Eschweiler - Die Gentlemen des Wallstreettheaters: Astralkörper im Tennisschläger

Die Gentlemen des Wallstreettheaters: Astralkörper im Tennisschläger

Von: ran
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Ob Säcke oder Plastiktüten: Eine romantisch anmutende Jonglage ist für Herrn Schultze (links) und Herrn Schröder immer möglich. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sensational, unbelievable, saustark! Die „dear old friends“ des „Wallstreettheatres“ zurück in ihrer „favourite town“ Eschweiler! Damit war am Samstagabend „firework“ auf der Bühne des vollbesetzten Talbahnhofs angesagt.

Die englischen Gentleman Herr Schultze (Christian Klömpken) und Herr Schröder (Andreas Wiegels) hatten sich standesgemäß herausgeputzt, Pomade aufgetragen und die Hornbrillen aufgesetzt, um mit Worten, Hüten und Plastiktüten, nicht aber mit Bowlingkugeln zu jonglieren, die Titanic sinken zu lassen, vergebliche Ausweichversuche vor der Kamera der Dorfpresse zu unternehmen und das begeisterte Publikum in eine „World of mystery“ zu entführen. Darüber hinaus musste das Duo einsehen, dass die „erste Reihe“ alles andere als auf den Mund gefallen war.

Davon unbeeindruckt, hielten sich die „simply british“ Gentlemen nicht lange mit Kleinigkeiten auf. Unter dem Motto „Giving a Klassiker“ fielen große Namen: „Goethe, Schiller, Beethoven, Bohlen. Wer passt nicht in diese Reihe?“, lautete die Frage. Eindeutige Antwort: Beethoven! Der war taub. Bohlen leider nicht!“ Nach dem elegantesten Bühnenumbau der Weltgeschichte brach dann aber die „Time of danger“ an: In der rammte sich Herr Schultze den unter einem Plastikbecher versteckten „Nail of death“ in die Hand. Und das nur, weil Herr Schröder beim „Mischening“ der Becher ein wenig die Übersicht verloren hatte! Doch keine Bange: „Only stupid trick number one“, beruhigte Herr Schultze die Gemüter. Aufatmen im Publikum, in dem aber bedauerlicherweise niemand zehn bis 15 Jonglierkisten dabei hatte!

Zum Glück konnte Herr Schröder aushelfen, so dass Herr Schultze die Zuschauer ganz schön zu beeindrucken wusste. „Something nice for the eyes“, bemerkten die Beiden kurz vor der Pause, um unmittelbar danach „something nice for the ears“ zu bieten. Extrem-Head- und Krawatten-Banging eingeschlossen. Ein klein wenig „Dubbeldeutig“ wurde es, als Herr Schröder dem Publikum anbot, die Säcke hervorzuholen. Schließlich galt es, das Wort Plastiktüten zu vermeiden. Trotzdem wurden eben diese Gegenstand einer fast schon romantisch anmutenden Jonglage. Nur noch staunen konnten die Zuschauer, als sich die „dear old friends“ auch noch als Schlangenmenschen entpuppten und ihre Astralkörper nacheinander durch einen unbespannten Tennisschläger zwängten.

„Können die das noch toppen?“, lautete danach die bange Frage im Publikum. „Yes, we can“, die unbescheidene Antwort. Und zwar mit nichts geringerem als bayrisch singenden Volksmusikaliens, dem wilden und auch schmerzhaften Ohrentanz sowie der Einsicht, dass das Jonglieren mit Bowlingkugeln eine etrem große Herausforderung darstellt. „Diese Kunst beherrschen nur zwei Menschen auf der Welt. Und das sind nicht wir!“

Unter den Augen der Queen gab es schließlich eine dem Empire würdige (vorläufige) Verabschiedung, der eine Zugabe in luftiger Höhe mit luftigem Beinkleid folgte. Dann war Schluss mit lustig: „Go home“, lautete die klare Ansage. Doch die Beifallsstürme erweichten die Herzen der Gentlemen, die noch einen heißen Tipp parat hielten. „Im März sind wir im Aachener Franz zu Gast. Sollten sie dort hinkommen, sehen sie noch einmal absolutely the same. Bringen sie aber einen Freund mit, der heute Abend nicht im Talbahnhof war, dann sieht dieser something absolutely new“, so der Hinweis, den sich so mancher durch den Kopf gehen lassen dürfte. Mit Recht!

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