Eschweiler - Ehrenamtler setzen sich in der Ganztagsbetreuung ein

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Ehrenamtler setzen sich in der Ganztagsbetreuung ein

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
5523694.jpg
Die Arbeit mit den Kindern bereitet ihnen Freude: die Ehrenamtler in der Ganztagsbetreuung des Kinderschutzbundes. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. An die 450 Kinder betreut der Kinderschutzbund an fünf Schulen nach dem Unterricht. Er ist Kooperationspartner der Stadt an Offenen Ganztagsschulen. In den Gruppen tummeln sich bis zu 27 Kinder. Es wird gegessen, gespielt, aber auch Hausaufgaben werden erledigt. Die beiden hauptamtlichen Betreuerinnen jeder Gruppe haben dann alle Hände voll zu tun.

Seit einigen Monaten bekommen sie ehrenamtlich Unterstützung: Mitglieder der Kolpingsfamilie und weitere ältere Bürger helfen mit, die Stunden für die Kinder sinnvoll zu gestalten.

Der Kinderschutzbund ist für diese Hilfe sehr dankbar, denn die Senioren können das leisten, wofür im Alltag der Pädagogen keine Zeit bleibt: sich intensiv mit einem Kind zu beschäftigen. „Diese Zuwendung und Aufmerksamkeit fehlt vielen Kindern in ihren Familien“, berichtet Anne Weisser, die pädagogische Leiterin des Kinderschutzbundes. Dies spüren auch die ehrenamtlichen Helfer. Einmal in der Woche schaut jeder in seiner Gruppe vorbei, manche nehmen sich sogar an zwei Tagen Zeit, sich den Kindern zu widmen.

Der junge Indestädter Nils Henrotte hatte die Idee zu der Initiative, mit der er einige Mitglieder in der Kolpingsfamilie infizieren konnte. Sie bilden nun den Großteil der Ehrenamtler, die die Offene Ganztagsschule unterstützen. Einige von ihnen sind schon seit zwei Jahren dabei. Franz Schneider zum Beispiel. Der Rentner verbindet seine Arbeit an der Grundschule mit einem weiteren Hobby: dem Schachspiel.

Anfangs waren die Kinder noch etwas zögerlich, doch inzwischen wollen immer mehr mitspielen. „Schach fördert die Konzentration“, weiß er. Für die Kleinen noch wichtiger ist sicherlich der Spaß am Spiel – mit dem von Franz Schneider genannten positiven Nebeneffekt. Durch den wöchentlichen Kontakt wachsen auch die emotionalen Verbindungen. „Für manche bin ich so etwas wie der Opa“, berichtet er mit einem Schmunzeln.

Doch Spiel und Spaß sind es nicht allein, was die Ehrenamtler mit den Kindern teilen. Die Hausaufgabenbetreuung ist genauso wichtig, vor allem dann, wenn ein Kind besondere Hilfe benötigt. Bei Kindern aus dem Ausland ist es oft die Sprache, die sie in der Schule scheitern lässt. Genau dort können die Ehrenamtler ansetzen und bei den Aufgaben helfen. „Ich kenne einen jungen Schüler, der sehr intelligent ist, aber die einfachen Textaufgaben nicht verstehen kann, weil er die Sprache nicht beherrscht“, sagt Franz Schneider. Inzwischen merke man jedoch, dass der Junge Fortschritte gemacht habe. „Dann sind diese Kinder besonders dankbar“, so der Rentner. Dies sei der größte Lohn.

Für den Kinderschutzbund sind die Ehrenamtler besonders wertvoll, das betont auch die Vorsitzende Mariethres Kaleß: „Sich intensiv mit einzelnen Kindern zu beschäftigen, können unsere Mitarbeiter gar nicht leisten.“ In den Gruppen an den Offenen Ganztagsschulen arbeiten die Helfer natürlich in enger Abstimmung mit den hauptamtlichen Pädagogen. Eine besondere Schulung ist nicht erforderlich.

Etwas Sinnvolles machen

Wenn man die Senioren nach ihrer Motivation für diese Form des Ehrenamts fragt, so erhält man oft die gleiche Antwort: Man wolle etwas Sinnvolles machen und sich mit Kindern beschäftigen. Und: „Wir erhalten so viel Positives von den Kindern zurück“, berichtet Schneider.

Zum Team der Ehren­amtler gehören: Annette Schmitz, Elfriede Orichel, Christel Kuth, Annelie Fagien, Hans-Leo Recker, Barbara Maasakkers, Friedhelm Schäfer, Franz Schneider, Nils Henrotte, Herbert Engels, Margot Stiel und Renate Becht. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich bei Anne Weisser vom Kinderschutzbund unter Telefon 02403/32285 melden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert