Eschweiler - Ehrung für eine junge Forscherin

Ehrung für eine junge Forscherin

Von: Patrick Nowicki
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Nahm gestern den Friedrich-Wil
Nahm gestern den Friedrich-Wilhelm-Preis für ihre Dissertation entgegen: die Eschweiler Privatdozentin Dr. Sabine Neuß-Stein. Foto: Nowicki

Eschweiler. Stammzellenforschung ist in aller Munde. Viele versprechen sich davon Erkenntnisse, die beim Kampf gegen tückische Krankheiten wie Krebs helfen. Eine junge Wissenschaftlerin aus Eschweiler hat sich um die Stammzellenforschung dermaßen verdient gemacht, dass sie Freitagabend mit dem Friedrich-Wilhelm-Preis ausgezeichnet wurde: die 35-jährige Privatdozentin Dr. Sabine Neuß-Stein.



Sie leitet ein internationales Forschungsteam im Aachener Klinikum, das untersucht, inwieweit Stammzellen eingesetzt werden können, um zum Beispiel Knochen zu ersetzen. Der Fachbergriff lautet „Tissue Engineering”. Dahinter verbirgt sich - grob geschrieben - der Ersatz von Gewebe durch im Labor gezüchtetes Biomaterial. Damit der Körper dieses nicht abstößt, werden entweder eigene Zellen verwandt oder eben Stammzellen. Diese Zellen sind einerseits noch nicht klar festgelegt und können ihre Struktur noch ändern, andererseits tragen sie noch keine Merkmale, woran sie der Körper als fremd erkennen könnte. Das Immunsystem stößt sie also nicht ab.

Genau in diesem Bereich ist Dr. Sabine Neuß-Stein tätig - und dies mit großem Erfolg am Klinikum. Bereits mit 28 Jahren hatte sie die Dissertation in der Tasche, fünf Jahre später folgte die Habilitation. Jetzt leitet sie eine internationale Forschergruppe, in der verschiedene Wissenschaftsrichtungen vertreten sind. Etwa eine Millionen Euro Förderung konnte sie für Forschungsprojekte gewinnen. Die Preisträgerin selbst arbeitet allerdings nicht nur im Labor, sondern lehrt auch an der RWTH. Dabei betreut sie Diplom-Arbeiten ebenso wie Magister- und Doktoranwärter.

Den Weg in die Biologie schlug die Indestädterin erst spät ein. An der Bischöflischen Liebfrauenschule absolvierte sie 1996 ihr Abitur. „Ich hatte noch nicht einmal Bio als Leistungsfach gewählt”, erinnert sie sich. Doch die Vererbungs- und Entwicklungslehre weckte schließlich ihr Interesse. Anfangs war sie etwas geschockt, wie hoch der Anteil an Chemie im Studium ist, das Fach hatte sie schließlich noch in der Oberstufe abgewählt. „Aber inzwischen habe ich meinen Frieden mit der Chemie gefunden”, schmunzelt sie. Ein großer Anteil ihrer Arbeit beschäftigt sich schließlich mit chemischen Stoffen.

Privat hat sie ihr Glück schon lange gefunden. Seit fünf Monaten ist sie zudem Mutter einer Tochter. Klappt das, erfolgreich Familie und Wissenschaft unter einen Hut zu bringen? „Im Moment schon, ich arbeite zwei Tage im Klinikum, die Restarbeit kann ich Zuhause erledigen”, hat sie einen Weg gefunden. Offensichtlich mit großem Erfolg, denn sie wurde Freitagabend ausgezeichnet. Das Thema: „Mesenchymale Stammzellen und deren Interaktionen mit Biomaterialien für Tissue Engineering Anwendungen”. Anschließend wurde ein wenig gefeiert.

Der Friedrich-Wilhelm-Preis wird einmal im Jahr von der gleichnamigen Stiftung für herausragende wissenschaftliche Arbeiten an der RWTH Aachen verliehen. Prämiert werden die 16 besten Diplom- oder Magisterarbeiten, die 15 besten Dissertationen und die 2 besten Habilitationen.

Er ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert.

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