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Die RWE-Sänger sind im Herzen jung geblieben

Von: jope
Letzte Aktualisierung:
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Verzauberte das Publikum mit seinem breitgefächerten Repertoire, das von Oper und Operette über Volkslieder bis hin zu Schlagern reicht: der RWE-Chor Eschweiler unter der Leitung von Chordirektor ADC Ernst Matthias Simons. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Immer, wenn die Natur in prächtiger Blüte steht, ist es soweit: Der RWE-Chor Eschweiler präsentiert sich seinem großen treuen Publikum in der Weisweiler Festhalle mit seinem Frühlingskonzert.

Um bei den „blumigen” Vergleichen zu bleiben: Meistens ist das dabei interpretierte Programm genauso bunt wie sich Natur in eben diesen Tagen darbietet.

Diesmal - natürlich war die Festhalle samt Emporenplätzen wieder bis auf den letzten Platz gefüllt - war es nicht anders. Dabei machte der RWE-Chor aus der Not eine Tugend: Da das RWE-Orchester schon länger anderweitig verpflichtet war, sprang ein Gastensemble ein: das Symphonische Orchester der Musikschule Niederzier.

Leiterin Eva-Maria Gaul war nicht nur dessen Dirigentin, sondern vorneweg die Trompete spielend auch so etwas wie ein Konzertmeister bei einem Streichorchester. Dies machte sich gleich bei der Potpourri-Ouvertüre aus Verdi-Opernmelodien positiv bemerkbar, als sie den Triumphmarsch aus „Aida” anführte.

Nach der Begrüßung durch Chorvorsitzenden Alfred Turbanski, der eindringlich Nachwuchswerbung für seinen großen und guten, aber durchaus „in die Jahre” gekommenen Chor betrieb, führte in bewährter Manier Dirigent und Chordirektor Ernst Matthias Simons durch das Programm.

Der erste Teil des dreistündigen Festabends hatte klassisch-romantisches Gepräge. Ein schöneres Geburtstagsständchen hätte der RWE-Chor dem „Geburtstagskind” Felix Mendelssohn-Bartholdy - er wäre am 3. Februar 200 Jahre geworden - kaum machen können: Die drei Weisen „Kleines Frühlingslied”, „O Täler weit, o Höhen” und „Der Jäger Abschied” wurden allesamt einfühlsam und intonationssicher dargeboten - und das auch noch a cappella!

Bei anderen Darbietungen erwies sich Pianist Theo Palm als souveräner Begleiter: Auch seinem mal antreibendem, dann wieder zurückhaltend-wirkungsvollen Klavierspiel war es zu verdanken, dass dem Chor der Querschnitt aus Verdis weniger bekannter Oper „Die sizilianische Vesper” so schön gelang.

Mit dem Solisten des Abends, Bariton Michael Dahmen, hatte der RWE-Chor einen guten Griff getan: Der 28-jährige Westfale, als lyrischer Bariton bei Opern- und Oratorienaufführungen gefragt, verstand sich sowohl auf das Fach des Buffo-Sängers wie bei Arien aus Mozarts „Hochzeit des Figaro” und „Die Zauberflöte” („Ein Mädchen oder Weibchen”) als auch auf die Interpretation klassischer Balladen („Die Uhr” von Carl Loewe) und des unverwechselbaren deutschen Kunstliedes, dessen Prototyp sicher „Der Lindenbaum” bzw. „Am Brunnen vor dem Tore” von Franz Schubert ist.

Fehlte nur noch ausgelassene Operetten-Stimmung: Doch auch Anhänger dieses leichten, aber keineswegs anspruchslosen Genres verwöhnte Michael Dahmen mit der berühmten „Schweinespeck”-Arie aus dem „Zigeunerbaron” von Johann Strauß. Mit Wiener Walzerperlen verabschiedete das Orchester Niederzier die Besucher nach über einer Stunde in die Pause.

Nach selbiger glaubte man seinen Ohren kaum zu trauen: Wo eben noch gediegene Klassik und Romantik obwaltete, wurde vom Orchester nun ein peppiger Reigen von Broadway-Melodien geboten. Und der Chor schwamm schwung- und niveauvoll auf dieser „neuen Welle” mit. Bei einem Potpourri jagte ein goldener Evergreen den anderen.

Und nicht nur klassische Evergreens wie „New York” waren zu hören, sondern im weiteren Verlauf des zweiten Programmteils auch Udo-Jürgens-, Beach-Boys- und sogar Marianne Rosenberg-Hits („Er gehört zu mir”). Womit wieder einmal bewiesen wurde: Auch manch altes Herz ist im Inneren noch immer jung.

Kein Wunder, dass das Chor-Schlusslied „Bye-bye, es war so schön” vom Publikum neben langanhaltendem Beifall auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge quittiert wurde: Das lachende Auge bestätigte die Aussage des Liedes für den ganzen Abend, das weinende stand für die Erkenntnis, dass die „Fans” des RWE-Chores nun ein ganzes Jahr auf das nächste Frühlingskonzert warten müssen.
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