Die Aufgaben werden immer mehr, die Entlohnung nicht

Von: fe
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Eschweiler Erzieherinnen wie Iris Jonek setzen sich für eine leistungsgerechte Eingruppierung ein und informierten die Bürger in der Fußgängerzone mit Handzetteln. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Die Arbeit ist mehr geworden, die Arbeit ist schwieriger geworden, die Arbeit ist verantwortungsvoller geworden. Nur besser bezahlt ist sie nicht, versichern Erzieherinnen aus Eschweiler Kindertagesstätten. Jetzt informierten sie die Bürger über ihre Forderung nach einer Aufwertung der Sozial- und der Erziehungsberufe.

An einem Infostand der Gewerkschaft Verdi in der Grabenstraße gab es Luftballons, Fähnchen und viel gedruckte Information zu den derzeit laufenden Verhandlungen.

Verhandelt wird zwischen den kommunalen Arbeitgebern, zu denen auch die Stadt Eschweiler gehört, und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Nicht ein neuer Gehaltstarif ist das Thema, sondern die Eingruppierung der Erzieher und Erzieherinnen, der Sozialpädagogen und Sozialarbeiter. Sind es eher leichte oder doch schwierige Tätigkeiten, die sie in Kindergärten und Schulen ausüben? Wie hoch sind die fachlichen Anforderungen? Der Unterschied kann da schon mal 350 Euro im Monat ausmachen.

Die bisherigen Eingruppierungsvorschriften gelten seit 1991 und sind längst überholt. Das, was die kommunalen Arbeitgeber jetzt angeboten haben, sei „substanzlos und eine Provokation” sagt die Gewerkschaft.

Die Mitarbeiterinnen der BKJ (die Abkürzung steht für „Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche”, organisiert als eine Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt) argumentierten am Dienstag, dass die Anforderungen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen seien.

Gabi Baumann, die Leiterin der Kita „Purzelbaum”, wies darauf hin, dass zum Beispiel Sprachförderung inzwischen zum Standard geworden sei. Verantwortungsvolle Aufgaben wie das Erstellen von Übergangsprofilen zum Schulbesuch seien hinzu gekommen, ebenso die Sprachstandserhebung. Schon in den Kindertagesstätten müssten Defizite von Kindern aus schwierigem Umfeld aufgefangen werden. Und das alles für wenig Geld, besonders bei den jungen Erzieherinnen.

Eine junge Kollegin pflichtet Gabi Baumann bei: „Ich zum Beispiel verdiene netto 1247 Euro”. Das liege nicht sehr weit über dem, was Putzfrauen verdienen, fügte ein Gewerkschaftsvertreter an. Und das für die Arbeit mit dem Wichtigsten, was die Gesellschaft habe - mit den Kindern.
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