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Der Stadtwald bleibt ein Zuschussgeschäft

Von: Patrick Nowicki
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Ort der Erholung: Der Stadtwald wird von vielen Bürgern genutzt, etwa zum Joggen. Leider gibt es auch Menschen, die ihren Müll im Wald entsorgen. Foto: Patrick Nowicki
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Förster Marco Lacks bietet auch in diesem Jahr wieder Führungen für Kinder an. Foto: Patrick Nowicki
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Sogenannte „Wuchshüllen“ sollen junge Edelholz- und Eichen-Setzlinge schützen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Man könnte meinen, der Stadtwald liegt den Indestädtern am Herzen. Allerdings offensichtlich nicht jedem: Der wilde Müll bereitet Förster Marco Lacks weiterhin Sorgen und viel Arbeit. Unbekannte kippen immer wieder Haushalts- und Gartenabfälle, Bauschutt und Elektroschrott in die Natur.

„Neben den Aufwendungen finanzieller Mittel für Müllbehältnisse fallen viele Arbeitsstunden für das Einsammeln und den Transport des Mülls an“, heißt es im Forstwirtschaftsplan. Lacks rechnet auch für das laufende Jahr mit hohen Lohnkosten für die Müllbeseitigung.

Unter dem Strich bleibt der Wald für die Stadt ohnehin ein Zuschussgeschäft. Am Ende des vergangenen Jahres stand ein Minus von etwa 171.000 Euro, in diesem Jahr rechnet Lacks mit knapp 87.000 Euro Verlust. Der Unterschied liegt darin begründet, dass im vergangenen Jahr ein neuer Forsttraktor für etwa 112.000 Euro angeschafft wurde. Das bisherige Fahrzeug wurde aussortiert und für knapp 16.000 Euro versteigert. Zusätzlich schaffte man in 2016 einen gebrauchten Sprinter für 9500 Euro an.

„Waldbaulich umwandeln“

Schwerpunkt der Arbeiten in diesem Jahr wird nicht nur der Stadtwald selbst sein, sondern auch die Kippe Wardenslinde. Diese wolle man „waldbaulich umwandeln“, weil dort überwiegend Robinien stehen, die in die Jahre gekommen sind. Manche davon drohen zu kippen und müssen deswegen gefällt werden. Ersetzt werden sie durch tief wurzelnde Laubbäume. In diesem Fall sind dies Buchen und Eichen.

Hauptsächlich Fichten werden in diesem Jahr wieder ein Fall für die Kettensäge. Marco Lacks rechnet mit insgesamt 1409 Erntefestmeter Holz, 23,7 Prozent davon werden aus Fichten bestehen. Schnell wachsende Baumarten, die vor allem in Mischbeständen des Stadtwalds stehen, bilden ebenfalls einen wichtigen Anteil an der Holznutzung: 24,7 Prozent des Holzertrags sollen Birken, Roterlen und ähnliche kurzlebige Laubhölzer bilden. Übrigens: Um die Stämme aus dem Wald zu ziehen, werden auch in diesem Jahr wieder Pferde eingesetzt.

Zwar gehen die Bestrebungen im Stadtwald weiter, die anfälligen reinen Fichtenbestände zu ersetzen, aber dies bedeutet nicht, dass diese Nadelbaumart nicht neu gepflanzt wird. 500 Exemplare wollen Lacks und sein Team in diesem Jahr setzen. Allerdings aus einem bestimmten Grund: Sie werden ausschließlich als Weihnachtsbäume für städtische Einrichtungen gepflanzt. 3125 Laubholzsetzlinge sind für die nächste Pflanzperiode vorgesehen. Vorrangig bestehen sie aus Stieleichen zur Nachbesserung bestehender Kulturen und Rotbuchen.

„Kyrill“ und „Cynthia“

Wer durch den Wald wandert, trifft immer wieder auf etwa ein Meter hohe Kunststoffröhren. Dies sind sogenannte „Wuchshüllen“, die junge Edelholz- und Eichen-Setzlinge schützen sollen. Deren Knospen sind für Wildtiere ein willkommenes Mahl. Andere Schädlinge werden nach Möglichkeit mit biologischen Mitteln bekämpft.

Dazu zählen Fangwuchshaufen. Allerdings bereiten die Schneisen nach Orkanen wie „Kyrill“ und „Cynthia“ auch beim Forstschutz Probleme: „Viele Waldbestände sind aufgerissen und erwärmen sich besonders im Frühjahr und Sommer stark.“ Vor allem bestimmte Käferarten vermehren sich dann besonders stark.

Neben den üblichen Arbeiten im Baumbestand will das Forstteam der Stadt auch den Waldparkplatz an der Kreuzung Luisen- und Birkengangstraße mit Split und Steinen ausbessern. Und Aktionen wie in der Woche vor dem 1. Mai, in der Birken am Forsthaus zur Verfügung gestellt werden, bleiben auch weiterhin bestehen.

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