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Derangierte Schützen und die Glücksspielhölle

Von: sh
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Rockstar im Ornat: Prinz Marco I. singt als fleischgewordener Fastelovendstraum über sich selbst als „Hubba-Bubba”. Foto: Stefan Herrmann

Hähle. Mit der Mission, Billas Getreue über die Dorfgrenzen hinweg zu vertreten, schickte am Samstagabend die KG Ulk Hehlrath ihr bestes Pferd - Entschuldigung: Kalb - aufs diplomatische Fastelovendsparkett.

Die Kostümsitzung der Hehlrather Gesellschaft in der Kinzweiler Festhalle war ein famoser Bullenritt mit Größen des heimischen Fastelovends wie Gästen aus dem karnevalistischen „Ausland”. Nach Einmarsch der Ulk-Familie mit dem Spielmannszug Hehlrath kündigten die Fanfaren schon seine Tollität Prinz Marco I. an.

Im Sturm flogen dem fleischgewordenen Narrentraum und seinem Zeremonienmeister Hans-Willi die Herzen zu. Als Hubba-Bubba rockte er über die Bühne, inklusive Luftgitarre und Angus-Young-Gedächtnishüpfer. Kaum war der Prinzen-Hofstaat abgedampft, jagten die Kaafsäck die nächste Schunkelwelle durchs Publikum.

Danach ging´s mit dem Gastbesuch der KG Onjekauchde Röhe nicht minder fröhlich weiter. Mit gerade mal zwölf Jahren ist „Et Hähle Kälvje” schon nicht mehr aus Eschweilers Karneval wegzudenken. Wenn das kleine Original von Rudi Bertrams feucht-fröhlichen Wahlnachtseskapaden erzählt, herrscht „Rambazamba in der Bud´”.

Je später der Abend, desto kölscher die Gäste: „Zollhuus Colonia” wussten ganz genau, welche Regeln in einer Karnevalshochburg gelten. „Das ist zwar eine Sitzung, aber das heißt nicht, dass ihr sitzen bleiben müsst”, rief Sänger Rudi den Jecken zu. Eine überflüssige Anmerkung, denn zu bekannten Karnevalhits hatten sich die Hähle Köh längst klatschend und mitsingend erhoben. Da trübten dann auch politische Themen nicht mehr das Gemüt, als „De Huusmester vam Bundesdach” mit dem neuesten Verzäll uss Berlin aufwarteten.

Das Kölner Duo Axel Foppen und Frank Fander gefiel mit Witz und Gesang. Ein Heimspiel hatten die Jugendgarde der KG Ulk, das Husarencorps unter Kommandant Markus Ripphausen und das Tanzmariechen Tamara Siegers. Mit einem Ausflug nach Las Vegas überraschte die Showtanzgruppe der Frenzer Burgnarren.

Tino vom Taxi, der Shootingstar des Kölner Karnevals und „Loss mer fiere”, die fünfköpfige Stimmungsband - die Hehlrather Kostümsitzung hatte einfach für jeden Geschmack etwas zu bieten, inklusive eines musikalischen Kurztheaterstückes der Damengruppe.

Aber was heißt hier Damen: Wenn selbst der Ulk-Präsident Mischa Bünten plötzlich mit giftgrüner Wuschelmähne aus der Papiertonne springt und „Manamana” brüllt, leicht derangierte Schützenpaare über die Bühne schlingern, die Hehlrather Sportfreunde an Kirchenprozessionen vorbeijoggen und im Hexenhäuschen geheime Glücksspielhöllen eröffnen, dann kann das Gezeigte nur eins darstellen: Ein Tag in Hehlrath!

„Wir sind ein kleines Dorf, also lasst uns alle zusammenhalten”, rief Mischa aus der Tonne in den Saal. Da schunkelten die Hähle Köh schon längst Arm in Arm in ihrem Veedel.
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