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Ein kleiner Prinz für die ganze Familie

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Die Kleinen machen es den Erwachsenen schon vor: Bei der Awo-Kindertagesstätte „Der kleine Prinz” packen alle kräftig mit an, damit die Dürwisser Einrichtung schon bald das erhoffte Zertifikat zum Familienzentrum erhält. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Draußen vor der Straße stehen die Handwerkerwagen. Drinnen hören Antje Würsig, ihre Kolleginnen und die 68 Kinder immer wieder die Bohrmaschinen aus dem Nebenraum. Der Um- und Ausbau zum Familienzentrum scheint in der Awo-Kindertagesstätte „Der kleine Prinz” in vollem Gange zu sein. Oder etwa doch nicht?

„Das hat nichts direkt mit dem Familienzentrum zu tun. Die Handwerker richten gerade einen neuen Schlaf- und Wickelbereich ein”, erklärt Leiterin Würsig. Denn mit dem Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren gibt es eine weitere Baustelle. Trotzdem: Das anvisierte Ziel Familienzentrum fordert die Awo-Mitarbeiter bereits seit Monaten, wenngleich weniger bauliche, als vielmehr inhaltliche Veränderungen anstehen.

Nordrhein-Westfalen soll zum kinder- und familienfreundlichsten Land in Deutschland werden. Das wünscht sich zumindest das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration mit Minister Armin Laschet an der Spitze. Was genau aber ein Familienzentrum im Vergleich zur Kindertagesstätte sein soll und besser macht, wissen gerade die betroffenen Mütter und Väter oftmals nicht.

„Wir erleben immer wieder, dass die Leute bei dem Thema ein Fragezeichen im Gesicht haben”, hofft Antje Würsig, dieses Wissensdefizit möglichst bald zu beheben. Die Leiterin der Awo-Kindertagesstätte arbeitet zusammen mit zehn pädagogischen Mitarbeiterinnen seit Monaten daran, die zahlreichen Kriterien zu erfüllen, um bald den Titel „Familienzentrum” tragen zu dürfen.

„Es geht vor allem darum, die Familie noch stärker mit einzubeziehen. Ohne die funktioniert es nämlich auch nicht”, betont die ausgebildete Erzieherin, dass die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt bereits seit Jahren diese Maxime umsetzen. Mit dem Familienzentrum soll vor allem zusätzliche Kompetenz in das Haus an der Friedrich-Ebert-Straße geholt werden. „Die Leute haben eine Hemmschwelle”, sieht Antje Würsig die Chance darin, in der bekannten Umgebung des kleinen Prinzen bei Fragen und Problemen unkompliziert weiterzuvermitteln.

So besteht bereits seit Dezember eine Kooperation mit der Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Jugendliche des Kreises Aachen. Jeden ersten Dienstag kommt Maike Spies nach Dürwiß, um mit den Familien vor Ort ins Gespräch zu kommen. „Die Sprechstundenlisten sind stets komplett voll”, berichtet Antje Würsig.

Eine Spielgruppe für Kinder ab einem Jahr, ein Englischkurs für Kinder ab 4, der Eltern-Kompetenz-Kurs „taff” und der Informationsabend zum Thema „Gefühle und Kommunikation” sind nur einige Beispiele dafür, was neben der ganz normalen täglichen Kinderbetreuung in einem Familienzentrum angeboten wird.

„Das Schöne ist, dass wir jetzt eine viel engere Verzahnung zwischen der Kita, dem Elternhaus und anderen Institutionen herstellen”, erkennt Würsig, selbst Mutter von zwei Kindern, bereits jetzt eine enorme fachliche Bereicherung für den kleinen Prinzen. Dazu trägt natürlich auch die Awo als Träger mit ihren vielfältigen Fachberatungen sowie ein weiterer Kooperationsvertrag mit dem Aachener Familienbildungsverein „In Via” bei.

Das Motto ist klar: Mit möglichst wenigen (finanziellen) Mitteln soll viel erreicht werden. „Hilfe zur Selbsthilfe”, nennt es Antje Würsig, die momentan eine Zusatzqualifikation zur Kinderschutzfachkraft macht. Denn ein Familienzentrum soll Netzwerke schaffen, um so, wenn Hilfe gefragt ist, schnell und unbürokratisch handeln zu können. „Jetzt haben wir noch sechs Wochen Zeit, um für den letzten Schliff zu sorgen”, zeigt sich die gebürtige Sächsin optimistisch, dass die Zertifizierungshürde genommen wird. „Aber ich will natürlich nichts versprechen.”

Es stehen also noch einige Überstunden an, um die ordnerfüllenden Anforderungen des Ministeriums zu erfüllen und entsprechend zu belegen. Eine Arbeit, die Antje Würsig und ihr Team gerne machen. „Das Konzept Familienzentrum als Einrichtung ist zukunftsorientiert”, glaubt Würsig. Als Kind wollte sie selbst nie in den Kindergarten, wehrte sich mit Händen und Füßen dagegen. Nun ist sie Leiterin des kleinen Prinzen in Dürwiß und führt die Kindertagesstätte in die Zukunft. Und die soll Familienzentrum heißen.
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