Diebe selbst stellen? Auf keinen Fall!

Von: Timo Müller
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Annette Brandenburg , Vorsitzende der Eschweiler Kolpingsfamilie, dankte gemeinsam mit Herbert Engels (links) den Kommissaren Norbert Winkler (2.v.l.) und Manfred Beier (rechts) für ihre nützlichen Tipps rund um das Thema Einbruchschutz. Foto: Timo Müller
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Einbrecher kommen entgegen der weit verbreiteten Annahme meistens nicht nachts, sondern in der Regel in Zeiten, in denen niemand daheim ist, ins Haus. Foto: Timo Müller

Eschweiler. Ein Einbruch in die eigenen vier Wände bedeutet für viele Menschen einen großen Schock. Neben dem materiellen Schaden machen den Betroffenen zumeist auch die Verletzung der Privatsphäre und das verloren gegangene Sicherheitsgefühl daheim sehr zu schaffen.

Dies kann auch lange danach noch schwerwiegende psychische Folgen für die Opfer haben. Wie man sich am besten vor Einbrechern schützt, erklärten Manfred Beier und Norbert Winkler vom Kriminalkommissariat 44 in Aachen bei einer Veranstaltung der „Ü60 und jünger“-Gruppe der Eschweiler Kolpingsfamilie.

Rund 40 interessierte Zuhörer hatten sich dazu im Haus Flatten an der Röthgener Straße eingefunden. Hier konnten die Polizeibeamten erst einmal mit einigen oft geglaubten Irrtümern aufräumen. So kommen Einbrecher entgegen der häufig vermuteten Annahme selten nachts ins Haus, sondern eher zur Schul-, Arbeits-, oder Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Denn die Langfinger versuchen in der Regel unentdeckt zu bleiben, und jegliche Konfrontation zu vermeiden, und suchen sich daher gezielt Zeiten aus, in denen die Einwohner des ausgesuchten Objekts nicht zu Hause sind.

Trotzdem raten die Kommissare auf jeden Fall davon ab, Einbrecher, falls man sie im Haus oder in der Wohnung bemerkt, zu konfrontieren. Stattdessen sollte man in einem solchen Fall auf dem schnellstmöglichen Wege die Polizei unter der Rufnummer 110 verständigen.

Dazu riet Kommissar Manfred Beier seinen Zuhörern, am besten immer ein Telefon im Schlafzimmer bereitliegen zu haben, und darauf zu achten, dass das Zimmer von ihnen verschließbar ist. Die Frage aus dem Publikum, ob CS-Gas, neben dem heimischen Bett aufbewahrt, legal sei, bejahte der Polizeibeamte zwar, riet jedoch, anstatt einer Waffe besser einen sogenannten Schrillalarm bereitliegen zu haben. Diese kleinen Geräte geben nach dem Betätigen einen unglaublichen Lärm ab. Dies sei im Ernstfall sinnvoller.

Dazu gaben die beiden Kommissare nützliche Tipps zur Fenster- und Türsicherung und stellten einige technische Lösungen zur Verstärkung von Schlössern vor. Denn 75 Prozent der Einbrecher gelangen durch das Aufhebeln von Türen oder Fenstern in die Wohnung, sechs Prozent durchschlagen Glas, um dann von innen einen Hebel zu betätigen und nur zwei Prozent schlagen eine große Durchgangsöffnung durch Glasflächen. Dies stellt nämlich durch den auftretenden Lärm und die eigene Verletzungsgefahr für den Eindringling ein größeres Risiko dar.

Die in den Medien häufig genannten „Gaunerzinken“, also Zeichen an Hauswänden oder Türen, die geheime Botschaften wie „Vorsicht, bissiger Hund“, oder „Hier wohnt ein Polizeibeamter“ beinhalten, seien schon lange kein Thema mehr. „Wenn das funktionieren würde, hätte ich solche Zeichen an der Tür“, erklärte Norbert Winkler.

Auch zu erhöhter Vorsicht in sozialen Netzwerken rieten die Beamten. So sollten Fahrten in den Urlaub oder andere Gelegenheiten, bei denen niemand zu Hause ist, nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Allgemein rieten die beiden Experten auf jeden Fall zu einer erhöhten Aufmerksamkeit, nicht nur in Bezug auf das eigene Objekt, sondern auch auf das der Nachbarn, besonders wenn diese im Urlaub sind.

So kann durch das Abholen der Post, das Mähen eines Rasens oder durch das Gießen von Blumen beim Nachbarn der Eindruck erweckt werden, es wäre in dieser Zeit jemand zu Hause. Im Allgemeinen hätten Einbrecher und Diebe in einer aufmerksamen Nachbarschaft keine Chance, so die Beamten. So könne der Polizei oft schon mit zufällig gemachten Beobachtungen geholfen werden.

Wem etwas Verdächtiges auffalle, sei es beispielsweise ein unbekannter Wagen mit fremden Kennzeichen, aus dem anscheinend Objekte beobachtet werden, kann dies unter der Polizei-Rufnummer Telefon 0241/9577 tun.

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