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Ein Gläschen Wein hält die 104-Jährige bei Laune

Von: Irmgard Röhseler
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Eschweiler. Langeweile und Trübsal blasen, das kennt Lucia Piwowarsky nicht. Die alte Dame ist noch sehr aktiv und mischt sich gerne unter Menschen. Bewundernswert, denn sie wird am 22. November 104 Jahre (!) alt und hat sich ihre Lebensfreude bis ins hohe Alter bewahrt.

Seit neun Jahren verbringt die Seniorin ihren Lebensabend im Senioren- und Betreuungszentrum an der Johanna-Neuman-Straße, das in diesem Jahr Partner unserer Weihnachtsaktion Wunschzettel ist. Dort fühlt sie sich wohl und hat – nach eigenem Bekunden – noch nicht ein einziges Mal Heimweh gehabt. Das ist nicht der Normalfall, denn viele der neuen Seniorenheimbewohner haben mehr oder weniger große Probleme mit der neuen Wohnsituation zurecht zu kommen.

Der Umzug ins Seniorenheim war übrigens von langer Hand geplant. Als sie damals merkte, dass das Leben im eigenen Zuhause immer mühsamer wurde, hat sie sich mit ihrer Familie zusammengesetzt und beschlossen ins Seniorenheim umzuziehen. In ihrem „neuen“ Zuhause hat sie sich von Anfang an wohl gefühlt. „Das ist doch wie im Hotel hier, das ist doch schön, hier habe ich alles, was ich möchte!“ erzählt sie mit einem verschmitzten Lächeln. „Ich brauche nur noch das zu tun, was ich möchte und was ich kann!“

Morgens lese sie gemütlich beim Frühstück die Tageszeitung und kann sich dabei ganz viel Zeit lassen und jeden Artikel akribisch unter die Lupe nehmen.

„Ich möchte doch wissen, was in meiner Stadt passiert!“ Manche Themen werden dann auch gerne mal mit den Kindern und Enkeln diskutiert.

Den Tag verbringe sie so, wie sie sich gerade fühle. „Bei schönem Wetter“, so die Seniorin, „lasse ich mich von den Kindern spazieren fahren – frische Luft ist ja wichtig – oder ich geselle mich zur SBZ-Kochgruppe. Das Schöne ist, dort gibt es immer ein Gläschen Wein“, verrät Lucia augenzwinkernd.

Ein Gläschen und dann wird putzt fleißig Gemüse geputzt und Kartoffeln geschält. So wie Lucia das früher auch immer gerne gemacht hat. Halt nur nicht mehr in diesen Mengen. „Das machen meine Finger nicht mehr mit“, beklagt sie sich dann doch ein wenig. „ Bis vor einem Jahr habe ich noch Socken für die ganze Familie gestrickt. Das kann ich leider nicht mehr. Aber das ist eben so!“

Nun ja, sie hört nicht mehr so gut und die Beine wollen auch nicht mehr so recht, „aber ansonsten geht es mir gut!“ strahlt sie und dabei sind ihre dunklen und funkelnden Augen von zahlreichen Lachfältchen umrahmt.

Sie ist eine Oma, Ur-Oma und Ur-Ur-Oma, wie man sie sich nur wünschen kann, die man einfach lieb haben muss und spontan drücken möchte! Wenn man sich mit Lucia Piwowarsky unterhält, empfindet man sehr schnell eine starke Sympathie für diese warmherzige und gütige Frau mit der positiven Ausstrahlung. Zu einem guten Leben gehören für Lucia auch schicke Sachen und schönen Schmuck, denn sie legt großen Wert auf ihr Äußeres. Regelmäßige Friseurbesuche und etwas Schickes zum Anziehen– das muss sein. „Zu jedem Anlass braucht sie etwas Neues“, lacht Tochter Elisabeth, die den Wünschen ihrer geliebten Mama aber immer gerne nachkommt.

Vielleicht sind es ja auch die vielen Aufmerksamkeiten und Streicheleinheiten ihrer großen Familie, die Lucia so glücklich und zufrieden durchs Leben schreiten lässt. Die Fürsorge und Wärme der Familie ist ihr Balsam für die Seele.

Ihre drei verbliebenen Kinder (zwei sind bereits verstorben), 12 Enkel, 17 Urenkel und zwei Ururenkel wechseln sich ab und besuchen die Oma. Und die energiegeladene „Rasselbande“, hält die Seniorin regelmäßig auf Trab. Nun ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, denn Lucia war in jüngeren Jahren auch gerne und viel unterwegs und richtete zu jedem Anlass als „Oberhaupt“ Feste für die ganze Familie aus.

Familienoberhaupt ist sie auch heute noch. Sie möchte alles wissen, was die Enkel, Urenkel und Ururenkel so machen, wie es im Studium läuft und was sie in ihrer Freizeit machen.

Auf die Frage hin, was denn ihr Geheimrezept für ihre gute Kondition und ihr gutes Aussehen sei, antwortet sie: „Ich habe immer frisches Gemüse gekocht, mich viel bewegt und vor allen Dingen viel Spaß am Leben gehabt!“

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