Die Grizzlies zieht es zurück in ihre Heimat

Von: Peter Schöner
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Ein Bild aus besseren Zeiten:
Ein Bild aus besseren Zeiten: die Grizzlies denken darüber nach, in die Eissporthalle an der August-Thyssen-Straße zurückzukehren. Sie wollen das Gebäude kaufen. Foto: Peter Schöner

Eschweiler. Kaum ist das überraschend erfolgreiche Abschneiden des Deutschen Eishockeyteams bei der diesjährigen WM in der Slowakei aus den Schlagzeilen, da köchelt auch in der Indestadt das Thema Eishockey wieder hoch.

Ob allerdings in der momentan geschlossenen und ziemlich maroden Eissporthalle in der August-Thyssen-Straße absehbar wieder Eishockey gespielt wird oder Schulkinder bei einem Tagesausflug ihre Runden dort drehen können, hängt nicht zuletzt von den Verhandlungen mit dem derzeitigen Besitzer der Halle ab, der sich bislang nicht zu einem Verkauf entschließen kann.

Dabei stehen schon einige Interessierte in den Startlöchern, um den im Jahre 1982 erstellten Baukörper zu erwerben und ihm nach einer kompletten Renovierung und Funktionserweiterung neues Leben einzuhauchen. Auch die Verantwortlichen der Grizzlies mit ihrem 1. Vorsitzenden Guido Hamacher und seinem Stellvertreter Jörg Amberg haben ganz konkrete Vorstellungen darüber, was demnächst in der Eschweiler Halle wieder möglich wäre.

Ihr Plan: Schulkinder könnten in der Unterrichtszeit zu erschwinglichen und sozialverträglichen Preisen an das Eislaufen oder das Eishockeyspiel herangeführt werden. Zudem könnten die anliegenden Schulen den geplanten Mensabetrieb in neue und moderne Räume der Eishalle verlegen, oder diese Räume könnten für Firmen- und Familienfeiern angemietet werden. Die kernsanierte und dann ganzjährig betriebene Sportarena mitten in der Stadt und mit einer Vielzahl von Solarmodulen auf dem Dach wäre langfristig „energieoptimiert” und in der „eisfreien Zeit” sogar ideale „Location” für größere Konzerte, Karnevalssitzungen, Autoschauen oder Flohmärkte - meinen Hamacher und Amberg.

Auch beim Bau vor fast 30 Jahren wurde die Kopplung der Eisaufbereitung in der Eissporthalle und der Wassererwärmung in der Schwimmhalle bei der Grundstücksvergabe verankert. Seit dieser Zeit ist jedoch viel Wasser die Inde hinunter geflossen und die Protagonisten (Grizzlies und Hallenbesitzer) sind seitdem unterschiedliche Wege gegangen. Während sich der Eishockeyclub dem finanziellen Druck (kostenintensiver Ligabetrieb und hohe Eislaufmiete) durch einen Ortswechsel nach Aachen entzog und sportlich in der NRW-Liga momentan auf solidem Grund steht, wurde der Betrieb an der August-Thyssen-Straße eingestellt. Äußerlich wirkt der Gebäudekomplex inzwischen wie ein Schandfleck: bröckelnde Steine, Graffiti und Müll.

Zudem könnte weiteres Ungemach drohen: Zum Kühlen der Eisfläche wurde Ammoniak an der August-Thyssen-Straße verwandt. Das farblose und stechend riechende Gas hat im flüssigen Zustand eine Temperatur von minus 33 Grad Celsius. In einigen Städten in Deutschland ist es aus den Leitungen ausgetreten und hat die Ordungsbehörden auf den Plan gerufen. In Rostock und Reutlingen mussten sogar umliegende Gebäude evakuiert werden. Ist eine Sanierung unbedingt erforderlich, um Gefahren abzuwehren? Die Stadt will dies prüfen.

Es kommt in jedem Fall Bewegung in die Verhandlungen um die Zukunft der Eishalle.

Verein diskutiert bei der Versammlung

Die Grizzlies dürften auf ihrer Jahreshauptversammlung, die sie am Samstag, 4. Juni, im Brauhaus Peltzer an der Dürener Straße abhalten, nicht zuletzt auch das Thema „Zurück zu den Wurzeln” auf der Tagesordnung haben und die Rückkehr nach Eschweiler angeregt diskutieren.

Die Zusammenkunft beginnt um 15.30 Uhr.

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