Eschweiler - Drei Wochen pro Jahr im Dienst der Allgemeinheit

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Drei Wochen pro Jahr im Dienst der Allgemeinheit

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
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Verdienter Lohn: Langjährige aktive Feuerwehrmänner wurden mit dem Goldenen und Silbernen Ehrenzeichen des Landes sowie der Ehrengabe der Stadt Eschweiler ausgezeichnet. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. 31(!) Mal rückte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Eschweiler im vergangenen Jahr durchschnittlich pro Tag zu Einsätzen aus! Macht summa summarum 11.277 Einsätze in 2013!

Und dies waren nicht die einzigen beeindruckenden Zahlen, die die Wehrleitung mit Stadtbrandinspektor Harald Pütz und dessen Stellvertretern Axel Johnen und Lutz Krüger während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend in der Gaststätte Haus Flatten präsentierte. So leisteten die aktiven freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen der Indestadt insgesamt 10.232 Einsatzstunden und legten noch einmal satte 14.994 Stunden für die Ausbildung oben drauf. „Zahlen, die echte Hausnummern darstellen“, formulierte es Brandoberamtsrat Axel Johnen während seines Arbeitsberichts salopp, aber punktgenau.

Zuvor hatte Wehrleiter Harald Pütz die zahlreichen Gäste der Versammlung begrüßt. Es gelte, sowohl die ehrenamtlich als auch die hauptamtlich geleistete Arbeit zu würdigen. Das Aufgabenspektrum, dass Feuerwehren inzwischen zu bewältigen hätten, werde immer breiter gefächert und gehe weit über den abwehrenden Brandschutz hinaus. Als Beispiele für Großeinsätze der Eschweiler Feuerwehr im Jahr 2013 erinnerte Harald Pütz unter anderem an die Brände im ESW-Röhrenwerk in Aue und in einer Lagerhalle an der Auerbachstraße, zu dem 110 Wehrleute ausrückten, sowie an die Evakuierung von 300 Bewohnern des Stadtteils Pumpe-Stich, die ihre Häuser und Wohnungen auf Grund des Fundes einer Zweieinhalb-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vorübergehend verlassen mussten.

„Die insgesamt 487 Kameraden, von denen 260 zu den aktiven Einsatzkräften gehören, haben im zurückliegenden Jahr einmal mehr ein hohes Maß an Engagement gezeigt“, lobte Harald Pütz. Keine Feuerwehr der Welt könne auf ihre Ehrenamtler verzichten. „Deshalb muss eines unserer vordergründigsten Ziele lauten, die aktuelle Mitgliederzahl mindestens stabil zu halten. Nach dem Motto: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft!“

Auch im 125. Jahr ihres Bestehens richteten die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler ihren Blick nach vorne. „Die dringend notwendigen Baumaßnahmen in der Hauptwache Florianweg sowie in Bohl sind für die Jahre 2015 und 2016 auf den Weg gebracht“, berichtete der Stadtbrandinspektor. Und im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten hätten die Bürger am Sonntag, 15. Juni, die Gelegenheit, sich beim „Tag der offenen Tür“ in der Hauptwache einen Überblick über die indestädtischen Feuerwehr zu verschaffen. „Auch mit 125 Jahren auf dem Buckel sind wir jung und dynamisch geblieben und werden dies auch bleiben“, versprach er.

Kurz darauf überbrachte Bürgermeister Rudi Bertram seine Glückwünsche zu dem besonderen „Geburtstag“ und sprach ein großes Dankeschön aus. Seine Anerkennung äußerte auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Förster: „Immer wieder stellt die Eschweiler Feuerwehr ihre Fähigkeiten bei realen Einsätzen unter Beweis und wirkt darüber hinaus auch federführend auf Städteregionsebene, zum Beispiel in Sachen Ausbildung, mit.“

Als „Herr der Zahlen“ fungierte am Freitag Axel Johnen, der den Arbeitsbericht vorlegte: Die stabil gebliebene Zahl von 260 aktiven Einsatzkräften (Vorjahr 262) wertete er als positives Zeichen. Die insgesamt 11.277 Gesamteinsätze splitteten sich in 189 Einsätze „Abwehrender Brandschutz“, 562 Hilfeleistungen, 683 Fehleinsätze, 5740 Rettungsdienste und 4103 Krankentransporte auf. „Wobei die Zahl der 683 Fehlalarmierungen relativ zu sehen ist. So erfolgten zum Beispiel von den 84 Fehlalarmierungen im Bereich des Abwehrenden Brandschutzes 63 durch Brandmeldeanlagen. Allerdings mussten wir auch drei böswillige Fehlalarmierungen registrieren“, erläuterte der Brandoberamtsrat.

Generell sei festzustellen, dass der Begriff „Feuerwehr“ eigentlich nicht mehr zutreffend sei. „Wir sind zu einem Allroundhilfsdienst geworden, bei dem die Zahl der Brandeinsätze prozentual relativ gering ausfällt.“ Dementsprechend stiegen die Anforderungen an die ehrenamtlichen Feuerwehrleute weiter an. „Zählt man die geleisteten Einsatz- und Ausbildungsstunden unserer Freiwilligen zusammen, so opfert jeder von ihnen rund drei Wochen pro Jahr unentgeltlich für das Allgemeinwohl“, machte Johnen deutlich.

Jugendfeuerwehrsprecher Andreas Offermann legte den Bericht der Jugendfeuerwehr, die momentan 91 Mitglieder zählt, vor. „Im Jahr 2013 konnten wir 20 neue Mitglieder begrüßen. Insgesamt zehn junge Feuerwehrleute, davon eine Frau und neun Männer, wurden in den aktiven Dienst übernommen“, nannte auch er Zahlen. Für die musikalische Gestaltung zeichneten einmal mehr das Feuerwehrorchester unter der Leitung von Wolfgang Krieger sowie der Spielmannszug unter der Leitung von Achim Schuster verantwortlich.

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