Deutschlands bester Einzelhandels-Azubi hat in Eschweiler gelernt

Von: Daniel Gerhards
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100 Prozent in der Abschlussprüfung: Alexander Oepen legte die beste Abschlussprüfung aller Einzelhandels-Azubis seines Jahrgangs ab. Und das trotz Nervosität. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler. Zwei Mal 100 Prozent. Alle möglichen Punkte im schriftlichen und mündlichen Teil. Besser geht es nicht. An die Leistung von Alexander Oepen kam keiner ran. Bei seiner Abschlussprüfung war der 22-Jährige der beste Einzelhandelskaufmann – in ganz Deutschland. Gelernt hat er am Berufskolleg Eschweiler und im Real-Markt in Monschau.

Dass Oepen gut abschneiden würde, war seinen Lehrern und Ausbildern schon längst klar. Und dann gab es Post. Zuerst von der Aachener IHK, dann von der NRW IHK und zuletzt von der DIHK, der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin.

Im Prinzip stand in allen Briefen das gleiche: Alexander Oepen ist der beste Einzelhandelskaufmann seines Jahrgangs. „Das war schon ein sehr schönes Gefühl. Da bin ich den ganzen Tag mit einem Strahlen im Gesicht rumgelaufen“, sagt Oepen. Nun ist er zur Ehrung in Berlin eingeladen. In die Hauptstadt darf er gleich noch einmal reisen. Denn auch die Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt hat ihn nach Berlin eingeladen.

Nach seiner schriftlichen Prüfung ging es in die „Mündliche“. Und die hatte es in sich. „Ich sollte ein neues Produkt in das Sortiment einführen“, sagt er. Ins Grübeln kam er gleich zu Beginn der Bearbeitungszeit. „Im Real gibt es ja fast alles. Deshalb war es für mich schwierig, ein Produkt zu finden, das wir noch nicht im Sortiment haben“, sagt Oepen. Dann kam er auf den Akkubohrer. Alles weitere lief dann wie geschmiert. „Ich war schon nervös und habe ein bisschen zu schnell geredet. Aber es hat doch alles gut geklappt“, sagt Alexander Oepen.

Diese Leistung – da sind sich Thomas Gurdon, Leiter des Berufskollegs, und Theo Pelzer, in dessen Filiale Oepen seine Ausbildung gemacht hat, einig – ist absolut außergewöhnlich. Pelzer: „Ich bin seit 20 Jahren Prüfer. An so eine Leistung kann ich mich nicht erinnern.“ Gurdon ist überzeugt, dass ein solch makelloses Ergebnis nur sehr selten vorkommt. „Eigentlich verliert man irgendwo immer einen Punkt“, sagt er.

Kontinuierlich gelernt

Alexander Oepen hat in seiner gesamten Ausbildung auf dieses Ergebnis hingearbeitet. Er hat mit dem Lernen nicht bis auf den letzten Drücker gewartet, sondern sich den Stoff kontinuierlich eingeprägt. „Ich habe über die drei Jahre nach der Schule immer eine Stunde gelernt. Da hat man ja etwas Zeit, um das zu machen“, sagt er. Und auch im Unterricht sei er stets auf der Höhe gewesen. „Ich habe ihn über drei Jahre als sehr engagierten Schüler mit sehr hoher Motivation kennengelernt“, sagt Klassenlehrerin Manuela Rynio. Aber nur mit Fleiß geht es eben auch nicht: „So etwas ist sehr selten. Es braucht außergewöhnliche Menschen, um das schaffen“, sagt Rynio.

Dass sein Arbeitgeber Oepen nicht ziehen lassen will, ist angesichts der herausragenden Leistung mehr als nachvollziehbar. Und auch Oepen möchte seinem Ausbildungsbetrieb treu bleiben. Der Simmerather wechselt vom Markt in Monschau nach Eschweiler. Aber lernen möchte er noch mehr. Er hat nun ein duales Studium begonnen. „Das ist eigentlich eine Erstausbildung, aber ich wollte des unbedingt machen“, sagt Oepen. Sein Ziel: Er möchte vielleicht in die Zentrale nach Düsseldorf. Oder doch als Geschäftsleiter die Geschicke eines Marktes verantworten. So viel ist klar: „Ich möchte Verantwortung übernehmen.“

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