Eschweiler - Doppelausstellung „Identität(s) Schichten”: Werke geben Antworten

Doppelausstellung „Identität(s) Schichten”: Werke geben Antworten

Von: ran
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Spannung, Entspannung, Vergän
Spannung, Entspannung, Vergänglichkeit lauten die Themen, die Thomas Donner in seinen Bildobjekten darstellt. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der eine stellt (unter anderem) alltäglich erscheinende Figuren in den Mittelpunkt seiner Arbeit, der andere experimentiert mit der Vergänglichkeit und der Wiederkehr der Natur.

Auf diese Art und Weise legen der Bildhauer, Maler und Zeichner Thomas Jentgens sowie der Maler und Grafiker Johannes Donner „Identität(s)Schichten” frei. So lautet auch der Titel ihrer Ausstellung, die der Eschweiler Kunstverein noch bis einschließlich Sonntag, 7. Oktober, in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof präsentiert.

„Es ist unmöglich, gegen die Natur zu arbeiten”, betont Johannes Donner. Also nutzt er ihre Ressourcen und stellt Farben aus reinen Pigmenten und Öl her, die er immer wieder auf- und abträgt. Durch den anschließenden Auftrag einer Marmormehl- oder Supfkalkmasse, die beim Trocknen reißt, offenbart sich sein eigentliches Anliegen. „Der Gegensatz von Spannung und Entspannung, der eine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit sowie der Erneuerung möglich macht”, erklärt der gebürtige Wegberger, der dort seit 1999 ein eigenes Atelier unterhält.

Selbst gemachte Erfahrungen und Beobachtungen sind der Schlüssel zu den Werken von Thomas Jentgens. „Menschen fallen mir im Alltag auf, ich gehe auf sie zu und komme mit ihnen ins Gespräch. Dabei entsteht in mir ein Bild im Kopf, dass zur Grundlage meiner Arbeit wird”, erläutert der 1958 in Langerwehe Geborene, der zwischen 1979 und 1985 ein Studium der Kunst und Geographie an der RWTH in Aachen absolvierte.

Den Dialog zwischen Künstler und Betrachter stellte Kunstkritiker Stefan Skowron zunächst in den Mittelpunkt, als er während der Vernissage am gestrigen Vormittag in die Ausstellung „Identität(s)Schichten” einführte. „Kunst schöpft aus Erfahrung”, machte der Publizist deutlich.

Und zwar sowohl aus der Erfahrung des Schaffenden, der als Suchender stets neuen Herausforderungen gegenüberstehe, als auch aus der des stets neugierigen Betrachters. „Dabei müssen wir nicht immer alles sofort verstehen. Bei der ersten Begegnung mit dem Kunstwerk zu fremdeln, führt nämlich zur Frage: Warum?. Deshalb gilt es, dem Betrachter die Scheu zu nehmen, nach dem Warum zu fragen.” So sei der Weg vom Sehen zum Verstehen vorgezeichnet.

Dieser führe bei den Arbeiten von Johannes Donner zu der Erkenntnis, dass es sich bei seinen Werken nicht um Bilder, sondern um Bildobjekte handele. „Sie zeigen nichts konkretes, keine Abbildung von etwas. Sie sind!”, so Stefan Skowron. Dabei wehrte sich der Aachener, das Schaffen von Johannes Donner abstrakt zu nennen. „Das Werk besteht viel mehr aus Erlebensstücken, in denen sich die Realität als besonders vielfältig erweist. Der Künstler stellt Gefühle in den Mittelpunkt seines Motivs, statt der Darstellung von Erlebtem. Aus diesem Grund kann er nicht mit Abbildern arbeiten.”

Auch die Betrachtung der Figuren von Bildhauer Thomas Jentgens werfe Fragen auf. So etwa, warum er alltägliche Figuren ohne Übertreibungen abbilde? „Doch genau davon darf man sich nicht täuschen lassen”, lautete die Feststellung des Kunstkritikers. Die Werke von Thomas Jentgens seien von seinem Grundsatz „immer wieder anders, immer wieder neu, immer wieder suchen” geprägt. „Es gibt keinen typischen Jentgens”, brachte es Stefan Skowron auf den Punkt. „Seine Figuren zeigen die Vielfalt des Möglichen, sie respektieren die Realität. Denn real ist das, was wir sind.”

Für jede seiner Arbeiten kreiere der Bildhauer eine eigene Form, eine eigene Sprache. „Dabei führt Thomas Jentgens seine Figuren nicht vor, sie sind keine Denkmäler, eigentlich auch keine Darstellung von Menschen, sondern vielmehr ihrer Lebenssituationen.” Wichtiger Bestandteil der Arbeit sei die sorgfältige Beobachtung des Objekts. „Thomas Jentgens wartet, bis sich die richtige Form ergibt”, schloss Stefan Skowron seine Ausführungen.

Wenige Augenblicke später erklärte die Vorsitzende des Eschweiler Kunstvereins, Nadine Müllers, die Ende August das Amt von Manfred Lohre übernahm, die erste Ausstellung unter ihrer Ägide als eröffnet.

Die Werke der beiden Künstler Johannes Donner und Thomas Jentgens sind noch bis einschließlich Sonntag, 7. Oktober, in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof zu sehen.

Geöffnet ist die Städtische Kunstsammlung im Kulturzentrum jeweils freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags zwischen 11 und 13 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und zwischen 16 und 18 Uhr.

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