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Die Indestädter sind Henning Schmidtke zu clever

Von: vs
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Begeisterte erneut das Publikum im Talbahnhof: Hennig Schmidtke. Foto: Vanessa Sack

Eschweiler. Bereits nach einigen Sekunden hatte der Kabarettist Henning Schmidtke die Zuschauer im Talbahnhof mit seiner komisch-unterhaltenden Art für sich gewonnen. Nachdem Schmidtke das intellektuelle Niveau Eschweilers geprüft und dabei festgestellt hatte, dass ihm das Publikum „zu clever“ sei, versprach er den Zuhörern die entspanntesten viereinhalb Stunden ihres Lebens.

Nach seinem Auftritt im Oktober 2012 besuchte der deutsche Kabarettist, Musiker und Autor nun schon zum zweiten Mal die (Zitat!) „Metropole“ Eschweiler. Diesmal gab er sein neues Bühnenprogramm „Hetzkasper – zu blöd für Burnout“ zum Besten, ein musikalisches Kabarettprogramm für all diejenigen, die durch den Alltag hetzen.

Dem Stress entgegenwirken

Schmidtkes klares Ziel an diesem Abend: die Entschleunigung aufrechterhalten und der Geschwindigkeit der Menschen sowie dem damit verbundenen Stress entgegenwirken. Um die Langsamkeit zusammen mit ihm zu verinnerlichen und die Ruhe genießen zu können, wechselte der Kabarettist zwischen Liedern am Klavier, die zum Mitsingen einluden, und traditionellen Wortbeiträgen.

Mit Sprüchen wie: „In der Ruhe liegt die Kraft, aber zu viel Ruhe ist auch nicht gut. Das wissen alle in Einzelhaft“, war eine entspannte und lockere Atmosphäre im Talbahnhof garantiert.

Schmidtkes Erkenntnisse über die kostbare, unersetzliche Zeit, die man nicht sammeln kann und die mehr wert zu sein scheint als Geld, oszillierten zwischen Ernst und Komik. Laut Schmidtke habe bereits Goethe das Problem der Menschen erkannt, die nach Reichtum und Schnelligkeit streben und dabei Gefahr laufen, Workaholics zu werden. Die Menschen müssen daher schnellstmöglich erkennen, dass ein Hetzkasper nicht gerade zu einem gesunden Leben beiträgt und stattdessen zu Burn-Out führt.

„Spüren Sie das, wie schnell alles geworden ist?“, fragte er die Zuschauer und behauptete, dass sogar der Genuss wegen Erfindungen wie dem „Coffee to go“ verkürzt werde.

„Wir hetzen tagtäglich durch unser Leben, obwohl wir noch nie so viel Zeit hatten wie heutzutage“, sagte er. Schmidtke spekulierte, dass die Menschen in Zukunft einen „Coffee to run“ bestellen werden, während sie zur Arbeit oder zum Sport hetzen. Hinzu kommen Mails und Co. und die Fähigkeit zum Multitasking, die die Menschen dazu befähigen soll, noch schneller zu werden. „Nichts ist mehr für die Ewigkeit“, so Schmidtke.

Ziemlich burlesk war es, als der Kabarettist die nervigen Casting-Shows verspottete, in denen Sänger mit ihrer „Betroffenheits-Vibration“ erklingen. „Das sollten sie sich mal aus dem Hintern herausnehmen, dann werden sie lockerer und entspannter“, so Schmidtke. Als Vorbilder für lockere und tiefenentspannte Künstler bot er dem Publikum diverse Herbert-Grönemeyer- und Udo-Lindenberg-Parodien, so beispielsweise Lindenbergs: „Lass mich einfach dösen.“

Sich Zeit lassen, das demonstrierte der Kabarettist in einer Schweigeminute, denn die Zeit spüre man nur in Momenten vollkommener Stille.

Für die, die es mit dem Hetzkasper am Herzen kriegen, gab es außerdem noch Erste-Hilfe-Tipps: Der richtige Rhythmus einer Herzmassage wurde anhand des Songs „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees von Schmidtke vorgeführt und es wurde lauthals gelacht. Diesen gut gemeinten Rat werden die Zuschauer im Notfall mit Sicherheit nicht so schnell vergessen.

Tosender Applaus

Nach tosendem Applaus und einer vom Publikum geforderten Zugabe verabschiedete sich Henning Schmidtke schließlich nach über zwei Stunden mit folgendem Sprichwort vom Eschweiler Publikum: „Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus kriegt den Käse.“

„Obwohl die Lösung letztendlich in uns selber liegt, sollten wir dennoch lernen, in unserem Alltag wieder ein bisschen langsamer zu werden und uns von nichts und niemanden stressen zu lassen“, so Schmidtkes Botschaft.

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