Der Tag eines Pflegers ist ganz schön stressig

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„Darf ich bitte den Blutzucker messen?“Petra Malchert, stellvertretende Pflegedienstleiterin und Wohnbereichsleiterin 2 des Ago-Seniorenzentrums (links), bei einer ihrer täglichen Aufgaben. Foto: I. Röhseler
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Das neu errichtete Ago-Seniorenzentrum am Ringofen bietet verschiedene Wohnformen.

Eschweiler. „Wer in einem Pflegeberuf tätig ist, muss ein Frühaufsteher sein!“ meint Helga Quack-Oebel. Die Leiterin vom Sozialen Dienst im Ago-Seniorenzentrum berichtet aus dem anstrengenden Alltag einer Pflegekraft. Die Einrichtung am Ringofen ist in diesem Jahr Partner unserer Weihnachtsaktion Wunschzettel, die noch wenige Tage läuft.

Übergabe an den Frühdienst

Der Frühdienst eines Pflegers beginnt um 6.30 Uhr. Zunächst findet eine Übergabe vom Nachtdienst an den Frühdienst statt. Dabei werden alle wichtigen Besonderheiten thematisiert. Anschließend bereiten die Fachleute die Behandlungspflege vor. Medik­a­mente werden gestellt, während die Pflegeassistenten bereits in die Grundpflege gehen. Geplant und realisiert wird die Versorgung nach dem Prinzip der Bezugspflege, die sich unter anderem an der Biographie der Bewohner orientiert. Das heißt: Unter normalen Umständen haben die Mitarbeiter für die ihnen vertrauten Bewohner Sorge zu tragen.

Das ist für beide Beteiligten von Vorteil, da man sich einfach kennt. Im Anschluss wird das Frühstück in Kooperation mit Servicekräften und Sozialem Dienst gereicht. So finden in den Wohnzimmern verschiedener Stationen Frühstücksgruppen statt, da immer mehr Menschen individuelle Hilfestellungen benötigen.

Das Pflegepersonal spricht im Anschluss mit Ärzten, Physiotherapeuten. Viele Bewohner nehmen an Angeboten des Sozialen Dienstes teil. In dieser Zeit werden die Betten gemacht, die Wäsche wird verteilt, Bettlägerige gelagert, EDV-gestützte Dokumentationen erledigt. Ein arbeitsreicher Vormittag, an dem die Zeit verfliegt.

Ehe man sich versieht, ist bereits Zeit für das Mittagessen. Dies wird in ansprechenden Wohnzimmern der Stationen oder auf Wunsch in den Zimmern gereicht. Selbstverständlich stehen täglich zwei Menüs zur Auswahl.

In diesem Zeitkorridor werden ebenfalls wieder ärztlich verordnete Medikamente gereicht, Toilettengänge begleitet und nach dem Mittagessen wird vielen Damen und Herren auf Wunsch Bettruhe ermöglicht. Gegen 13.30 Uhr findet täglich die Übergabe des Frühdienstes an den Spätdienst statt.

Dabei werden wieder alle Bewohner der jeweiligen Station thematisiert. Besonderheiten werden besprochen. Im Anschluss werden notwendige Absprachen mit Ärzten, Apotheken, Therapeuten und Angehörigen getroffen.

Gegen 14.30 bis 15.00 Uhr ist Kaffeezeit. Die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, erhalten ihre nachmittägliche Pflege, werden mobilisiert und für das Kaffeetrinken oder für die Teilnahme an internen Veranstaltungen vorbereitet. Am frühen Abend werden bei Bedarf erneut die Medikamente verabreicht und die Vorbereitungen für das Abendessen getroffen.

Essen aus der eigenen Küche

Die Speisen und Getränke werden jeweils in der hauseigenen Küche für die Stationen auf Wagen vorbereitet. Das Pflegepersonal nimmt die Wagen ihrer Station in Empfang und kann so individuell auf Wünsche der Bewohner eingehen. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass zum Beispiel Brote nicht „vorgeschmiert“ werden, da die Selbstständigkeit der Bewohner möglichst lange gefördert und erhalten werden soll.

Nach dem Abendessen werden diejenigen, die frühe Bettruhe wünschen, für die Nachtruhe zurecht gemacht. In der verbleibenden Zeit werden Hilfsmittel und Wohnungen gereinigt. Um 20.30 Uhr findet die Übergabe des Spätdienstes und dem Nachtdienst statt. Ein langer Arbeitstag geht zu Ende.

Unerwähnt bleiben die Teilnahme an internen Besprechungen und Teamsitzungen, an Fortbildungen sowie Zeit und Zuwendung für die Menschen, die in der Senioreneinrichtung leben. Zeit, die leider sehr knapp ist, da der Aufwand für Dokumentation und Papierkram immer mehr zunimmt. Problematisch ist auch, dass die Menschen nicht mehr wie früher Jahre, sondern in der Regel nur noch Monate in Pflegeheimen bleiben. Zeit für Gewöhnung bleibt da nicht.

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