Einkaufen beim Bauern: Vom Feld in den heimischen Kühlschrank

Von: Valerie Barsig
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Regional einzukaufen liegt immer mehr im Trend: Bei Hermann-Josef und Sibille Johnen auf dem Langenhof gibt es Kartoffeln, bei Kathi und Josef Püttmann auf Gut Merzbrück Gemüse und selbstgemachten Kuchen. Foto: Sonja Essers, Valerie Barsig
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Regional einzukaufen liegt immer mehr im Trend: Bei Hermann-Josef und Sibille Johnen auf dem Langenhof gibt es Kartoffeln, bei Kathi und Josef Püttmann auf Gut Merzbrück Gemüse und selbstgemachten Kuchen. Foto: Sonja Essers, Valerie Barsig

Eschweiler. Sich mit einem schmackhaften Essen etwas richtig Gutes tun kann man, wenn man direkt beim Erzeuger einkauft. Der Trend der letzten Jahre geht in Richtung saisonaler und regionaler Produkte. Die bekommt man allerdings nicht unbedingt im Supermarkt, sondern kann sie auf Bauernhöfen oder in kleinen Geschäften im Umland kaufen.

Wir haben Höfe und Bauernläden in und um Eschweiler besucht und uns mit den Bauern unterhalten. Welche Lebensmittel wo angeboten werden und woher sie kommen, stellen wir im Folgenden vor.

Das Gut Merzbrück wurde 1850 gebaut und liegt direkt an der Grenze zwischen Eschweiler und der Stadt Würselen. Dort, wo die Aachener Straße in die Eschweilerstraße übergeht, liegt der Hof der Familie Püttman aus Eschweiler kommend auf der rechten Seite. Auf Gut Merzbrück gibt es neben dem Hofladen der Familie auch noch ein Bauerncafé mit Wintergarten, in dem man auch draußen sitzen kann. Kathi Püttmann und ihr Mann Josef haben vor zehn Jahren ihren Laden eröffnet. Den Kuchen für das Café backen die Eheleute selbst. „Ich habe meinem Mann das Backen beigebracht. Er macht das wirklich gut“, sagt Kathi Püttmann.

Ihr Tag beginnt um 4.30 Uhr morgens und endet um ein Uhr in der Nacht. Backen, Kunden beliefern, die Fahrt zum Großmarkt, das Hegen und Pflegen ihres Gemüses und das Geschäft fordern viel Zeit. Schaffen tue man das nur, wenn man die Arbeit wirklich liebe, sagt Kathi Püttmann, die selbst auf einem Bauernhof groß geworden ist. Im Hofladen gibt es Säfte, Marmeladen, Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Kathi Püttmann ist gelernte Ökotrophologin. Sie sagt, dass vor allem saisonale und regionale Produkte für ein gutes Essen wichtig sind.

Auf ihren 80 Hektar Land baut sie dementsprechend an. „Von allem aber nicht zu viel“, verrät sie. Denn dann leide die Qualität. Ihre Gurken im Treibhaus bekommen mehrmals in der Woche eine Sonderbehandlung. Zwei bis drei Stunden werden die Triebe geputzt und in Richtung Sonne gedreht. „Essen zu zelebrieren, das ist heutzutage vielen Menschen verloren gegangen“, findet Kathi Püttmann. Gutes Essen sei für sie ein Stück Lebensqualität.

Der Bauernhofladen Adolphs liegt mitten in der Stadt an der Indestraße, neben dem Rathaus. Kunden bekommen dort Honig und Wein, aber auch Kartoffeln, Äpfel, Erdbeeren und Eier. Landwirt Heinz Adolphs baut selbst aber nur Kartoffeln und Getreide an. Die Dinge, die in dem kleinen Laden angeboten werden, bekommt er von anderen Landwirten aus der Gegend. Den Laden gibt es seit 2011.

Der Langendorfer Hof liegt in Kinzweiler an der Rue de Wattrelos auf der rechten Seite, wenn man aus der Innenstadt kommt. Hier wohnen Hermann-Josef und Sibille Johnen. Das Hauptaugenmerk der Landwirte liegt auf den Kartoffeln, die hier angebaut werden: Sie werden in einem Gebäude auf dem Hofgelände gewaschen, geschält und vakuumiert – alles ohne Konservierungsstoffe.

Im Bauernladen des Hofes wird außerdem Obst und Gemüse verkauft. Das bekommt Johnen in einem Großmarkt in Köln. Seinen Hofladen gibt es schon seit 1991, seit 1994 ist Johnen im Kartoffelschälgeschäft und beliefert vor allem Großkunden. In den letzten Jahren hat er beobachtet, dass nicht mehr nur alte Menschen bei ihm einkaufen. „Der Trend geht zum Einkauf beim Erzeuger. Bei uns kaufen viele junge Familien ein“, sagt der Landwirt.

Kartoffelanbau sei eine ganz eigene Philosophie. Eine Kartoffel sei wie ein rohes Ei und so sollte man sie auch behandeln. Vor allem dürfe man die Knollen nicht fallen lassen. Denn das würde direkt auffallen, da sich blaue Flecken unter der Schale bildeten.

„Und blaue Flecken sind eine Misshandlung der Kartoffel“, sagt Johnen. Er findet klare Worte, wenn es um den Trend rund um Obst und Gemüse aus Bioanbau geht. „Ich bin dagegen“, erklärt er. Verbraucher wollten makelloses Gemüse, ein Bauer werde aber verteufelt, wenn er Gemüse spritze. „Beides zusammen geht aber nicht.“ Das eigentliche Ziel müsse laut Johnen ein kontrolliert integrierter Anbau sein. Und das bedeutet den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, allerdings nur in einem notwendigen Maße. Vier bis fünf Sorten Kartoffeln baut er an. Die wählt er jedes Jahr neu aus rund 200 europäischen Sorten des Knollengemüses aus.

Die Obstplantage Hillermacher liegt in Hastenrath in der Quellstraße. Schon seit 1970 wird dort Obst verkauft. Zuerst aus der Garage auf dem Hof heraus. Heute gibt es eine Verkaufshalle. Auf rund 20 Hektar wachsen inzwischen etwa 40000 Obstbäume. Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen aus eigenem Anbau gibt es auf der Plantage und auch selbstgemachten Apfelsaft.

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