Eischwiele Fastelovend auch in Kölle bekannt

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Heute schwebt Michael Frank regelmäßig im karnevalistischen elften Himmel. Im Kölner Gürzenich fühlt sich der Blaue Funke zu Hause. Foto: Sonja Essers

Eschweiler/Köln. Es war ein Mittwochvormittag im Januar. Begleitet von einer Gruppe Karnevalisten, Zuschauern und natürlich Kameras zog das Kölner Dreigestirn in seine Hofburg ein. Mitten in diesem Tross befand sich auch ein Indestädter: Michael Frank. Der Eischwiele Jong ist Vollblutkarnevalist mit Leib und Seele. Doch seine Begeisterung für die fünfte Jahreszeit übt der 26-Jährige nicht in der Indestadt aus, sondern in der Karnevalshochburg Köln.

75 Auftritte in nur einer Session gehören für Frank, der seit 2010 Mitglied der Blauen Funken Köln, Artillerietänzer und Sänger sowie Mitglied der Korpsführung ist, zum Karneval dazu. Doch das gehe nur, wenn Familie, Freundin und Arbeitgeber mitspielen, verrät er.

Aber warum verschlägt es einen waschechten Indestädter nach Köln? An Vereinen mangelt es schließlich auch in Eschweiler nicht. Frank erklärt dies so: „Als Kind habe ich im Fernsehen eine Sitzung aus dem Kölner Gürzenich gesehen und zu meiner Mutter gesagt, dass ich da auch gerne einmal stehen würde. Davon habe ich immer geträumt.“ Doch diesen Traum zu verwirklichen, war leichter gesagt als getan.

Schließlich musste erst einmal ein Verein gefunden werden, in den der Karnevalist eintreten konnte. Für ihn gab es da nur eine Möglichkeit. Bereits als Junge war er in der KG Lätitia Blaue-Funken-Artillerie Weisweiler aktiv, war Teil des Kindertanzpaares, spielte im Jugendfanfarenkorps und war 1993 Page beim damaligen Prinzen Helmut Römer. Seinen Lieblingsfarben blau und weiß wollte er auch weiterhin treu bleiben.

Da fiel die Entscheidung, Mitglied der Blauen Funken Köln zu werden, nicht sonderlich schwer. So wurden erste Kontakte in die Stadt am Rhein geknüpft, und er begleitete den Autor der Kölschen Sessionschronik „Dat wor et“, Frank Tewes, einige Jahre in der Session auf dessen Rundreise durch die Kölner Säle.

An seinen ersten Abend erinnert sich der 26-Jährige noch gut, schließlich traf er da auf einige Bekannte aus der Indestadt. „Wir sind direkt im ersten Saal, im Sartory, auf die Original Eschweiler gestoßen. Als sie bei ihrem Einzug den Laridah spielten, war die Brücke zwischen Eschweiler und Köln geschlagen.“

Gemeinsamkeiten zwischen der Indestadt und Köln gebe es viele, ist Frank sich sicher. „Die Mentalität der Menschen ist sehr identisch und der Ehrgeiz am Ehrenamt Karneval ebenfalls.“ Auch der Eschweiler Karneval sei in der großen Hochburg durchaus bekannt, wie der Indestädter immer wieder feststellt. „Eschweiler ist sehr bekannt im Kölner Raum. Oftmals werden direkt Fanfarenkorps genannt wie die Original Eschweiler oder das Trompeterkorps Eefelkank.

Ebenso wird gerne der Rosenmontagszug auf Grund seiner Größe erwähnt und Erlebnisse von Auftritten die man in Eschweiler gehabt hat.“ Auch seine Verbindung zu den Karnevalisten in der Indestadt ist nie abgerissen. Auf Ausmärsche zu den Eschweiler Karnevalsgesellschaften freut sich der 26-Jährige immer beso nders.

Bei einem dieser Ausmärsche wurde ihm sogar eine ganz besondere Ehre zuteil. „Es war bei einem Auftritt von uns bei den Blauen Funken Eschweiler. Bei der Vorstellung einzelner Funken wurde ich von Präsident Marc Engelhardt ebenfalls nach vorne gerufen. Er überreichte mir den Orden und ernannte mich zum Verbindungs-Offizier. Es war für mich eine sehr nette Geste.“

Pferde von der Röthgener Burg

Doch auch andere Mitglieder der Blauen Funken Köln trifft man regelmäßig in der Indestadt, wie Frank berichtet: „Unsere Reitgruppe trainiert seit einigen Jahren in Eschweiler auf der Röthgener Burg und ein Teil der Pferde wird von der Familie Kugel für den Rosenmontagszug bereit gestellt.“ Die Funkenfamilie, die aus 480 Mitgliedern (aktiv und inaktiv) besteht, wächst weiter. Seit diesem Jahr sind vier weitere Eschweiler Karnevalisten inaktiv in die Blauen Funken Köln eingetreten.

Dabei handelt es sich um Dirk Sazma, René Constantini, Erich Keusgen und Hans Driesers. An seine Aufnahme erinnert sich Frank gerne zurück. „Nach einem Probejahr wird man beim Regimentsappell des Vereins aufgenommen. Dabei schwört der angehende Funke auf das Zündloch der Kanone und bekommt danach sein Korpskreuz.“

Vor allem diese Session ist für den Karnevalisten etwas ganz Besonderes. Schließlich stellt seine Gesellschaft nach 18 Jahren wieder das Kölner Dreigestirn. Die Dreigestirns-Session in Köln sowie seine Pagenzeit in Eschweiler zählen zu seinen schönsten karnevalistischen Erlebnissen. Doch was wurde aus seinem Traum, im Gürzenich auf der Bühne zu stehen?

Natürlich ging auch dieser in Erfüllung und zwar bei seinem allerersten Auftritt. „Das Gefühl im Gürzenich auf der Bühne zu stehen, ist traumhaft, ganz nach dem Lied „Draumnaach im Jözenich“ von den Bläck Fööss. Der Saal, die Dekoration und die Technik sind so beeindruckend. Und als ich bei meinem ersten Auftritt noch mit dem ‚Laridah‘ eingezogen bin, schwebte ich im karnevalistisch elften Himmel.“

Und so freut Frank sich auf eine weitere Session in Köln. „Jede Session, jeder Tag, jeder Auftritt ist ein Erlebnis. Vom kleinen Pfarrsaal, über große Säle und Zelte in Köln beziehungsweise in ganz NRW bis hin zur Lanxessarena. Die Stimmung ist überall einzigartig und man weiß nie genau, was einen erwartet.“

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