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DFB zeichnet Eschweiler für sein Integrationskonzept aus

Von: Benjamin Jansen
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Gemeinsam für Integration in Eschweiler: Thomas Ladwig (von links), FVM-Vizepräsident Dr. Stephan Osnabrügge, Sigrid Harzheim, Jennifer Apweiler, Sascha Monger und Bürgermeister Rudi Bertram setzen sich für Menschen mit Migrationshintergrund ein. Foto: Benjamin Jansen

Duisburg/Eschweiler. Die letzten Treppenstufen verlangen Sigrid Harzheim noch einmal alles ab. Dabei ist das Netz der Integration längst gesponnen und das Konzept bereits seit Monaten verabschiedet. Zwei Stunden vor der Verleihung des dritten Integrationspreises nagt aber die Ungewissheit an der Gleichstellungsbeauftragen der Stadt Eschweiler.

Doch am Ende des Abends sollten ihre weichen Knie dem strahlenden Lächeln weichen. In der Kategorie Sonderpreis zeichneten der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Mercedes-Benz die Stadt Eschweiler für ihr „ganzheitliches Integrationskonzept” mit dem ersten Platz aus.

„Das Besondere daran ist, dass wir praxisorientiert arbeiten und nicht rein wissenschaftlich”, beschrieb Harzheim die Besonderheit des Konzepts. Dafür zeichnet sich allen voran die Arbeitsgruppe „Kultur, Sport und Freizeit” verantwortlich, die im Jahr 2007 gegründet wurde und seitdem Handlungsempfehlungen der Stadt zuträgt.

Unter Einbeziehung vieler lokaler Vereine - vom „Allgemeinen Deutschen Rottweilerklub” bis hin zum türkisch-islamischen Kulturverein - organisierte die AG unter anderem das „Sportfest ohne Grenzen” am Blaustein-See. Dort wurden erstmalig die Fußballstadtmeisterschaften der Kindergartenkinder, der Grundschüler und Mädchen ausgetragen. Am „Runden Tisch” - ein Treffpunkt für Sportvereine mit dem Ziel der Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund - wurde die Veranstaltung vorbereitet.

„Ich freue mich sehr über diesen Preis, weil es eine tolle Bestätigung für die Vereinsvertreter und alle Mitarbeiter ist, die sich im Dienst der Integration einsetzen”, erklärte Bürgermeister Rudi Bertram, der auf eigene Kosten zur Integrationspreisverleihung angereist war.

Insgesamt 239 Bewerbungen waren beim DFB im vergangenen Jahr eingegangen, neun Finalisten in drei Kategorien schafften es in die Endrunde. Als Hauptpreis wurde ein Mercedes Vito für die drei Erstplatzierten ausgegeben - die silber-glänzende Belohnung für gelebte Integration stand bereits in der Vorhalle. Dort wartete auch Schirmherr und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff auf die Nominierten. „Integration ist ein ganz wichtiges Thema. Nicht nur im Fußball, sondern auch in der Gesellschaft. Es ist toll, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich zusammenfinden und Verbindungen knüpfen”, würdigte der Europameister das Engagement.

Einen der drei Vito-Schlüssel übergab Bierhoff an die vierköpfige Delegation aus Eschweiler. Und die erarbeitete beim gemeinsamen Abendessen schnell erste Ideen, wie der Transporter genutzt werden kann. „Der mobilen Jugendarbeit würde er mit Sicherheit sehr helfen. Unser Fiat-Bus fällt nämlich fast auseinander”, urteilte AG-Mitglied Thomas Ladwig.

Mit einem Scheck in Höhe von 10.000 und 5000 Euro gingen auch die Zweit- und Drittplatzierten nicht leer aus. Der Gesamtwert des Integrationspreises belief sich auf 150.000 Euro, womit er zum höchstdotierten Sozial-Preis Deutschlands geworden ist.

Mit den Vertretern aus Eschweiler freute sich auch NRW-Integrationsminister Armin Laschet. „Gerade für mich als Aachener Minister ist diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes. Wir können froh und stolz darauf sein, dass sich so viele Menschen für die Vernetzung einsetzen. Außerdem ist es das erste Mal, dass wir einen so großen Sportpreis in die Region geholt haben.”
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