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Ein unscheinbarer Zettel kann im Ernstfall Menschenleben retten

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Ein Ausweis im Scheckkartenformat soll für schnelle Hilfe bei Notfällen sorgen: Bürgermeister Rudi Bertram (von links), Feuerwehrmann Paul Velten-Christopher, der Vorsitzende des Invalidenvereins, Heinz Hahn, der Seniorenbeauftragte Winfried Effenberg und Lothar Müller (Sparkasse Eschweiler) stellten ihn nun vor.

Eschweiler. Manchmal geht es um Sekunden. Ein Mensch liegt ohnmächtig in seiner Wohnung, Angehörige stehen stehen hilflos daneben - wenn die Rettungssanitäter der Feuerwehr dann erst in Schubladen nach dessen Medikamenten suchen müssen, um daraus zu schließen, woran der Patient leidet, kann es zu spät sein.

Hat der Patient einen Herzschrittmacher? Nimmt er vielleicht Insulin? Oder ein Asthma-Medikament? Wer ist sein Hausarzt? Solche Informationen stehen auf der Notfallkarte, die bereits bei rund 1500 Menschen in Eschweiler innen an der Haustür oder Wohnungstür hängt.

Die Notfallkarte gleich hinter der Wohnungstür hat in Eschweiler schon Menschenleben gerettet. Jetzt gibt es diese Karte auch als Ausweis, für die Brieftasche. Sie wurde jüngst im Büro von Bürgermeister Rudi Bertram vorgestellt.

Paul Velten-Christopher von der Feuerwehr kann von Notfällen berichten, „da war es haarscharf am Todesfall vorbei, nur anhand der Notfallkarte haben wir noch rechtzeitig helfen können”. Seit 2009 gibt es diese Notfallkarten. Andere Städte in der Region folgen inzwischen dem Eschweiler Beispiel.

Was aber, wenn solche Notfälle unterwegs passieren? Beim Einkaufen? Im Auto? „Diese Lücke in der Erstversorgung wollen wir hier in Eschweiler schließen”, sagt Winfried Effenberg. Der Leiter des Sozialamtes und Seniorenbeauftragte von Eschweiler ist Herausgeber der „kleinen” Notfallkarte, die zusammengefaltet in jede Geldbörse passt.

Kostenlos zu haben

Dass es diesen lebensrettenden Ausweis jetzt in Eschweiler gibt, ist auch dem Eschweiler Invalidenverein und der Sparkasse Eschweiler zu danken. Sie sorgen gemeinsam mit der Stadt für Erstellung, Druck und das Verteilen der Karten. Der Invalidenverein begeht in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Die Sparkasse hat dem Verein zweckgebunden für den Druck von erst einmal 2500 Notfallausweisen die Druckkosten finanziert, als Spende aus Erlösen des Prämiensparens.

Natürlich ist der Ausweis nicht nur für Senioren gedacht, versichert Winfried Effenberg. Es gibt auch sehr junge Menschen, die Risikopatienten sind. Lothar Müller, der Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Marienstraße, hofft, dass die Erstauflage möglichst schnell verbreitet ist. Dann wird nachgedruckt. Der Notfallausweis wird kostenlos abgegeben. Zu haben ist er ab sofort in den Eschweiler Geschäftsstellen der Sparkasse Aachen, in den Altentagesstätten der Stadt, bei den Betreuungsvereinen und natürlich an der Information im Rathausfoyer. Außerdem gibt es die Karte auch direkt beim Seniorenbeauftragten Effenberg und im Seniorenzentrum Marienstraße 7. Zudem ist vorgesehen, sie wie schon die „große” Notfallkarte auf der Internetseite der Stadt Eschweiler als Download zur Verfügung zu stellen.
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