Drei Generationen feiern das Osterfest

Von: Antonia Maus
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Verbinden mit dem Osterfest unterschiedlich Erwartungen und Erinnerungen: Inge Radermacher (links) erklärt den Kindern ihrer Tochter Birgit Hoffmann, wie Ostern früher gefeiert wurde. Foto: Antonia Maus

Eschweiler. Jana sitzt am Küchentisch und malt mit Oma Inge rote und pinke Herzchen auf die Ostereier. Nico, der 18 Monate alte Bruder, bringt schon mal die fertigen Ostereier zur Mama. „Wie feierte man Ostern eigentlich früher?”, fragt Jana neugierig und legt das fertige Osterei in die Mitte des Tisches.

„Damals waren die Ostervorbereitungen für uns Kinder geheimnisvoll. Unsere Eltern färbten ohne uns die Eier, mit Kräutern aus dem Garten. Farben wie heute gab es damals nicht. Das Eierfärben wird außer in unserer Familie heutzutage nicht mehr so oft gemacht”, sagt Inge und lächelt Nico zu, der gerade in die Küche zurückkommt.

Nico wird am Ostersonntag zum ersten Mal auf der Suche nach Geschenken durch den Garten seiner Eltern in St. Jöris laufen. Für seine Schwester ist das zwar nicht mehr neu, aber immer noch aufregend. Auf dem Wunschzettel der Neunjährigen stehen in diesem Jahr ein I-Pod, eine Monsterbarbie und eine Gitarre. Was der Osterhase aber wirklich ins Nest legt, bleibt Sonntagmorgen abzuwarten.

Früher gab es nur Kleinigkeiten

„Auf meinem Wunschzettel standen immer Porzellanpuppen, die ich aber immer nur zu besonderen Anlässen wie zum Geburtstag bekam. Ich habe alle Puppen, die ich geschenkt bekommen habe, aufbewahrt. Eine der Porzellanpuppen ist sogar schon über 60 Jahre alt”, erklärt Inge stolz. „Zu Ostern gab es nur Kleinigkeiten. So viele Geschenke wie heute gab es nicht. Außerdem war man damals auch zufriedener”, fügt sie hinzu.

Nach der Eiersuche wird bei Familie Hoffmann erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Anschließend geht es in die Kirche. Im Gegensatz zu vielen anderen Gleichaltrigen geht Jana noch regelmäßig zur Kirche. Schließlich ist sie Messdienerin. Für die Ostermesse hat sie mit den anderen Kindern und Jugendlichen extra geübt. „Die Messdiener und Messdienerinnen müssen vom normalen Verlauf des Gottesdienstes abweichen und bestimmte Dinge wie die Einzugs- und Auszugsprozession speziell für die Ostermessen einüben”, erklärt Pfarrer Dr. Reiner Hennes, der für die Pfarrgemeinden Kinzweiler und St. Jöris zuständig ist. Weil viele Familien die Osterferien nutzen, um in Urlaub zu fahren, sei es zwar schwierig, die Tradition aufrecht zu erhalten, trotzdem seien die Kirchen während der Feiertage noch recht gut gefüllt, sagt Hennes. „Früher ist man viel öfter in die Kirche gegangen als heute. Damals war es eine Selbstverständlichkeit, Karfreitag und Karsamstag in die Kirche zu gehen. Am spannendsten fand ich immer die Osterfeuer”, erinnert sich Inge.

„Nach der Messe treffen wir uns immer bei Oma zum Mittagessen. Es gibt Rinderbraten, Suppen und Salate. Aber vor allem freue ich mich auf den Nachtisch. So wie früher gibt es Pudding oder Eis”, sagt Jana mit großen Augen. Nachmittags essen sie Kuchen und trinken Kaffee. Am Ostermontag werden andere Verwandte und Bekannte besucht.

„Ich finde das Osterfest, so wie es heute gefeiert wird, schöner, da es nicht mehr so religiös ist und die Abläufe nicht mehr so starr sind wie damals. Doch besinnlicher und ruhiger war es früher”, sagt Oma Inge.

Janas Mutter Birgit meint dazu, als sie die Küche betritt: „Heute ist Ostern kommerzieller und wird oft durch die Medien aufgebauscht. Die Geschenke werden auch immer mehr und größer.”

Die meisten Kinder würden das Osterfest als Geschenkfest erleben, ohne den wahren Hintergrund der höchsten christlichen Feiertage vermittelt zu bekommen.

„Trotzdem empfinde ich das Osterfest immer noch als ein Familienfest”, sagt Jana. Die Neunjährige glaubt schon längst nicht mehr an den Osterhasen. Ihr kleiner Bruder Nico sieht das noch anders: Natürlich ist es der Osterhase höchstpersönlich, der die vielen Leckereien im Garten versteckt.
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