Eischwiele - Die Lustige Reserve bietet ein Programm voller Höhepunkte

Die Lustige Reserve bietet ein Programm voller Höhepunkte

Von: vr
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Seit Jahren harmonieren Cindy Sünderhauf und Andreas Oleff als Tanzpaar der Lustigen Reserve. Foto: Volker Rüttgers

Eischwiele. Eigentlich hätte er sich die Bestuhlung des Saals sparen können: Es war kurz nach 23 Uhr, die Trompeter der „Original Eschweiler“ machten auf der Bühne gerade Stimmung und rund um Saalwirt Delio Duarte tobte, tanzte und sang das jecke Volk – niemand hatte bisher lange auf seinem Sitzplatz bei der Kostümsitzung der KG Lustige Reserve gesessen, dafür hatte die Röthgener Gesellschaft einfach ein zu mitreißendes Programm geboten.

Schon beim Einmarsch der Uniformierten wurde der Trommler- und Spielverein Baesweiler 1913 durch lauten Klatschmarsch der bunt kostümierten Narren in der voll besetzten „Delio-Arena“ des Hotels Flatten unterstützt. Gut gelaunt und souverän wie ein alter Bühnenprofi begrüßte Präsident Thomas Weiland seine Gäste und versprach einen kurzweiligen Abend mit viel Musik, Tanz, Lachgarantie und noch mehr Stimmung.

Über fünf Stunden später sollte klar gewesen sein: Versprechen eingelöst, die Lustige Reserve war wieder einmal einen Besuch wert. Ob Wunderheiler an Resi Flattens Theke, Porzellan-Syndrom (wenn man nicht mehr alle Tassen im Schrank hat) oder geistreiche Kommentare seines „Hasenzehs“, Wolfgang Mertens war als erster, aber nicht letzter Gast der KG Lätitia Blaue Funken aus Weisweiler der ideale „Eisbrecher“ und eroberte Herzen und vor allem die Zwerchfelle seines Publikums im Sturm.

Nach so viel gelungenen Pointen gab es im Anschluss, wie es bei der Lustigen Reserve schon Tradition ist, einen tänzerischen Augenschmaus: Sarah Jungbluth versprühte mit viel Charme und reichlich Hüftschwung pure Fastelovends-Freude.

Und wer glaubte, dass so früh im Jahr keine rechte Karnevalsstimmung aufkommen könne, der sah sich spätestens beim Einmarsch seiner Tollität, Prinz Wolfgang II., getäuscht. „Ach wär‘ ich nur ein einzig Mal“ und der „Laridah“ verfehlten ihre Wirkung nicht und ließen die Jecken im Saal auf Stühle klettern und zu den Luftschlangen greifen.

Entsprechend bunt beladen hatte sich Wolfgang II. mit seinem Zeremonienmeister Frank schließlich doch noch bis zur Bühne gekämpft, wo ihn Präsident Thomas Weiland mit praktischen Bierdosen-Bauarbeiterhelmen ausstaffierte: „Jetzt sidd ihr widder die zwei Jonge vam Bau“, spielte er auf die Handwerks-Geschichte der beiden an, die sich singend bedankten: „Mer stonn op uns jecke, jecke Stadt“.

„Es ist immer wieder ein Erlebnis, in diese Arena hier einzumarschieren“, gewährte Eschweilers Narrenherrscher Einblick in seine Gefühlswelt und unterstrich dies mit seiner Hymne an seine Heimatstadt: „Du ming Heimat“.

„Burgmüsjere“

Wie hielt die Lustige Reserve die Stimmung nach dem Auftritt des Prinzen hoch? Mit ihrer Husarentanzgruppe, den „Burgmüsjere“, die wenn auch „Fruchtbarkeits-Tanz“ bedingt reichlich dezimiert, eine schwungvolle Darbietung zeigten. Und auch das Tanzpaar der Gesellschaft, Cindy Sünder-hauf und Andreas Oleff, lieferten einen perfekten Auftritt ab, der nicht ohne Zugabe enden sollte, so der Wille des närrischen Volkes.

Daran anschließen sollten später die Gäste der KG Lätitia Blaue Funken Weisweiler mit den „Blue Dance Girls“ und ihrer Husarentanzformation, den „Höppe Kroetsch“ sowie die Showtanzgruppe „Op Zack“ der Prinzengilde Bergrath, die aus Flattens Bühne kurzerhand eine bunte Manege mit Wildkatzen, Akrobaten und Zauberer machten.

Die Überraschung des Abends war das Zwiegespräch von „Harry (Quast) & Achim (Schall)“. Schlagfertig und rotzfrech ließen sich die ungleichen Herren über tibetanische Breitfußenten, „Schmartphones“ und den gesamten Elferrat inklusive Ehren-Präsident Norbert Weiland aus, sehr zum Vergnügen des Publikums und zur Verzweiflung des Tusch gebenden Kapellmeisters.

Was konnte da noch fehlen? Klar, Karnevalsmusik vom Feinsten, zunächst von den „Original Eschweilern“, die den Bogen von Samba-Rhythmen hin zu „Viva Colonia“ spannten, dann von der „Hauskapelle“ der Lustigen Reserve, den Kröetsch, die den Saal traditionsgemäß zu vorgerückter Stunde noch einmal so richtig rockten.

 

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