Eschweiler - Der geschasste Eschweiler Prinz darf sich wieder Funke nennen

Der geschasste Eschweiler Prinz darf sich wieder Funke nennen

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Es war eine der schnellsten Sitzungen, die die Rote-Funken-Delegation um Präsident Raimund Kamps und Kommandant Peter Pfeiffer am frühen Dienstagmorgen erlebte. Die Glocken von St. Peter und Paul hatten gerade zur neunten Stunde des Tages geschlagen, da war das Urteil schon verkündet:

Der Klage von Helge Dickmeis wurde stattgegeben. Somit ist der zwischenzeitlich ausgeschlossene Karnevalsprinz 2002 auf richterlichen Bescheid hin wieder Mitglied der Roten Funken.

Wie schon die Verhandlung am 25. November, fand auch die Entscheidung des ungewöhnlichen Falls karnevalistisch angemessen in Raum 111 des Amtsgerichts an der Peter-und-Paul-Strauße statt. Doch bei frostigen minus zwölf Grad und einer nicht in seinem Sinne gefällten Entscheidung pro Dickmeis wollte bei Raimund Kamps keine rechte Schunkelstimmung aufkommen.

„Dieses Urteil wird noch Kreise ziehen”, befürchtet der Rote-Funken-Präsident, dass nun auch andere Vereine einen genauen Blick auf ihre Satzung werfen müssen, um den Paragraph zum Ausschluss eines Mitglieds auf Gerichtstauglichkeit zu überprüfen.

Allerdings liegt bisher nur die Urteilsverkündung vor. Die Begründung wird erst in den kommenden Tagen den Anwälten beider Parteien - Arpad Farkas für Helge Dickmeis und Hans Coenen für die Rote Funken - übermittelt. Daher möchten sich Kamps und Pfeiffer nicht an Spekulationen beteiligen. Nur soviel wollte der Funken-Präsident dazu sagen: „Wir haben uns die Entscheidung des Ausschlusses über Monate hin nicht leicht gemacht.” Alle relevanten vereinsinternen Instanzen wurden dabei seines Erachtens durchlaufen.

Bild des armen Kerls

Was Kamps zudem störe, sei, dass in der Öffentlichkeit das Bild des armen Kerls entstehe, der aus der Rote-Funken-Artillerie rausgeschmissen wurde. So sei es aber, versichert Kamps, schließlich nicht gewesen, da es einen konkreten Anlass zum Rausschmiss von Helge Dickmeis gegeben habe.

Und dies sei im April letzten Jahres beim Beförderungsappell der Karnevalsgesellschaft gewesen. Dickmeis, der ebenfalls befördert werden sollte, verließ die Versammlung frühzeitig. Aus dringenden familiären Gründen, wie er versichert. Für den Verein war dies aber letztlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Raimund Kamps stellte im Anschluss an die Urteilsverkündung auch klar, dass er entgegen anderslautender Meldungen durchaus Spaß verstehe. Nur bei andauernden Beleidigungen höre eben dieser irgendwann auf.

Nun also ist der ehemalige Prinz wieder salonfähig. Am 5. Januar 2002, wurde er feierlich als Helge I. proklamiert. Einen ähnlich herzlichen Empfang darf er 2009 vom Funkenvorstand wohl nicht erwarten.

Kölner Vergleichsfall

Wenngleich man ihm und den Funken keine weitere Eskalation wünscht, so wie sie bei einem Kölner Karnevalsverein vor einige Jahren eintrat: Ähnlich wie in Eschweiler erwirkte ein Mitglied gerichtlich die Rücknahme des Ausschlusses. Als sich besagtes Mitglied wenig später auf einer Sitzung „seines” Vereins blicken ließ, konnte er den Saal nur unter Polizeischutz betreten. Aber wie gesagt, hierbei handelte es sich um einen Vorfall aus einer weit entfernten Großstadt.
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