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Der größte Fan des Kinderchores nimmt nach 33 Jahren Abschied

Von: Andreas Röchter
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Prägte mehr als drei Jahrzehnte lang den Kinderchor der Pfarre St. Severin Weisweiler: Musikpädagogin Monika Brock-Houben. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Man schrieb das Jahr 1976, als Ludwig Gießwinkel, damaliger Pfarrer der Gemeinde St. Severin Weisweiler, mit dem Vorschlag an Monika Brock-Houben herantrat, den Kinderchor der Pfarre zu übernehmen. Und die gebürtige Weisweilerin, die kurz zuvor ihr Musikstudium begonnen hatte, musste nicht lange überlegen, bevor sie zustimmte.

Daraus wurden 33 Jahre, in denen Monika Brock-Houben das Gesicht des Chores entscheidend prägte. Nun gibt die Musikpädagogin ihr Amt in die Hände ihres Nachfolgers Norbert Hörsch.

„Es war ein tränenreicher Abschied am 3. Adventssonntag”, denkt Monika Brock-Houben zurück. Nicht nur der aktuelle Kinderchor sang während des von den Pfarrern Franz-Josef Wynen und Andreas Mauritz zelebrierten Gottesdienstes zu Ehren der scheidenden Leiterin, auch 40 „Ehemalige” ließen es sich nicht nehmen, in die Lieder einzustimmen.

„Dies zeigt die Verbundenheit, die sowohl ehemalige als auch momentan aktive Sänger mit dem Chor verbindet”, freut sich die 53-Jährige, für die der soziale Aspekt, das Miteinander innerhalb des Chores, immer genauso im Vordergrund stand wie die Musik.

Dass diese nicht zu kurz kam, versteht sich bei der Ausbildung der Fachbereichsleiterin für elementare Musikpädagogik an der städtischen Musikschule Aachen von selbst. „Wir haben nicht einfach nur Lieder gesungen, auch Stimmbildung und Atemtechnik standen regelmäßig auf der Tagesordnung”, betont Monika Brock-Houben.

Die Erfolge sprechen für sich: Neben den regelmäßigen Auftritten in den Gottesdiensten der Pfarren St. Severin Weisweiler und St. Johannes Baptist Hücheln glänzten die jungen Sänger im Alter zwischen 6 und 14 Jahren beim jährlichen Adventssingen, der Kindermette am Heiligen Abend, bei großen Krippenspielen, die alle drei Jahre aufgeführt wurden, als Gäste bei Konzerten des Jugendchores der Pfarre St. Severin sowie bei Singspielen.

„Ich habe immer versucht, das Repertoire des Chores zu erweitern. So haben wir neben kirchlichen Liedern auch weltliche Titel, vor allem Musicalthemen, in unser Programm aufgenommen”, macht die Ehefrau und Mutter einer Tochter, die von September 1996 bis April 2002 auch den Jugendchor leitete, deutlich. Weitere Höhepunkte ihrer Tätikeit waren die Aufnahmen zur „Mundorgel-CD” mit den Kröetsch vor einigen Jahren sowie die Teilnahme am ersten und bisher einzigen Kinderchorfestival des Kreises Aachen auf der Burg Wilhelmstein im Juni 2004.

Das Amt der Chorleiterin nach mehr als drei Jahrzehnten niederzulegen, fällt der Weisweilerin schwer. Berufliche Gründe, an der Musikschule Aachen stehen Umstrukturierungen an, machen diesen Schritt jedoch unumgänglich. Dass es beim Kinderchor der Pfarre St. Severin Weisweiler aber nahtlos weitergeht, tröstet sie ein wenig. Am Freitag, 15. Januar, steht um 16 Uhr die nächste Probe an.

Ein großes Dankeschön sendet Monika Brock-Houben an Stephanie Christoph und Günter Vogel, die den Chor jahrelang am Klavier beziehungsweise mit der Gitarre begleiteten. „Diese Beiden waren quasi unsere Band”, erinnert sie sich. Doch auch für dieses Duo steht Ersatz bereit: Clara Wenzel-Theiler und Niklas Vogel.

Der Chor präsentiert sich mit momentan 36 Kindern. „Wir mussten nie Werbung für den Chor machen. Die Kinder kamen immer von selbst”, zieht die nun ehemalige Chorleiterin nach 33 Jahren eine absolut positive Bilanz. „Besonders hervorzuheben ist auch das Engagement der Eltern, die immer bereit waren, den Chor zu unterstützen”, so Monika Brock-Houben, für die die Musik auch in ihrer Freizeit eine bedeutende Rolle spielt. Und so wird sie, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch hier und da die Leitung eines Projektchores übernehmen. Sehr zur Freude der Verantwortlichen der Pfarrgemeinde St. Severin.

„Es ist der Verdienst von Monika Brock-Houben, dass der Chor so fantastisch funktioniert”, spart Kirchenvorstand smitglied Manfred Schepp nicht mit Lob für die scheidende Leiterin. Diese verspricht zum Abschied: „Ich bleibe immer der größte Fan des Kinderchores der Pfarre St. Severin.”
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