Eschweiler - Die Welt der Noten ist sein Zuhause

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Die Welt der Noten ist sein Zuhause

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
Noten sind seine Welt: Seit 27
Noten sind seine Welt: Seit 27 Jahren hält Horst Berretz die musikalischen Fäden der Städtischen Musikgesellschaft in seiner Hand.

Eschweiler. Auf dem glänzenden Flügel liegen stapelweise Noten. Für Chöre, für kleine und mittlere Orchester und ab und an auch einmal Klaviernoten. Beim Nothberger Horst Berretz laufen eben viele musikalische Fäden zusammen.

Aktuell nimmt vor allem das bevorstehende Festkonzert „150 Jahre Chor und Orchester in Eschweiler” der Städtischen Musikgesellschaft viel Raum ein. Berretz ist deren musikalische Leiter. Seit 27 Jahren - mit einer einjährigen Unterbrechung.

Requiem im November

Frei wie ein Vogel ist er bei seiner Arbeit nicht. Dem Vorstand der Städtischen Musikgesellschaft legt er seine Ideen vor. Schließlich muss der Konzertplan der Satzung entsprechen. Der Erhalt von wertvollem musikalischen Kulturgut gehört ebenso dazu wie ein geistliches Konzert. Letzteres ist für November vorgesehen, wenn das Requiem von Johannes Brahms aufgeführt wird.

Seit dem vergangenen Weihnachtskonzert liegt der Schwerpunkt allerdings auf der Veranstaltung in der Weisweiler Festhalle am 12. Mai. Und dieses Ziel ist für ein Laienorchester sehr ambitioniert, blieben schließlich keine 15 Proben Zeit, das über zweistündige Programm einzustudieren. Horst Berretz griff bei der Programmauswahl deswegen auch auf Werke der vergangenen Jahre zurück: „Es wäre sonst nicht zu schaffen gewesen.” Zudem passe die Auswahl zum Anlass, schließlich solle beim Festkonzert auch ein Blick in die Geschichte geworfen werden. Also werden Werke aufgefrischt, die in den vergangenen 20 Jahren schon einmal auf dem Programmzettel der Städtischen Musikgesellschaft standen.

Das macht die Arbeit aber keinesfalls leichter, denn die neuen Stücke müssen zunächst einmal einstudiert werden. „Der zweite Satz aus Dvořáks Sinfonie aus der Neuen Welt hat es in sich”, weiß Berretz. Dennoch ist es sein Wunsch, anspruchsvolle Musikstücke auszuwählen, auch wenn ein Laienorchester manchmal an seine Grenzen stößt. In einem solchen Fall halfen stets die guten Kontakte zu professionellen Musikern in der Region. Auch beim Festlichen Konzert in Weisweiler kommt das Ensemble nicht ohne Profi-Unterstützung aus.

Die Noten erhält Berretz von Verlagen, die sich auf den Vertrieb von Orchesternoten spezialisiert haben. Oder - so in einem ganz aktuellen Fall - sogar von einem professionellen Ensemble selbst: Da das Musical „Elisabeth” momentan in Wien läuft, bat Berretz dort um die Erlaubnis, das Stück „Ich gehör nur mir” am 12. Mai aufführen zu dürfen. Aus der Hauptstadt kam das Okay, natürlich nur gegen Bezahlung. Nach dem Konzert muss der pensionierte Musiklehrer die Noten wieder nach Österreich zurückschicken.

Seit 1985 steht Berretz nun am Dirigentenpult der Musikgesellschaft. Der 67-Jährige denkt jedoch noch nicht ans Aufhören: „Es macht mir Spaß, so lange es meine Gesundheit zulässt, möchte ich weitermachen.” Die Welt der Noten hat schließlich sein ganzes Leben geprägt. Als Musiklehrer wirkte er am Städtischen Gymnasium, zudem leitete er verschiedene Chöre in der Region. Seine Musikalität hat er auch seinen drei Töchtern mit in die Wiege gelegt. Verena Berretz steht dem Jungen Chor Nothberg vor, der auch beim Festlichen Konzert auftritt.

Das Motto der Festveranstaltung lautet „Variatio delectat - Abwechslung erfreut”. So wird am 12. Mai ein musikalischer Bogen gespannt vom Händelschen Barock bis hin zu aktuellen Musicals. „Zweieinhalb Stunden Klassik wären für die Zuhörer auch anstrengend”, räumt Horst Berretz ein. Schließlich will man viele Menschen in die Festhalle locken und ihnen bei frei(willigem) Eintritt ein abwechslungsreiches Programm bieten.

„Variatio delectat” - das könnt auch für das musikalische Wirken Horst Berretz gelten. Denn die Projekte, die er mit anstieß, waren so breit gefächert wie der Konzertabend in Weisweiler.

Festliches Konzertbei freiem Eintritt

Die Städtische Musikgesellschaft erinnert mit einem Festlichen Konzert an 150 Jahre Chor und Orchester. Am Samstag, 12. Mai, stehen ab 19 Uhr Werke von Händel, Puccini und Mozart in der Weisweiler Festhalle auf dem Programm, es werden allerdings auch moderne Musical-Melodien erklingen. Der Eintritt ist frei(willig).

Unterstützt wird die Musikgesellschaft von der Sopranistin Dawn Mary Flynn-Sirrenberg, Klarinettist Johannes Flamm und Pianist Theo Palm sowie vom Städtischen Chor Alsdorf, Jungen Chor Nothberg, Cantabile Eschweiler und dem Schlagwerkensemble der Musikschule der Stadt Eschweiler. Moderator des Abends ist Peter Adrian.

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