Die Sportvereine bangen um Zuschüsse

Von: Patrick Nowicki
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Gehen den Sportvereinen ZuschÀ
Gehen den Sportvereinen Zuschüsse verloren? Die CDU regt deswegen an, einen Stadtsportbund zu gründen. Foto: Peter Schöner

Eschweiler. Der Landessportbund tritt selten im Vordergrund auf, für die Vereine in der Stadt ist er jedoch besonders wichtig: Schließlich verwaltet und verteilt er Zuschüsse. So gibt es unter anderem Geld für Übungsleiter, wenn diese bestimmte Qualifikationen nachweisen.

Seit dem 1. Januar müssen die Vereine jedoch ein weiteres Kriterium erfüllen, um an die Zuschusstöpfe zu gelangen: Sie müssen Mitglied in einem Stadtsportbund sein. Ein solcher besteht jedoch in Eschweiler nicht.

Die CDU will deswegen Vereine und Vertreter des Landessportbundes an einen Tisch holen. Einen Stadtsportbund für Eschweiler zu gründen, könnte ein Ergebnis sein. Viele Aufgaben, die in anderen Kommunen ein solcher Zusammenschluss übernimmt, erledigt in Eschweiler auch das Sportamt. Der Christdemokrat Dr. Christoph Herzog sieht deswegen auch keine „zwingende Notwendigkeit”, denn die Stadt sei ein solider Ansprechpartner für die Sportvereine. Aber man müsse auch fragen, welche Vorteile es haben könnte, wenn sich ein Stadtsportbund gründe. Um genau diese Frage zu klären, bittet die CDU an den „Runden Tisch”. Das Ergebnis ist offen.

Mit der Auflösung des Kreissportbundes wurde auch in anderen Städten der Ruf nach einem eigenen Stadtsportbund lauter. Am 4. Januar dieses Jahres wurde der Regio-Sportbund Aachen gegründet. Eschweiler ist in dieser Organisation nicht Mitglied, da kein Stadtsportbund besteht. Damit wäre ein entscheidendes Kriterium, Zuschüsse des Landessportbundes zu erhalten, nicht erfüllt.

Beim LSB fließt allerdings nicht nur Geld, sondern er bietet auch Fortbildungen an, die günstig genutzt werden können. Beratungen stehen ebenfalls auf der Angebotspalette. Nicht zuletzt sind Mittel aus Bundesförderprogrammen über den LSB abzurufen. Darunter fällt unter anderem das Sportabzeichen.

Stadtsportbünde in anderen Städten sehen sich als Interessenvertreter der Sportvereine und haben auch Mitsprache, was mit der Sportpauschale des Landes geschieht. Auch an den Debatten über die Nutzungsentgelte von Sportanlagen nehmen sie teil. Allerdings koordinieren sie auch Dinge wie die Nutzungszeiten der Sportstätten. Dies wird in Eschweiler vom Sportamt erledigt. Deswegen schränkt Dr. Christoph Herzog ein: „Es geht nicht darum, Dinge, die gut laufen, zu verändern, sondern zu schauen, was man besser machen kann.” Das Ehrenamt dürfe man schließlich nicht überstrapazieren.

Dennoch geht es für die Sportvereine um viel Geld. Ein Wegfall der LSB-Zuschüsse würde viele Organisationen empfindlich treffen. Am 15. April dürfte also eine interessante Diskussion entstehen.

Info-Veranstaltung am 15. April

An einem „Runden Tisch” will die CDU mit den Vertretern von Sportvereinen und Landessportbund (LSB) ins Gespräch kommen. Die Informationsveranstaltung findet am Freitag, 15. April, ab 19.30 Uhr im Kulturzentrum Talbahnhof statt.

An diesem Abend werden der Stellvertretende Geschäftsführer des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Martin Wonik, und der LSB-Vorsitzende in der Städteregion Aachen, Björn Jansen, ihre Arbeit vorstellen und Fragen beantworten. Die Moderation übernimmt Dr. Christoph Herzog (CDU).

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

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