Eine vergnügliche Sommer-Serenade

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Drei Chöre gemeinsam: Der Singkreis, der Gospelchor und das Vokalensemble der Evangelischen Kantorei Eschweiler, alle geleitet von Kantor Gerhard Behrens, boten am Sonntag ein Serenadenkonzert. Foto: Ebbecke-Bückendorf
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Eschweiler. Eine Serenade, so steht es im Lexikon, ist ein heiteres abendliches Ständchen. Heiter, beschwingt, vergnüglich – genau das war am Sonntagabend die Sommer-Serenade, zu der die Evangelische Kantorei Eschweiler in die Dreieinigkeitskirche eingeladen hatte. Und sie hatte auch nachdenkliche Töne. Eine Serenade mit Tiefgang sozusagen.

Ein Wortspiel

Der Titel „Sommer-Serenade“ lässt sich auch als Wortspiel verstehen. Pfarrer Dieter Sommer trug mit unterhaltsamen Texten – mal ernst, mal heiter – zum Gelingen des Serenadenabends wesentlich bei. Für das Heine-Gedicht von der Loreley auf Sächsisch und in Hamburger Mundart („Da kämmte sich, wie auf ‘nem Throne, mit Goldkamm von vierzehn Karat, am Süllberg ‘ne Frau oben ohne zu ahnen, daß Böses sie tat“) erntete er Gelächter und Applaus – der Pastor hat durchaus eine kabarettistische Ader.

Drei Chöre sind in der Evangelischen Gemeinde Eschweiler aktiv: der Singkreis, die „Trinity Gospel Company“ und das Vokalensemble. Sie traten am Sonntag mal einzeln, mal gemeinsam auf und boten eine Mischung sehr unterschiedlicher und doch harmonisch zusammen passender Chormusik. Kantor Gerhard Behrens leitete die Chöre und begleitete sie am E-Piano und an der Orgel.

Das musikalische Spektrum reichte zeitlich von Thomas Tallis aus dem 16. Jahrhundert bis zu Chorsätzen zeitgenössischer Komponisten aus Estland und thematisch von Folksongs bis zu der experimentellen Musik des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara. Dessen witziges Stück „Quantitativa“ bot das Vokalensemble in einer deutschen Übersetzung. Der Gospelchor überraschte mit zwei Liedern in estnischer Sprache. Gerhard Behrens erläuterte: „Wir haben uns um die Teilnahme an einem estnischen Sängerfest beworben.“ Das ist im Juni nächsten Jahres. Ob die Eschweiler Sängerinnen und Sänger angenommen werden, weiß der Kantor noch nicht, aber „wir werden auf jeden Fall dort hinfahren.“

Auch eine beschwingte Serenade braucht eine inhaltliche Gliederung. Der Serenadenabend in der Dreieinigkeitskirche hatte sie. Die drei Abschnitte des Konzerts standen unter den Leitgedanken Leben, Lieben und Loben. Das war auch inhaltlich ein schöner musikalischer Dreiklang.

Zum Leben gehörte zum Beispiel Johann Sebastian Bachs Lied von der Tabackspfeife, als Sopransolo vorgetragen von Margeth Böhland. Zum Lieben zählte das vom Vokalensemble wunderbar interpretierte Madrigal „Now is the Month of maying“ des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Morley ebenso wie ein etwas makabrer Folksong von Tom Lehrer und als Textbeitrag von Dieter Sommer eine lehrreiche Geschichte aus Johann Peter Hebels „Schatzkästlein“.

Schöne Lieder

Das Loben schließlich sollte bei einem Kirchenkonzert ohnehin dazu gehören. Als Lobgesang bot die Evangelische Kantorei so schöne Lieder wie „Glory to Thee, my God“ von Thomas Tallis und das volksliedhafte „O, du stille Zeit“. Mit gemeinsam gesungenen Strophen aus dem Abendlied von Matthias Claudius endete ganz besinnlich ein vergnügliches Serenadenkonzert.

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