Der Ausblick von der Drehleiter ist der Höhepunkt

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Gerätepflege: Damit sich die Feuerwehrleute auf ihre Ausrüstung im Einsatzfall verlassen können, wird alles regelmäßig sorgfältig überprüft.

Eschweiler. Plötzlich ertönt ein Gong. In der nachfolgenden Durchsage ist von einem Einsatz für den Rettungswagen die Rede. Der Feuerwehrmann fackelt nicht lange und flitzt die Treppe herunter. Wenig später ist zu hören, wie der Rettungswagen mit Tatütata die Feuer- und Rettungswache verlässt.

„Der fährt jetzt zur Autobahn”, erklärt Wachleiter Axel Johnen den 25 Lesern unserer Zeitung, die sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „7 x Sommer in Eschweiler” die Feuerwache ansehen.

„Hier beginnt der Einsatz”, sagt Johnen und führt die Gäste in die Einsatzleitstelle. Dort sitzt einer seiner Kollegen vor einem großen Pult mit vielen Schaltern und Knöpfen, umgeben von Monitoren, Telefonen und Funkgeräten. Er sieht genau, wo sich welches welches Fahrzeug gerade im Einsatz befindet.

Aufmerksam beobachtet der Feuerwehrmann die Anzeigen auf den Monitoren. Dann kräschzt eines der Funkgeräte - die Rettungskräfte sind am Unfallort angekommen.

Unsere Leser haben viele Fragen - vor allem die Männer: Wie wird die Feuerwehr finanziert? Wie viel verdient ein Feuerwehrmann? Welche Rolle spielen die Freiwilligen Feuerwehren? Wer repariert die Fahrzeuge und wie sieht es mit dem TÜV aus?

Johnen nimmt sich Zeit und beantwortet geduldig jede Frage. Die zahlreichen Kinder, die mit ihren Eltern oder Großeltern gekommen sind, finden das nicht ganz so spannend. Sie wollen endlich die Fahrzeuge sehen, insbesondere die Drehleiter.

Der neunjährige Florian Scharrmann kann es gar nicht abwarten, bis er endlich in die Jugendfeuerwehr eintreten darf. „Ich will den Leuten helfen”, sagt er. Auch für den sechsjährigen Marius Thülen ist jetzt schon klar, was er später machen möchte: „Ich will Feuerwehrmann werden.”

Während der Karnevalszeit hat er sich als solcher verkleidet und auch heute trägt er voller Stolz ein T-Shirt mit der Aufschrift „Feuerwehrmann”.

Wer Lust und etwas Mut hat, darf an diesem Tag die Aussicht hochoben auf der Drehleiter genießen. Die beiden Jungs sind sofort Feuer und Flamme, das wollen sie sich nicht entgehen lassen. „Sogar die Kirche Peter und Paul konnte man sehen”, sagt Marius aufgeregt, als er wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Florian versucht derweil, seinen kleinen Bruder Christoph zu einer weiteren Fahrt zu überreden: „Das ist nicht schlimm, und man kann ganz weit gucken.” Aber auch die Erwachsenen sind begeistert. „Das ist ein einmaliges Erlebnis.

Sie sehen wirklich alles”, schwärmt Marius Großmutter Rosemarie Thülen. Um den Ausblick genießen zu können, sollte man allerdings schwindelfrei sein. In 25 Metern Höhe ist es doch ein wenig wackelig auf der Leiter.

Doch die Feuerwehr ist nicht nur auf Einsätze in luftiger Höhe vorbereitet. Gleich neben dem großen Tanklöschfahrzeug steht ein Rettungsboot für Einsätze auf dem Blausteinsee bereit.

Das Tanklöschfahrzeug wird bei der Brandbekämpfung eingesetzt. 5000 Liter Wasser fasst der Tank. Käme der Wasserwerfer zum Einsatz, wäre der Behälter schon nach zweieinhalb Minuten leer.

„Aber das ist meist wenig sinnvoll”, sagt Johnen. Um Kosten zu sparen, setzt die Feuerwehr zunehmend auf Containerfahrzeuge. Je nach Einsatzzweck kann das Fahrzeug mit unterschiedlichen Material-Containern bestückt werden.

Gefangen im Aufzug

Wenn die Feuerwehrleute gerade nicht im Einsatz sind, heißt das nicht, dass sie auf der faulen Haut liegen würden. Auf einer Feuerwache gibt es immer etwas zu tun.

Was genau, will sich die Gruppe im Keller ansehen. In einem großen Aufzug findet alle Platz. Sobald sie eingestiegen sind, verschließt Johnen die Türen und drückt auf den Knopf für den Keller.

Doch nichts passiert, der Fahrstuhl bewegt sich nicht, und die Türen gehen auch nicht mehr auf. Die ganze Gruppe hängt im Aufzug fest und die Kinder beginnen, sich zu sorgen: „Jetzt kommen wir bestimmt nie mehr hier raus.” Doch Johnen behält die Ruhe, greift zum Telefon und sagt: „Da müssen wir wohl die Feuerwehr rufen.”

Das kann einer der Kleinsten nun überhaupt nicht verstehen: „Du bist doch selbst die Feuerwehr.” Wenige Augenblicke später öffnet einer von Johnens Kollegen die Türen von außen, und unsere Leser nehmen die sichere Treppe in den Keller.

In der Werkstatt werden die Atemschutzgeräte gewartet und gepflegt, damit sie im Einsatzfall reibungslos funktionieren. „Das ist überlebenswichtig”, sagt Johnen. Aber nicht nur die Atemschutzgeräte müssen funktionieren, auch die Schläuche müssen regelmäßig überprüft werden.

Dafür gibt es im Keller der Wache ein lange Metallwanne, in der eine Maschine die Schläuche ausrollt, sie voll Wasser pumpt und auf Dichtigkeit überprüft. Anschließend werden sie im Turm der Wache zum Trocknen aufgehängt.

Johnen könnte den Besuchern noch viel mehr zeigen, doch er hat die geplante Zeit schon weit überzogen. Zur Freude der Kinder darf aber eine Fahrt im Feuerwehrauto mit Blaulicht und Martinshorn nicht fehlen - soviel Zeit muss sein.

Florian nimmt gleich vorne Platz, winkt freudig und fühlt sich ganz in seinem Element.
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