Dr. Werner Birtel legt das Skalpell aus der Hand

Von: Irmgard Röhseler
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„Damit uns der Chef nicht vergisst!“ Chefarzt Dr. Werner Birtel hängt heute endgültig seinen Arztkittel an den Haken und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Ein bisschen wehmütig ist er schon. „Aber ich gehe nicht mit schwerem Herzen. Schon deswegen nicht, weil ich weiß, dass meine Nachfolger die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie in ähnlichem Geiste weiterführen werden“, verrät Dr. Werner Birtel.

Eigentlich ist er schon seit zehn Tagen raus; seine letzte Visite hatte er am Ostersonntag – mit seinem gesamten Team. „Alle waren dabei“, freut sich der Mediziner über seine treuen Mitarbeiter, die alle für ihren Chef den Osterkaffee sausen ließen, um den letzten Tag mit ihm zu verbringen. Von seiner zwölfköpfigen Crew hat er auch schon bei einer kleinen Feier Abschied genommen. Seitdem besitzt Dr. Werner Birtel einen Kittel mit den zwölf Konterfeis seiner ehemaligen Kollegen. Damit er sie nicht vergisst.

Das tut er gewiss nicht: Denn wie könnte der leidenschaftliche Mediziner die schönste Zeit seines Berufslebens vergessen. „Es hat mir von Anfang an gut gefallen in Eschweiler, sonst wäre ich nicht hängen geblieben!“, konstatiert Birtel, der 1983 seinen Dienst als Facharzt für Chirurgie im St.-Antonius-Hospital antrat. Das war vor 30 Jahren. In dieser Zeit hat er Zig-Tausende Operationen vorgenommen und keinen Unterschied gemacht, ob jemand privat oder kassenärztlich versichert war. Für ihn zählte immer das gute Ergebnis am Ende einer OP und einer Behandlung. Das war längst nicht immer selbstverständlich. Bei manchen Patienten hing das Leben buchstäblich am seidenen Faden. „Es war total befriedigend, wenn mein Team und ich die oft schwierige n Operationen erfolgreich beendeten.“ In dieser Zeit hat Birtel viele Menschen an seiner Seite schätzen gelernt.

Am Mittwoch nimmt Dr. Werner Birtel, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie am St.-Antonius-Hospital, offiziell seinen Abschied. Seine Arbeit übernehmen nun seine langjährigen Mitarbeiter Dr. Oliver Heiber und Dr. Ture Wahner.

Nach dem Besuch eines Humanistischen Gymnasiums studierte Werner Birtel an der medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und Homburg. Der heute 65-jährige Vater von drei Kindern und Großvater eines Enkelkindes promovierte im Fach Medizinische Psychologie. Seine Ausbildung zum Chirurgen absolvierte er in der Chirurgischen Klinik der Städtischen Kliniken Remscheid unter Professor Hartmann und Dr. Johannes Aengenvoort.

Wie eingangs erwähnt, wechselte er 1983 von Remscheid zum Eschweiler Krankenhaus, wo er in der Plastischen und Handchirurgie unter der Leitung von Dr. Reinhard Achinger und Dr. Juri Toomes die Weiterbildung zum Plastischen Chirurgen abschloss. 1992 wurde Dr. Birtel im Kollegialsystem mit Dr. Achinger zum Chefarzt der Unfallchirurgie.

Nachdem Dr. Reinhard Achinger 2002 in den Ruhestand ging, leitete Dr. Werner Birtel die Unfallchirurgische Klinik alleine weiter – bis zum heutigen Tag.

Wer jetzt glaubt, Dr. Werner Birtel setzt sich zur Ruhe, der irrt: Nun findet er endlich viel mehr Zeit und Muße für seine Hobbys. Denn er schmökert unheimlich gerne in geschichtlichen und theologischen Büchern und hört gerne klassische Musik. Mehr Zeit hat der Mann, der auch samstags und sonntags an seinem Arbeitsplatz zu finden war, nun für seine Frau Birgit, für die Kinder Andrea, Thomas und Stephan, sowie für den gerade mal anderthalb Jahre alten Enkel Moritz.

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