Eschweiler - Eltern haben jetzt die Qual der Schulwahl

AN App

Eltern haben jetzt die Qual der Schulwahl

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
Spaß in der Grundschule? Die
Spaß in der Grundschule? Die ersten Voraussetzungen dafür schaffen jetzt die Eltern mit der Wahl der Einrichtung. Foto: imago

Eschweiler. Das laufende Schuljahr ist erst wenige Tage alt, da wirft bereits das nächste seine Schatten voraus: Bis zum 18.September sollen die Anmeldungen der angehenden Erstklässler des Schuljahres 2013/2014 in den Grundschulen vorliegen.

Doch für zahlreiche Eltern ist die Wahl der „richtigen” Grundschule keine einfache Entscheidung. Ist das Kind bereits reif für den Besuch einer Regelgrundschule? Oder liegt ein besonderer Förderbedarf vor? Und falls ja, welcher? Ist eine Schule, die Gemeinsamen Unterricht (GU) von Schülern mit und ohne besonderen Förderbedarf anbietet, die beste Wahl?

Die Möglichkeiten sind vielschichtig, vor allem, da es in Eschweiler keine Schuleinzugsgebiete mehr gibt. Deswegen hatten die Verantwortlichen des Kinder- und Familienzentrums St. Marien zu einer Informationsveranstaltung in den Ratssaal eingeladen, um den Interessierten nicht zuletzt die „Ausbildungsordnung Sonderpädagogischer Förderung” (AO-SF) näherzubringen.

„Dies ist ein Thema, das jeden Verantwortlichen einer Kommune umtreibt”, betonte Bürgermeister Rudi Bertram in seinem kurzen Grußwort. „Es gilt, die Möglichkeiten der unterschiedlichen Förderwege auszuschöpfen, damit die Kinder profitieren”, so der Verwaltungschef.

Anita Permantier, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums St. Marien, unterstrich, dass Eltern in Sachen Einschulung ihrer Kinder vor komplexen Entscheidungen stünden: „Für Kinder mit Förderbedarf ist der Schulweg ein anderer als für Kinder ohne.” Die Gefahr, sich dabei zu verlaufen, sei gegeben. Zumal die Richtlinien der AO-SF oft verändert würden.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, stellten Verantwortliche von Schulen aus Eschweiler und Umgebung, an denen Kinder mit besonderem Förderbedarf unterrichtet werden, ihre Einrichtungen kurz vor und gaben den Zuhörern ein Beispiel der Bandbreite der Fördermöglichkeiten: So bieten die Katholischen Grundschulen Eduard-Mörike und Don-Bosco, die einzügige KGS Röhe sowie die Gemeinschaftsgrundschule Weisweiler Gemeinsamer Unterricht an.

An der Astrid-Lindgren-Förderschule in Hücheln liegt der Förderschwerpunkt auf der emotionalen und sozialen Entwicklung, die Erich-Kästner-Schule stellt die Sprachentwicklung in den Mittelpunkt. Die Willi-Fährmann-Schule mit den Förderschwerpunkten „Lernen” sowie „emotionale und soziale Entwicklung” besuchen Schüler der 1. bis 10. Klasse. Ihr Stolberger Pendant ist die Förderschule Talstraße in Münsterbusch.

Ebenfalls vor Ort waren Vertreter der Stolberger Regenbogenschule, die den Schwerpunkt „geistige Entwicklung” setzt, sowie der Viktor-Frankl-Schule aus Aachen-Burtscheid, in der die körperliche und motorische Entwicklung der Schüler besonders gefördert wird.

Petra Seeger, Leiterin des Amts für Schulen, Sport und Kultur, informierte über den zeitlichen Ablauf der Schulanmeldungen. „Alle Eltern von Kindern, die im nächsten Schuljahr schulpflichtig werden, erhalten bis spätestens übernächste Woche ein Schreiben mit einem Formular zur Anmeldung an einer Grundschule.

Diese ist frei wählbar, da es in Eschweiler grundsätzlich keine Schuleinzugsgebiete mehr gibt”, erläuterte die Amtsleiterin. Bis zum 18. September soll das Formular an der gewählten Schule abgegeben werden.

Den Weg gemäß des AO-SF vom Antrag bis zur Anmeldung erläuterte anschließend mit Brigitte Kaltwasser die Leiterin der Erich-Kästner-Schule. „Haben Eltern den Eindruck, dass ihr Kind einen besonderen Förderbedarf aufweist, sind sie berechtigt, einen Antrag beim Schulamt einzureichen.

Sollte das Kind bereits eine Grundschule besuchen, haben auch deren Verantwortliche die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen”, so die Pädagogin, die empfahl, dem Antrag etwaiige Berichte von Ergotherapeuten, Logopäden oder des Kindergartens beizufügen.

Dem Antrag folgt eine amtsärztliche Untersuchung. Darüber hinaus veranlasst das Schulamt die Erstellung eines pädagogischen Gutachtens, an dem immer sowohl ein Sonderschulpädagoge als auch ein Lehrer einer Regelgrundschule mitarbeiten. „Die Eltern werden immer in die Entscheidungsprozesse einbezogen, ihre Meinung wird gehört”, versicherte Brigitte Kaltwasser. „Vertreten die Eltern eine andere Meinung als die Gutachter, wird dies im Gutachten vermerkt.”

Kommen die Verantwortlichen des Schulamts zu dem Ergebnis, dass besonderer Förderbedarf vorliegt, haben die Eltern die Möglichkeit, einen Antrag auf Beschulung ihres Kindes an einer Schule, die GU-Unterricht anbietet, zu stellen. „Auf Weisung des Schulministeriums ist der Elternwunsch auf integrative Beschulung immer zu berücksichtigen”, schloss sie ihre Ausführungen.

Bevor die Gäste der Informationsveranstaltung die Gelegenheit zu Vier-Augen-Gesprächen mit den Vertretern der Schulen zu führen, erläuterte Dr. Josef Michels vom schulärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes der Städteregion Aachen die schulärztliche Untersuchung. „Allen Beteiligten muss klar sein, dass gleichaltrige Kinder sich dennoch in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden können. Entscheidend ist, dass jedes Kind dort abgeholt werden kann, wo es sich befindet”, so der Mediziner.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert