Die Stadt heizt vielerorts auch die Atmosphäre

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Die Fassade des Rathauses: Sie soll in den nächsten Jahren für 5,5 Millionen Euro saniert werden.

Eschweiler. Die Fassade des Rathauses muss saniert werden, um Energie zu sparen. Das wird rund 5,5 Millionen Euro kosten. Es ist nicht das einzige Gebäude der Stadt, in dem zum Fenster raus geheizt wird: Insgesamt rechnet die Stadt mit zwölf Millionen Euro für Sanierungen, neue Heizungsanlagen und neue Beleuchtung in mindestens 34 Gebäuden.

Das ist das Ergebnis eines Klimaschutz-Teilkonzepts. Es ist keinesfalls so, dass die Stadt bisher nichts für Energieeinsparung und Klimaschutz getan hat. Diplom-Ingenieur Steffen Roß von der Aachener WiRo Consulting GmbH erläuterte in einem Vortrag den Kommunalpolitikern, wie schnell die Energiekosten gesunken sind, seitdem 2006 eine Firma per Vertrag die Energiemanagement für städtische Gebäude übernommen hat.

In mehreren Schulen und Sporthallen wurden die Lichtanlagen komplett erneuert, auch neue Heizungsanlagen wurden eingebaut und Solaranlagen montiert. Zum Beispiel in der Sporthalle Kaiserstraße. Die Einsparung: 20 bis 40 Prozent, je nach Gebäude.

Von 2007 auf 2008 sank der Brennstoffbedarf für die städtischen Gebäude von fast 22.000 auf rund 17.000 Megawattstunden. Dafür mussten 1,15 Millionen Euro bezahlt werden. In den nächsten Jahren soll der Energieverbrauch weiter schrumpfen, auf 12.300 Megawattstunden. Dadurch sollen die Kohlendioxid-Emissionen um fast 30 Prozent geringer werden.

Der Aachener Diplom-Ingenieur dokumentierte Bausünden der Vergangenheit. Zum Beispiel an der Waldschule, wo die Fensterrahmen als Heizungen ausgestaltet sind. Da ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht nur die Schule, sondern auch die Erdatmosphäre auf Kosten der Stadt geheizt wird.

Der Gutachter schlug drei Handlungsstufen vor. Kurzfristig sollen Thermografien von 66 Gebäuden angefertigt werden. Roß: „Ich empfehle, mit diesem Thermografien sofort loszulegen, und als erstes an der Waldschule.” Mit dem Wärmebildfotos soll festgestellt werden, wo an den Gebäuden Wärme verloren geht. Ebenfalls kurzfristig sollen Voruntersuchungen und technische Konzepte für die Sanierung von 34 Gebäuden erstellt werden. Für 200.000 Euro. Sie wurden am Donnerstag vom Planungs-, Umwelt- und Bauusschuss bewilligt.

Mittelfristig steht die Erneuerung kompletter Lichtanlagen für die städtischen Gebäude - soweit noch nicht geschehen - an, ebenso sind neue Lüftungsanlagen notwendig. Mittel- und langfristig geht es dann an die Sanierung von Fassaden. Für dieses Paket rechnet der Gutachter, grob geschätzt, mit zwölf Millionen Euro brutto.

Davon allein rund 5,5 Millionen Euro für die Sanierung des Rathauses. Über Einzelheiten dieser Sanierung berieten die Kommunalpolitiker dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Finanzierung ist weitgehend gesichert - die Stadt hat bereits für die bisher geplanten Sanierungen über sieben Millionen Euro zurückgelegt.

Drei Projekte berechnet

Für drei Projekte rechnete die begutachtende Firma die Kosten und die Nutzen vor. So sollen zum Beispiel am Kindergarten St. Jöris die Stahlrahmenfenster durch gedämmtes Mauerwerk ersetzt werden, einfach verglaste Fenster werden ausgetauscht. Kosten: knapp 11.000 Euro, Energieeinsparung pro Jahr gut tausend Euro. Bei der Grundschule und Turnhalle Röhe dauert es 17 Jahre, bis die Kosten durch Energieeinsparung reingeholt sind.

Aber das wird durch die Fördermittel versüßt. 147.000 Euro sind dort zu berappen. Zur Finanzierung des kompletten Sanierungspakets erhofft sich die Stadt Fördermittel aus speziellen Klimaschutz-Programmen der Bundesrepublik. Ebenfalls Fördermittel soll es geben für einen Arbeitsplatz, der eigens für dieses Sanierungsprogramm im Rathaus eingerichtet werden soll. Dafür sind drei Jahre lang jährlich 70.000 Euro notwendig, die zu 80 Prozent aus Fördermitteln gedeckt werden sollen.
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