Eschweiler-Röhe - Drei Linden werden zum Naturdenkmal

Drei Linden werden zum Naturdenkmal

Von: Tobias Röber
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Drei Linden in Röhe stehen kurz davor, zum Naturdenkmal zu werden. Die Städteregion rückte jetzt mit schwerem Gerät an und pflegte die Bäume. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Röhe. Gestatten: Tilia platyphyllos. Den Allermeisten als Sommerlinde bekannt. 1991 war die Sommerlinde Baum des Jahres. Es dauert nicht mehr lange, dann hat Eschweiler sein erstes Naturdenkmal auf privatem Boden.

Drei rund 24 Meter hohe Sommerlinden sind es, die im Vorgärten zweiter Häuser an der Straße Am Römerberg in Röhe stehen. Das Umweltamt der Städteregion Aachen ist derzeit unterwegs, um die rund 250 Naturdenkmale der Städteregion zu begutachten und zu pflegen. Auch die drei Röher Bäume, obwohl die offizielle Bestätigung der Bezirksregierung noch aussteht.

Udo Thorwesten ist Mitarbeiter beim Umweltamt der Städteregion. Am Freitag war er mit drei Helfern in Röhe zur Baumpflege. „Bäume als Naturdenkmale ausweisen bringt nur etwas, wenn die Bürger das auch befürworten“, sagt Thorwesten. In Röhe ist das offensichtlich der Fall.

Die Anwohner „geben die Bäume nun gerne an die Städteregion ab“, wie sie betonen und das Team um Udo Thorwesten wird künftig alles für die Pflege der Bäume tun. Gerade bei Linden gibt es durchaus auch Bürger, die sich nichts sehnlicher als deren Fällen wünschen. Laub verlieren sie wie jeder andere Laubbaum auch, besonders ärgerlich ist jedoch mitunter der klebrige „Honigtau“, also die Hinterlassenschaften der Läuse.

Aber zurück zu den drei Linden in Röhe. Bislang gibt es in Eschweiler lediglich ein Naturdenkmal und zwar im Stadtwald. „Buchen am Graben im Eschweiler Wald“ heißt das Denkmal ganz genau. Udo Thorwesten wartet derzeit auf eine Nachricht der Bezirksregierung, die im Röher Fall zuständig ist. Rund vier bis fünf Wochen werde das wohl noch dauern.

Wie alt die drei Linden sind, ist nicht genau belegt. Laut eines Nachbarn sind sie 50 Jahre alt. Er gab bei der Städteregion an, dass an gleicher Stelle Am Römerberg früher eine sehr große Linde gestanden habe, Rheinbraun jedoch mit einem Absetzer habe durchfahren müssen und die Linde aus diesem Grunde gefällt worden sei. Als Ausgleich seien dann die drei neuen Bäume gepflanzt worden. Udo Thorwesten kann sich auf Grund der Größe der Bäume auch durchaus vorstellen, dass sie seit bereits 100 Jahren dort wachsen.

Und was haben Udo Thorwesten und seine Mitarbeiter in Röhe genau getan? Zunächst einmal wurden die Linden vom Efeu befreit. Bereits tote Äste wurden aus dem Baum geholt, damit sie nicht beim nächsten Wind herunterfallen. Zudem wurde der Baum gesichert. Dazu wurde ein Vier-Tonnen-Seil in den Bäumen gespannt. Das soll verhindern, dass Äste bei einem weiteren Sturm abbrechen und herunterfallen. Vermessen wurden die Linden auch. Der Stammumfang in einem Meter Höhe beträgt 2,20 Meter, 2,15 Meter und beim dünnsten Exemplar immerhin noch 1,68 Meter.

Bei den drei Linden handelt es sich um sogenannte Zwieselbäume. Das bedeutet, dass sich der Stamm in einer Höhe von etwa drei Metern gabelt. Das kann je nach dem dazu führen, dass die abzweigenden Stämme schneller abbrechen können. Die Bäume in Röhe seien jedoch „gut gewachsen“, wie Udo Thorwesten betont. „Wenn man vom Boden aus hinauf schaut und den Himmel nicht sieht, dann ist alles in Ordnung“, erklärt er, blickt nach oben und lächelt zufrieden.

Die drei Linden bezeichnet der Mitarbeiter des städteregionalen Umweltamtes als „noch recht jugendliche Bäume“. In der Tat: Solche Bäume können durchaus mal mehrere hundert Jahre alt werden. Bei näherem Betrachten der Stämme entdeckt man kleine helle Risse. Das sei ebenfalls ein „super Zeichen“, da sie für gesundes Wachstum stünden, so Thorwesten.

Mit den Gegebenheiten vor Ort zeigt er sich ebenfalls sehr zufrieden. So fließe das Regenwasser direkt in Richtung der Bäume, was sehr gut sei, und auch ansonsten gebe es wenig „störende“ Bepflanzung. „Der Rasen ist das Leichentuch des Baumes“, erklärt er. Rasen konkurriert mit Bäumen um Wasser. Die drei Linden stehen in Röhe direkt an einem Kreuz. Das komme häufiger vor, sagt Udo Thorwesten. Den Grund dafür kennt er nicht.

Übrigens: Wer sich an einem Naturdenkmal zu schaffen macht, der riskiert ein Bußgeld oder gar eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Der Ortstermin zur Einschätzung der Linden als Naturdenkmal war im Dezember 2013. Rund ein Jahr später wird Tilia platyphyllos in Röhe nun wohl auch offiziell in die Liste aufgenommen.

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