnen hatte der mitreißende Konzertabend mit einem Auftritt von Lokalmatador Carlos, der für die kurzfristig verhinderte Eschweiler Band „The Radio Broadcast“ eingesprungen war und es wie gewohnt verstand, das Publikum mit Hits wie „Wonderwall“, „Lady in Black“ und „An Tagen wie diesen“ in Stimmung zu bringen.

Wie Albert Hammond und seine Band, die nach ihrer Show noch lange zusammensaßen und zum Teil auch durch die Altstadtkneipen zogen, ehe ein Tourbus sie am Morgen zum nächsten Auftritt nach Erfurt brachte, genossen auch Boney Fields und seine Mitstreiter die besondere Atmosphäre des Eschweiler Music Festivals. Nach einem späten Abendessen im zum Künstlertreff umfunktionierten (sonst seit kurzem geschlossenen) Restaurant „Sr. Tapas“ zog es den 55-Jährigen in die Altstadt: „Ich möchte mir ein paar der Bands anhören“, verkündete er. Und beließ es nicht dabei. Im „Kleinen Gürzenich“ überkam es den Vollblutmusiker, der kurzerhand in den Auftritt von „Offcross“ einstieg und eine Stunde lang mitmusizierte. Fields war nicht der erste EMF-Künstler, der bis in den frühen Morgen in Eschweiler Altstadtkneipen seine Leidenschaft Musik auslebte, statt gleich nach dem Auftritt im Tourbus oder Hotelzimmer zu verschwinden. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass das familiäre Festival im Herzen der Altstadt mit einem ganz besonderen Wohlfühl-Faktor aufwartet.

Am frühen Sonntagabend ging das 23. Eschweiler Music Festival mit einem umjubelten Auftritt der Wiener Irish-Folkrocker „Paddy Murphy“ zu Ende. Mehr über das „keltische Alpenglühen“ ebenso wie über die „Jugend rockt“-Veranstaltung am Nachmittag lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe. Über die traditionelle Kneipenrallye sowie den ökumenischen Gospel-Gottesdienst auf dem Marktplatz lesen Sie auf den folgenden Seiten.

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