Eschweiler - Ein Leben für den Blues: Erwin Görres verliert Kampf gegen Krebs

Ein Leben für den Blues: Erwin Görres verliert Kampf gegen Krebs

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Hinterlässt eine schmerzliche Lücke in der regionalen Musikszene: Erwin Görres. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Die Post war nicht still am 12. Oktober. Die Nachricht vom Tode Erwin Görres’ machte schnell die Runde in der Stadt. Der Tod kam nicht unvorbereitet, für ihn selbst nicht, und auch nicht für seine Verwandten, Bekannten und Freunde.

Aber wenn der Moment dann da ist, dann ist es dann für alle doch ein Schock – über die Eschweiler Musikszene hinaus, die er jahrzehntelang mit seiner, bis zuletzt, unbändigen Freude am Blues, seinem urwüchsigen Basstimbre und seiner Harp mit geprägt hat.

Studiert hat er Grafik-Design und später dann die Druckerei seines Vaters auf der Zechenstraße weitergeführt. Und direkt neben den alten Druckmaschinen tobte die Musik. Hier spielte er unter anderem mit seiner langjährigen Band „Chapter Four“, die ihm immer eine Herzensangelegenheit war.

Noch während dieses vierten Kapitels schlug er bei „Saturday Night Fish Fry“ ein fünftes mit auf. Sein letztes – noch Ende August stand er mit der Band beim Rolling Stones-Club auf der Bühne. Zwischendurch fand er noch Zeit und Muße, Rock-Festivals wie „Wood-stöckchen“, „Rock-Ballast“ und „Savoy’s Blue Night“ aus der Taufe zu heben. Sein musikalisches Wirken, in und über die Indestadt hinaus, führte dazu, dass sein Portrait heute als „Eschweiler Persönlichkeit“ im Rathaus hängt.

Jetzt trägt sein Foto einen dicken Trauerrand. Wir verlieren nicht nur ein Urgestein der Eschweiler Musik-Szene, wir verlieren einen stets bescheidenen, besonnenen, sich immer alle Seiten anhörenden, allseits beliebten Menschen, der bis zuletzt, als der Gehstock schon mit zu seinen Markenzeichen gehörte, den Mut, seinen ihm eigenen Charme und auch seinen Humor nie verloren hat, auch als er innerlich vielleicht schon wusste, dass er im Sterbebett lag.

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